Tasja weint und fleht darum, auf das WC an der Tankstelle zu dürfen: Mitarbeiter wird unhöflich

Eine 39-jährige Frau hat ihre erschütternde Erfahrung beschrieben, nachdem ihr der Zugang zur Toilette an einer Tankstelle verweigert wurde. Sie wurde von einem Angestellten beleidigt und musste zwischen zwei Autos hocken, was ihr sehr peinlich war.

Tasja Jauns war auf dem Rückweg von einem Geschäftstermin, als sie den Drang verspürte, auf die Toilette zu gehen. Die Unternehmerin konnte es kaum erwarten, wieder zu Hause zu sein und beschloss, an einer nahegelegenen “Shell”-Tankstelle am Theodor-Heuss-Platz anzuhalten, um die Toilette zu benutzen.

Frau mit Händen, die ihren Schritt halten | Quelle: Shutterstock

Frau mit Händen, die ihren Schritt halten | Quelle: Shutterstock

Zu ihrem Schock wurde die Frau von einem Tankstellenmitarbeiter harsch zurückgewiesen, dass die Toilette nur für Angestellte sei. Allerdings gab es an der Tankstelle noch ein WC, das wegen der Pandemie vorübergehend geschlossen war, aber seit dem 1. Juli wieder für Kunden geöffnet ist.

Doch Jauns bemerkte die andere Toilette nicht und rannte direkt zum Tankwart. Sie weinte und flehte darum, auf das WC zu dürfen, bevor etwas Unangenehmes passiert. “Das ist mir doch scheißegal!” soll er ihr gesagt haben. “Boa, wie peinlich bist du eigentlich, du dummes Stück?”

Traurige junge Frau, die mit der Handfläche zum Gesicht weint | Quelle: Shutterstock

Traurige junge Frau, die mit der Handfläche zum Gesicht weint | Quelle: Shutterstock

Der Unternehmerin blieb nichts anderes übrig, als sich in der Öffentlichkeit zu erleichtern. Sie musste zwischen zwei Autos hocken und fügte hinzu, dass sie sich in Grund und Boden geschämt hat. Als "Shell" von der Bild-Zeitung gebeten wurde, sich zu dem Thema zu äußern, antworteten sie:

“Dem Mitarbeiter tut es leid, die Dame abgewiesen zu haben. Er war sich nicht bewusst, dass die Toilette seit Anfang Juli wegen sinkender Corona-Inzidenzzahlen für den Kundenverkehr wieder freigegeben worden ist.” 

Es ist zwar rücksichtslos, jemandem den Toilettengang zu verweigern, der sie dringend braucht, aber es gibt keine gesetzliche Regelung. Rechtsanwalt Thomas Laske von der Verbraucherzentrale Hamburg stellt klar, dass in vielen Bereichen keine Verpflichtung besteht, eine Toilette vorzuhalten.

“Das ist moralisch fraglich, aber ein Gesetz auf Notdurft gibt es nicht,” ergänzt er.

Im vergangenen Jahr ereignete sich ein ähnlicher Vorfall in England, als einer schwangeren Frau der Zugang zur Toilette in einem Café verweigert wurde, nur weil sie ihren Kaffee mit Gutscheinen und nicht mit "richtigem Geld" bezahlte. 

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