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Vor einer Jugendeinrichtung stehen Polizeieinsatzfahrzeuge | Quelle: Getty Images
Vor einer Jugendeinrichtung stehen Polizeieinsatzfahrzeuge | Quelle: Getty Images

„Zutiefst schockiert": Sechs Tote nach einem Angriff auf eine Mutter-Kind-Einrichtung in Stade

Edita Mesic
30. Juni 2026
11:49

An einem Ort, der jungen Müttern und ihren Kindern Schutz bieten soll, spielte sich eine Tat ab, die ganz Deutschland erschüttert. Sechs Menschen verloren ihr Leben – und die Hintergründe machen den Fall umso erschütternder.

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In der niedersächsischen Stadt Stade sind in einer Jugendhilfe- und Mutter-Kind-Einrichtung sechs Menschen erschossen worden. Bei den Todesopfern handelt es sich um vier Frauen und zwei Männer.

Polizei und Rettungskräfte sind am Tatort im Einsatz, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, mehrere Menschen ums Leben kamen. Eine Person sei festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher mit, der jedoch keine genauen Angaben zur Zahl der Todesopfer oder weitere Details nannte. Der lokale öffentlich-rechtliche Sender NDR und die Boulevardzeitung „Bild“ gaben die Zahl der Todesopfer mit fünf an. | Quelle: Getty Images

Polizei und Rettungskräfte sind am Tatort im Einsatz, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, mehrere Menschen ums Leben kamen. Eine Person sei festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher mit, der jedoch keine genauen Angaben zur Zahl der Todesopfer oder weitere Details nannte. Der lokale öffentlich-rechtliche Sender NDR und die Boulevardzeitung „Bild“ gaben die Zahl der Todesopfer mit fünf an. | Quelle: Getty Images

Alle sechs waren nach Angaben der Polizei Mitarbeitende der Einrichtung beziehungsweise des Jugendamts. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses blieben unverletzt und wurden an anderer Stelle sicher untergebracht.

Bei der Einrichtung handelt es sich um das Kinder- und Jugendhaus Stade, das in einer ruhigen Wohngegend liegt. Nach eigenen Angaben bietet es voll- und teilbetreute Wohngruppen für junge Mütter mit ihren Kindern an – einen geschützten Lebensort auf Zeit für werdende Mütter und junge Frauen mit Kind.

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Polizei und Rettungskräfte sind am Tatort im Einsatz, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen ums Leben kamen. | Quelle: Getty Images

Polizei und Rettungskräfte sind am Tatort im Einsatz, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen ums Leben kamen. | Quelle: Getty Images

Betrieben wird die Unterkunft von einem privaten Träger, genutzt wird sie unter anderem vom Jugendamt Hannover. Gerade dieser Charakter als Schutzraum macht die Gewalttat für viele Menschen besonders schwer begreiflich.

Gegen 12 Uhr mittags gingen mehrere Notrufe in der Leitstelle ein. Weil sich eine Wache in der Nähe befand, waren die Einsatzkräfte rasch vor Ort – und fanden ein Bild des Grauens vor.

Polizei und Rettungskräfte sind am Tatort im Einsatz, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen ums Leben kamen. | Quelle: Getty Images

Polizei und Rettungskräfte sind am Tatort im Einsatz, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen ums Leben kamen. | Quelle: Getty Images

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Vier Menschen waren bereits tot. Eine weitere Person starb trotz Reanimationsversuchen noch vor dem Haus, eine sechste erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Lüneburgs Polizeipräsidentin Kathrin Schuol sprach von einem „grausamen Bild".

29. Juni 2026, Niedersachsen, Stade: Vor einem Gebäude einer Jugendeinrichtung sind Spuren der Spurensicherung zu sehen. | Quelle: Getty Images

29. Juni 2026, Niedersachsen, Stade: Vor einem Gebäude einer Jugendeinrichtung sind Spuren der Spurensicherung zu sehen. | Quelle: Getty Images

Am Tag der Tat war zunächst von mehreren, teils Schwerverletzten die Rede gewesen. Am Folgetag stellte eine Polizeisprecherin klar, dass es sich dabei um zwei der insgesamt sechs Opfer handelte, die später ihren Verletzungen erlagen. Weitere Verletzte gab es demnach nicht.

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Der mutmaßliche Täter konnte schnell gefasst werden – doch zunächst floh er.

Polizei und Rettungskräfte sind am Tatort im Einsatz, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen ums Leben kamen. | Quelle: Getty Images

Polizei und Rettungskräfte sind am Tatort im Einsatz, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen ums Leben kamen. | Quelle: Getty Images

Laut Polizei handelt es sich um einen 45-jährigen Mann aus dem Raum Hannover, der in Deutschland geboren wurde und türkische Wurzeln hat.

Er war zuvor polizeilich bereits in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Bedrohung.

29. Juni 2026, Niedersachsen, Stade: Hinter einem Fenster ist ein Schild mit der Aufschrift „Die Familie verbindet uns!“ zu sehen. In der Einrichtung wurden mehrere Menschen durch Schüsse getötet. | Quelle: Getty Images

29. Juni 2026, Niedersachsen, Stade: Hinter einem Fenster ist ein Schild mit der Aufschrift „Die Familie verbindet uns!“ zu sehen. In der Einrichtung wurden mehrere Menschen durch Schüsse getötet. | Quelle: Getty Images

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Nach der Tat flüchtete er in einem Auto, das von einer 65-jährigen Frau gesteuert wurde, die nach ersten Erkenntnissen aus seinem erweiterten Familien- oder Bekanntenkreis stammt.

Die Polizei stoppte das Fluchtfahrzeug schließlich mit gezielten Schüssen auf die Reifen und nahm beide Insassen fest.

Polizisten und Mitglieder eines Kriseninterventionsteams sprechen am 29. Juni 2026 mit Menschen in der Nähe des Tatorts, an dem bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen getötet wurden. | Quelle: Getty Images

Polizisten und Mitglieder eines Kriseninterventionsteams sprechen am 29. Juni 2026 mit Menschen in der Nähe des Tatorts, an dem bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen getötet wurden. | Quelle: Getty Images

Ein von BILD veröffentlichtes Video dokumentiert diesen dramatischen Moment der Festnahme. Auf dem Video ist zu sehen, wie Einsatzkräfte am Straßenrand das Fahrzeug stoppen und sich der Polizeieinsatz vor Ort zuspitzt.

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Bei dem Mann wurde eine Waffe sichergestellt. Aus ermittlungstaktischen Gründen machte die Polizei zunächst keine Angaben dazu, um welche Art Waffe es sich handelte. Eine Erlaubnis zum Tragen einer Waffe besaß der Tatverdächtige nicht.

Im Zentrum der Ermittlungen steht das mutmaßliche Motiv – und das verweist in den privaten Bereich.

Ein Kriminaltechniker mit einer Kamera ist am 29. Juni 2026 in der Nähe des Tatorts tätig, an dem bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen ums Leben kamen. | Quelle: Getty Images

Ein Kriminaltechniker mit einer Kamera ist am 29. Juni 2026 in der Nähe des Tatorts tätig, an dem bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen ums Leben kamen. | Quelle: Getty Images

Hintergrund der Tat war nach Angaben der Ermittler offenbar ein Sorgerechtsstreit. Es ging um die drei Monate alte Tochter des Beschuldigten.

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Das Kind war zuvor aus der Familie genommen worden. Unter Auflagen durfte es zurück zur Mutter – allerdings nicht an deren Wohnort in Hannover, sondern in die Einrichtung in Stade.

30. Juni 2026, Niedersachsen, Stade: Ein Polizeiauto steht in der Nähe eines Gebäudes, in dem sich eine Jugendeinrichtung befindet. | Quelle: Getty Images

30. Juni 2026, Niedersachsen, Stade: Ein Polizeiauto steht in der Nähe eines Gebäudes, in dem sich eine Jugendeinrichtung befindet. | Quelle: Getty Images

Weil der Vater als auffällig galt, sollte ein Gespräch über die Situation in großer Runde stattfinden. Nach Informationen mehrerer Medien handelte es sich dabei um ein sogenanntes Hilfeplangespräch.

Genau zu diesem Termin waren viele der späteren Opfer zusammengekommen. Mutter und Baby blieben bei der Tat unverletzt.

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Polizisten sprechen mit Mitgliedern eines Kriseninterventionsteams in der Nähe des Tatorts, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen getötet wurden. | Quelle: Getty Images

Polizisten sprechen mit Mitgliedern eines Kriseninterventionsteams in der Nähe des Tatorts, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen getötet wurden. | Quelle: Getty Images

Bei dem Termin soll der 45-Jährige eine Waffe gezogen und die Anwesenden erschossen haben. Durch die schnelle Festnahme habe für die übrige Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, betonte die Polizei.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens sprach von einer „kaltblütigen Gewalttat", die Spuren hinterlassen werde. Die Tat habe keine politischen oder wirtschaftlichen Hintergründe, betonte sie, dahinter stünden vielmehr familiäre Motive. Sie bezeichnete den Fall als singulär.

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Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus.

30. Juni 2026, Niedersachsen, Stade: Vor einem Gebäude einer Jugendeinrichtung wurden Blumen und Kerzen niedergelegt. Bei einer Schießerei in der Einrichtung kamen gestern mehrere Menschen ums Leben. | Quelle: Getty Images

30. Juni 2026, Niedersachsen, Stade: Vor einem Gebäude einer Jugendeinrichtung wurden Blumen und Kerzen niedergelegt. Bei einer Schießerei in der Einrichtung kamen gestern mehrere Menschen ums Leben. | Quelle: Getty Images

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich erschüttert. „Ich bin zutiefst schockiert über das Ausmaß der Gewalt an einem Ort, der Schutz bieten soll", erklärte er.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sein Mitgefühl. Die Nachricht aus Stade erschüttere bis ins Mark, schrieb er – viele Menschen, die helfen und schützen wollten, hätten ihr Leben verloren. Er dankte den Einsatzkräften für ihren schnellen Einsatz.

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Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark." - Bundeskanzler Friedrich Merz

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies nannte das Geschehen erschütternd und mahnte zugleich, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Es sei die Zeit für Trauer, Anteilnahme und sachliche Ermittlungsarbeit – nicht für Spekulationen und Verunsicherung.

Man sei in Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und allen, die das furchtbare Geschehen miterleben mussten, erklärte Lies. Den Verletzten wünsche man eine möglichst schnelle und vollständige Genesung.

Die Polizei richtete unterdessen ein Online-Hinweisportal ein und bat Zeugen, Fotos und Videos zu der Tat dort einzureichen. Die Spurensicherung am Tatort gestaltete sich nach Angaben der Ermittler aufwendig und detailliert.

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Die Ermittlungen dauern an. Über den Mann war zunächst kein Haftbefehl erlassen worden, dies hänge von den weiteren Ergebnissen ab. Die Identifizierung der Opfer war ebenfalls noch nicht abgeschlossen, die Polizei bat um die Wahrung der Privatsphäre der betroffenen Familien.

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Auch die Rolle der 65-jährigen Fahrerin ist Teil der Ermittlungen. Sie wurde in Gewahrsam genommen und sollte vernommen werden. Die junge Mutter kam zunächst ebenfalls in Gewahrsam, das Baby in die Obhut des Jugendamts.

Für die Stadt Stade und das gesamte Bundesland bleibt eine Tat, die noch lange nachwirken wird – an einem Ort, der eigentlich Geborgenheit bieten sollte.

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