
„Das Ende einer Zeit des schmerzhaften Wartens“: Ehemann der italienischen Familienministerin nach wochenlangem Verschwinden tot aufgefunden – Details
Wochenlang gab es keine Spur von Luigi Cavallari. Der Ehemann der italienischen Familienministerin Eugenia Roccella verschwand Ende Juni während eines Bootsausflugs auf dem Lago di Vico. Trotz einer groß angelegten Suchaktion blieb der 84-Jährige zunächst unauffindbar. Nun herrscht traurige Gewissheit.
Mehr als fünf Wochen lang suchten Einsatzkräfte nach Luigi Cavallari. Der Ehemann der italienischen Familienministerin Eugenia Roccella war am 27. Juni während eines gemeinsamen Bootsausflugs auf dem Lago di Vico in der Provinz Viterbo nördlich von Rom verschwunden.
Nach Angaben italienischer Medien war Cavallari von einem gemieteten Boot aus ins Wasser gesprungen. Zunächst sei er noch einmal an die Wasseroberfläche gekommen und habe über Unwohlsein geklagt. Kurz darauf verschwand der 84-Jährige jedoch. Seit diesem Moment fehlte von ihm jede Spur.
Aufwendige Suche über Wochen
Die Suche nach dem Vermissten lief über Wochen hinweg auf Hochtouren. Nach Angaben der Behörden wurde der Einsatz während der gesamten Zeit nicht unterbrochen. Koordiniert wurde die Suchaktion von der Präfektur Viterbo.
Beteiligt waren unter anderem Taucher der Feuerwehr aus verschiedenen Regionen Italiens, Spezialkräfte der Wasserrettung aus Viterbo, Jetskis, Drohnen sowie die Spezialeinheit TASS, die mit geografischen Daten und Kartierung arbeitet. Zusätzlich kamen Sonartechnik und Unterwasserroboter zum Einsatz.
Die Bedingungen auf dem Lago di Vico galten als besonders schwierig. Bereits wenige Meter unter der Wasseroberfläche sei die Sicht nahezu vollständig verschwunden, weshalb der Einsatz für die Suchkräfte eine große Herausforderung darstellte.
Leiche in 18 Metern Tiefe entdeckt
Nun fanden Spezialtaucher der italienischen Staatspolizei den Vermissten. Sein Leichnam wurde in einer Tiefe von 18 Metern geborgen.
Nach Angaben verschiedener Medien lag der Tote rund einen Kilometer von der Stelle entfernt, an der Luigi Cavallari am 27. Juni ins Wasser gesprungen war.
Italienische Medien sprechen von einem tragischen Todesfall. Nach einem Bericht der Zeitung La Repubblica könnte ein Kälteschock bei dem Geschehen eine Rolle gespielt haben. Offizielle Angaben zur Todesursache liegen bislang jedoch nicht vor.
Bewegende Worte der Familienministerin
Nach dem Fund ihres Mannes äußerte sich Eugenia Roccella erstmals öffentlich. Die 72-jährige Ministerin erklärte, mit dem Fund ihres Mannes gehe „eine Zeit des schmerzhaften Wartens“ zu Ende. Gleichzeitig bedankte sie sich bei den zahlreichen Menschen, die sie in den vergangenen Wochen unterstützt hatten. Außerdem sprach sie allen Einsatzkräften ihren Dank für die Suche nach „meinem geliebten Luigi“ aus.
In ihrer Erklärung machte sie deutlich, dass der Fund ihres Mannes den Schmerz über den Verlust zwar nicht lindere. Zugleich gebe er ihr, ihren Kindern, der Familie sowie allen Menschen, die Luigi Cavallari gekannt und geliebt hätten, die Möglichkeit eines würdevollen Abschieds.
Mehr als 50 Jahre verheiratet
Luigi Cavallari und Eugenia Roccella waren seit mehr als 50 Jahren verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Söhne.
Roccella gehört der Partei Fratelli d'Italia von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni an und ist in Italien Ministerin für Familie, Geburten und Chancengleichheit. Mit ihren konservativen Positionen unter anderem zur Familienpolitik, gleichgeschlechtlichen Ehen und zum Thema Schwangerschaftsabbruch sorgt sie seit Jahren regelmäßig für öffentliche Debatten.
Für die Politikerin steht nun jedoch zunächst die Trauer um ihren langjährigen Ehemann im Vordergrund. Nach mehr als fünf Wochen voller Hoffnung und Ungewissheit brachte der Fund von Luigi Cavallari zwar Gewissheit – zugleich markiert er für seine Familie den endgültigen Abschied von einem Menschen, der sie über Jahrzehnte begleitet hatte.