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Die Passagiere stehen dicht gedrängt auf den Oberdecks, während die TUI Mein Schiff 1, ein Kreuzfahrtschiff von TUI Cruises, am 17. August 2023 in Lissabon den Kreuzfahrtterminal verlässt und den Tejo hinauffährt. | Quelle: Getty Images
Die Passagiere stehen dicht gedrängt auf den Oberdecks, während die TUI Mein Schiff 1, ein Kreuzfahrtschiff von TUI Cruises, am 17. August 2023 in Lissabon den Kreuzfahrtterminal verlässt und den Tejo hinauffährt. | Quelle: Getty Images

Deutsche Kreuzfahrtpassagiere sitzen auf der Kreuzfahrt „Mein Schiff 5” in Doha fest: Details

Maren Z.
02. März 2026
16:16

Was als entspannter Urlaub im Persischen Golf begann, hat sich für zahlreiche deutsche Kreuzfahrtgäste in eine Situation verwandelt, die viele eher aus Nachrichtensendungen kennen als aus einem Reiseprospekt. Die „Mein Schiff 5“ liegt derzeit im Hafen von Doha – und darf nicht auslaufen. Wegen der angespannten Sicherheitslage im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran sitzen die Passagiere fest.

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Unter ihnen: Ingrid Oellers aus Mönchengladbach. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hatte sie die Reise vom 26. Februar bis 5. März gebucht. Statt Marktbesuch und Sonnendeck erlebte das Paar am Morgen des 28. Februar eine Szenerie, die Oellers später als „gespenstisch“ beschreibt.

Nutzer kommentiert die angespannten Berichte | Quelle: Facebook/RTL Aktuell

Nutzer kommentiert die angespannten Berichte | Quelle: Facebook/RTL Aktuell

Über der Stadt kreisten Militärhubschrauber. „Mein Mann und ich wollten heute Morgen noch zum Markt im Zentrum von Doha, da sahen wir schon viele Militärhubschrauber über der Stadt kreisen. Das war schon sehr gespenstisch. Ich kam mir vor wie im Film“, schildert sie gegenüber RTL.

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Kurz darauf folgte eine offizielle Warnung. Gegen 11.30 Uhr erreichte die Passagiere eine Nachricht auf ihren Mobiltelefonen:

„Gegen 11.30 Uhr haben wir den Alarm aufs Handy bekommen, dass wir alle zurück an Bord gehen sollen“

Seitdem dürfen die Gäste das Schiff nicht mehr verlassen. Die Außendecks wurden zunächst geräumt, später war ein begrenzter Aufenthalt auf Deck 5 wieder möglich. Dennoch gilt weiterhin die Anweisung, sich von Fenstern fernzuhalten und bevorzugt in Innenräumen aufzuhalten.

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Für viele Urlauber bedeutet das: Warten. Ungewissheit. Und ein Alltag auf engem Raum.

„Hier fährt kein Schiff raus, wir werden aber auch nicht ausgeflogen und dürfen das Schiff auch nicht verlassen“, berichtet Oellers. Besonders belastend sei die Informationslage. Sie fügte an:

Symbollbild der „Mein Schiff“ | Quelle: Getty Images

Symbollbild der „Mein Schiff“ | Quelle: Getty Images

„Wir bekommen nahezu nichts gesagt, hier kommt kein Kapitän, oder wir versammeln uns auch nicht mal im Inneren des Schiffs. Wir wissen nicht, wie es weitergeht.“

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Während draußen die geopolitische Lage als „dynamisch“ beschrieben wird, versucht die Crew offenbar, an Bord Normalität aufrechtzuerhalten. Laut Oellers läuft Musik, es werde Unterhaltung geboten.

Videos, die RTL vorliegen, zeigen tanzende Gäste zu Schlagermusik. Für einige wirkt das beruhigend, für andere befremdlich – angesichts der angespannten Situation vor Ort. Oellers sagte:

Symbollbild der „Mein Schiff 4“ | Quelle: Getty Images

Symbollbild der „Mein Schiff 4“ | Quelle: Getty Images

„Hier fährt kein Schiff raus, wir werden aber auch nicht ausgeflogen und dürfen das Schiff auch nicht verlassen. Wir sollen uns von den Fenstern fernhalten.“

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Tui Cruises bestätigte auf Anfrage, dass sich die Gäste weiterhin an Bord der „Mein Schiff 5“ sowie der „Mein Schiff 4“ befinden. In einer Stellungnahme heißt es, die Sicherheit von Passagieren und Crew habe oberste Priorität.

Aufgrund der „weiterhin dynamischen Lage in der Region sowie eingeschränkter Flugverbindungen“ sei man auf Informationen der Airlines angewiesen, um mögliche Rückflüge zu organisieren. Man informiere die Gäste fortlaufend und transparent.

Symbollbild der „Mein Schiff“ | Quelle: Getty Images

Symbollbild der „Mein Schiff“ | Quelle: Getty Images

Für Angehörige in Deutschland ist die Lage schwer zu ertragen. Oellers telefonierte mit ihrer Tochter – ein Gespräch, das von Emotionen geprägt war. Die Unsicherheit, wann und wie es weitergeht, belastet beide Seiten. Die Vorstellung, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte, schwingt bei vielen mit:

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„Ich habe eben mit meiner Tochter Shanna telefoniert. Natürlich haben wir auch geweint. Denn du weißt ja nicht, wann du wieder miteinander telefonieren kannst.“

RTL berichtete über weitere Aussagen von Passagieren der „Mein Schiff 4“, in der konkret von Angriffen berichtet wurde. Das Schiff liegt aktuell im Hafen Abu Dhabis und aus der Entfernung habe man Rauch gesehen. Tanja Hallatsch sprach mit RTL und verriet das Ausmaß des Schreckens:

Symbollbild der „Mein Schiff“ | Quelle: Getty Images

Symbollbild der „Mein Schiff“ | Quelle: Getty Images

„Heute Nachmittag gab es auf einmal einen extrem lauten Knall. Zwei Minuten später kam sofort die Durchsage, dass wir uns aus den Kabinen sofort ins Innere des Schiffs begeben sollen.“

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Nach Aussage der Crew soll es sich um einen Drohnenangriff gehandelt haben.

Die Kreuzfahrt, die eigentlich Erholung bringen sollte, ist für die Betroffenen zur Geduldsprobe geworden. Noch ist unklar, wann das Schiff auslaufen darf oder ob eine Evakuierung per Flugzeug möglich wird.

Symbollbild der „Mein Schiff 4“ | Quelle: Getty Images

Symbollbild der „Mein Schiff 4“ | Quelle: Getty Images

Solange bleibt die „Mein Schiff 5“ im Hafen von Doha – mit Passagieren, die statt Sonnenuntergängen nun auf Nachrichten und Entwarnung warten.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine baldige Stabilisierung der Lage. Und die Gewissheit, dass ein Urlaub sich binnen Stunden in eine Ausnahmesituation verwandeln kann.

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