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Georg Koch vor dem Zweitligaspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Kaiserslautern in der Esprit Arena am 22. März 2010 in Düsseldorf | Quelle: Getty Images
Georg Koch vor dem Zweitligaspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Kaiserslautern in der Esprit Arena am 22. März 2010 in Düsseldorf | Quelle: Getty Images

„Schossen mir sofort die Tränen in die Augen“: Jörg Weiler enthüllte, dass er Georg Koch 24 Stunden vor seinem Tod angerufen hat

Maren Z.
05. März 2026
13:51

Es sind oft die letzten Gespräche, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis einprägen. Für den langjährigen Fußballreporter Jörg Weiler wurde ein solches Telefonat nun zu einer Erinnerung, die er wohl nie vergessen wird. Weniger als einen Tag bevor die Nachricht von Georg Kochs Tod bekannt wurde, hatten die beiden noch miteinander gesprochen.

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Als Weiler am Mittwoch die Mitteilung erhielt, dass der ehemalige Bundesligatorhüter gestorben ist, traf ihn die Nachricht mit voller Wucht. „Als ich am Mittwoch um 17.17 Uhr die schreckliche Nachricht von seiner Lebensgefährtin Danny am Handy bekam, dass Georg Koch (54) verstorben ist, schossen mir sofort die Tränen in die Augen!“, erinnert sich der Journalist.

Georg Koch, Torhüter MSV Duisburg; steht am Torpfosten | Quelle: Getty Images

Georg Koch, Torhüter MSV Duisburg; steht am Torpfosten | Quelle: Getty Images

Zu diesem Zeitpunkt lag das letzte Gespräch mit seinem Freund kaum 24 Stunden zurück. Fast eine Stunde lang hatten sie telefoniert – ein Austausch, der für beide offenbar ganz selbstverständlich war. Er schrieb:

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Keine 24 Stunden vor der Todesnachricht, hatte ich mit „Schorsch“, wie ihn seine Freunde genannt haben, noch 47 Minuten lang telefoniert – und es war eigentlich wie immer: Wir haben viel gelacht, über Fußball gefachsimpelt und natürlich über unsere große gemeinsame Liebe gesprochen – Fortuna Düsseldorf.“

Sie lachten, diskutierten über Fußball und sprachen über ihre gemeinsame Leidenschaft für Fortuna Düsseldorf. Für Weiler fühlte sich das Gespräch an wie so viele zuvor: vertraut, lebendig und voller Erinnerungen.

Torwarttrainer Georg Koch von Grossaspach sitzt vor dem Drittligaspiel zwischen Arminia Bielefeld und der SG Sonnenhof Grossaspach in der Schueco Arena am 28. November 2014 in Bielefeld auf der Ersatzbank. | Quelle: Getty Images

Torwarttrainer Georg Koch von Grossaspach sitzt vor dem Drittligaspiel zwischen Arminia Bielefeld und der SG Sonnenhof Grossaspach in der Schueco Arena am 28. November 2014 in Bielefeld auf der Ersatzbank. | Quelle: Getty Images

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Die Freundschaft zwischen dem Reporter und dem ehemaligen Torhüter reicht Jahrzehnte zurück. Kennengelernt hatten sie sich Anfang der 1990er Jahre, als Weiler als junger Reporter über Fortuna Düsseldorf berichtete und Koch am Beginn seiner Karriere stand. Was zunächst eine berufliche Begegnung war, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer engen Verbindung.

Koch galt im Fußball als Persönlichkeit mit klaren Worten und einer unverwechselbaren Art. Wer ihn kannte, beschreibt ihn als ehrlich und direkt – Eigenschaften, die ihn sowohl bei Fans als auch bei Mitspielern bekannt machten. Wenn ihm etwas missfiel, konnte er laut werden, doch ebenso schnell war ein Streit wieder vergessen. Für viele war er ein Charakterkopf im oft glatt wirkenden Profifußball.

Seine Karriere führte ihn durch zahlreiche Vereine in Deutschland und Europa. Zwischen 1991 und 2009 absolvierte Georg Koch insgesamt 213 Spiele in der Bundesliga und 165 Partien in der zweiten Liga. Stationen waren unter anderem der 1. FC Kaiserslautern, Energie Cottbus, Arminia Bielefeld und der MSV Duisburg. Besonders eng verbunden blieb er jedoch mit Fortuna Düsseldorf, wo er für viele Fans zu einer Identifikationsfigur wurde.

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Georg Koch in Aktion mit Ball in der Hand | Quelle: Getty Images

Georg Koch in Aktion mit Ball in der Hand | Quelle: Getty Images

Auch international hinterließ Koch Spuren. Mit Dinamo Zagreb gewann er sowohl die kroatische Meisterschaft als auch den nationalen Pokal. Seine Laufbahn endete schließlich 2009 – ausgelöst durch eine schwere Verletzung, die er ein Jahr zuvor im Wiener Stadtderby erlitten hatte.

Damals explodierte ein Böller in unmittelbarer Nähe des Torwarts. Die Folgen waren ein Knalltrauma und langfristige Gleichgewichtsprobleme, die eine Fortsetzung seiner Karriere unmöglich machten.

Doch eine noch größere Herausforderung sollte erst Jahre später folgen. Dann erhielt Koch die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ärzte gaben ihm damals nur eine begrenzte Lebenserwartung. Dennoch stellte er sich der Krankheit mit bemerkenswerter Offenheit und kämpferischem Willen.

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Georg Koch aus Duisburg hält einen Elfmeter von Frankfurt während des Bundesligaspiels zwischen Eintracht Frankfurt und MSV Duisburg in der Commerzbank-Arena am 18. März 2006 in Frankfurt. | Quelle: Getty Images

Georg Koch aus Duisburg hält einen Elfmeter von Frankfurt während des Bundesligaspiels zwischen Eintracht Frankfurt und MSV Duisburg in der Commerzbank-Arena am 18. März 2006 in Frankfurt. | Quelle: Getty Images

Im Mai 2024 sprach er öffentlich über seine Situation. „Die Krankheit ist unheilbar, ich werde sterben. Aber wann mich der liebe Gott holen wird, hat er noch nicht entschieden!“, sagte er damals in einem Interview. Statt sich zurückzuziehen, wollte Koch anderen Mut machen und zeigen, dass auch ein schwerer Schicksalsschlag nicht das Ende von Lebensfreude bedeuten muss. Jörg Weiler verriet:

Vor drei Jahren teilte er mir dann die niederschmetternde Krebsdiagnose mit. Natürlich im ureigenen Schorsch-Sprech: „Jörg, lass uns zeitnah noch einmal ein großes Interview machen. Ich habe Bauchspeicheldrüsen-Krebs, will aber offen über meine Krankheit sprechen, um auch anderen Betroffenen und deren Angehörigen Mut zu machen. Aber beeile dich – die Ärzte haben mir gesagt, dass ich schon bald den Löffel abgeben könnte!“

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Georg Koch aus Duisburg hält den Ball während des Bundesligaspiels zwischen Bayer Leverkusen und MSV Duisburg in der BayArena am 18. Februar 2006 in Leverkusen. | Quelle: Getty Images

Georg Koch aus Duisburg hält den Ball während des Bundesligaspiels zwischen Bayer Leverkusen und MSV Duisburg in der BayArena am 18. Februar 2006 in Leverkusen. | Quelle: Getty Images

Und er fügte an: „Drei Jahre hat er gegen die Krankheit wie ein Löwe gekämpft. Immer, wenn ich ihn gefragt habe, wie es ihm geht, kam dieselbe Antwort: „Du weißt, dass ich kein Typ bin, der jemals jammern wird. Das war noch nie mein Ding. Ich bin dem lieben Gott sehr dankbar, habe im Fußball fast alles erlebt und mit den Menschen an meiner Seite bin ich sehr glücklich.“

Freunde beschreiben ihn als jemanden, der selten klagte und seinen Humor nicht verlor. Auch deshalb traf sein Tod viele Menschen im Fußball besonders hart.

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Am Mittwoch endete schließlich dieser lange Kampf. Nur einen Monat nach seinem 54. Geburtstag starb Georg Koch an den Folgen seiner Krebserkrankung.

Für Jörg Weiler bleibt vor allem die Erinnerung an das letzte Gespräch. Ein Austausch voller Alltag, Humor und Fußball – so, wie er ihn von seinem Freund kannte. Ein Gespräch, das rückblickend zu einem Abschied geworden ist.

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