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Feuerwehrleute gedenken den Opfern des Crans-Montana-Unglücks | Quelle: Getty Images
Feuerwehrleute gedenken den Opfern des Crans-Montana-Unglücks | Quelle: Getty Images

Vater von Crans-Montana-Brandopfer erhält vom Krankenhaus erschreckende E-Mail bezüglich seines Sohnes

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28. Apr. 2026
20:20

Monate nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana kämpfen viele Betroffene noch immer mit den Folgen. Für einige Familien endet das Leid nicht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus. Eine E-Mail aus der Schweiz sorgt nun erneut für Entsetzen – und wirft unbequeme Fragen auf.

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In der Silvesternacht verwandelte sich die Bar „Le Constellation“ im Schweizer Skiort Crans-Montana in eine tödliche Falle. Ein Feuer, ausgelöst durch Sprühfontänen auf Champagnerflaschen, breitete sich binnen Sekunden aus und erfasste den Raum. 41 Menschen verloren dabei ihr Leben, mehr als 100 wurden teils schwer verletzt.

Ein als Gedenkstätte für das Feuer errichtetes Zelt nahe der Chapelle Saint-Christophe in Crans-Montana | Quelle: Getty Images

Ein als Gedenkstätte für das Feuer errichtetes Zelt nahe der Chapelle Saint-Christophe in Crans-Montana | Quelle: Getty Images

Auch Monate nach dem Unglück sind die Folgen spürbar. Viele Überlebende kämpfen nicht nur mit körperlichen Verletzungen, sondern auch mit den psychischen Nachwirkungen der Katastrophe. Für einige wird dieser Einschnitt ihr Leben wohl dauerhaft prägen.

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Zu den Verletzten gehört der 16-jährige Manfredi aus Italien. Er erlitt schwere Verbrennungen und musste sich seitdem einer langen Reihe medizinischer Eingriffe unterziehen. Insgesamt wurde er bereits achtmal operiert, zuletzt erst vor wenigen Tagen.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Unmittelbar nach dem Brand wurde der Jugendliche zunächst in ein Krankenhaus in Sitten im Kanton Wallis gebracht. Dort stabilisierten ihn Ärzte innerhalb von etwa 15 Stunden, bevor er in eine Spezialklinik nach Mailand verlegt wurde, wo seine weitere Behandlung stattfand.

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Heute ist Manfredi nicht mehr dauerhaft im Krankenhaus, doch sein Alltag ist weiterhin von den Folgen des Unglücks geprägt. Die medizinische Betreuung ist noch lange nicht abgeschlossen, und jeder weitere Eingriff bedeutet neue Belastungen für ihn und seine Familie.

Die Menschen gedenken den Opfern, 9. Januar 2026, Crans-Montana, Schweiz | Quelle: Getty Images

Die Menschen gedenken den Opfern, 9. Januar 2026, Crans-Montana, Schweiz | Quelle: Getty Images

Als sein Vater eine E-Mail aus der Schweiz erhielt, ging er davon aus, darin die Krankenakte seines Sohnes zu finden, doch der tatsächliche Inhalt traf ihn völlig unvorbereitet.

„Stattdessen war da eine Rechnung über fast 67.000 Franken“, berichtet der Vater. Für die Familie ein Schock, zumal die Behandlung in Sitten nur wenige Stunden angedauert hatte.

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Symbolbild | Quelle: Getty Images

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„Es gab nicht einmal ein Begleitschreiben.“

Die Höhe der Summe sorgt bei ihm für großes Unverständnis. „Da wurde mir diese Summe präsentiert, die in keinem Verhältnis zu dem stand“, erklärt er. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, wie ein so kurzer Aufenthalt derart hohe Kosten verursachen kann.

Besonders irritierend empfindet er die Art der Kommunikation. „Es gab nicht einmal ein Begleitschreiben“, sagt er. Die nüchterne Zustellung ohne weitere Erklärung wühlt ihn verständlicherweise zusätzlich auf.

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Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Dabei ist die Lage komplexer, als es zunächst wirkt. Nach Angaben der zuständigen Behörden handelt es sich bei solchen Schreiben teilweise um Rechnungskopien, die zur Information an die Familien weitergeleitet werden. Welche Kosten übernommen werden, klären Versicherungen und zuständige Verbindungsstellen.

Für Betroffene wie Manfredis Familie bleibt diese Unterscheidung jedoch schwer greifbar. Hinzu kommt, dass eine zugesagte finanzielle Soforthilfe bislang nicht bei ihnen angekommen ist. Gerade angesichts der anhaltenden medizinischen Behandlungen hätte diese Unterstützung eine wichtige Entlastung darstellen können.

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Symbolbild | Quelle: Getty Images

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„Ich hoffe, ich irre mich, aber ...“

Der Vater äußert zudem einen schwerwiegenden Verdacht: „Ich habe das schreckliche Gefühl, dass sie enorme Kosten in Rechnung gestellt haben, um sie dann von Italien einzufordern. Ich hoffe, ich irre mich, aber die Zahlen, die da stehen, ergeben keinen Sinn.“ Seine Worte zeigen, wie tief der Schock über das Schreiben sitzt.

Gleichzeitig versucht er, den Blick auf das Wesentliche zu richten: die Genesung seines Sohnes. Trotz aller Rückschläge verliert er dabei nicht den Mut. „Aber er ist stark. Und er hat Lebenslust“, sagt er über Manfredi.

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Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Die Diskussion um diese Art der Kommunikation sorgt auch über den Einzelfall hinaus für Reaktionen. In Italien lösten weitere vergleichbare Rechnungsbeträge Verunsicherung und Empörung aus, während Schweizer Behörden betonen, dass betroffene Patienten nicht selbst für die Behandlungskosten aufkommen müssten.

Auch in der Öffentlichkeit gehen die Meinungen auseinander. Ein Kommentar bringt eine verbreitete Sichtweise auf den Punkt:

Ein Nutzerkommentar | Quelle: facebook.com/bild

Ein Nutzerkommentar | Quelle: facebook.com/bild

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Solche Stimmen verweisen darauf, dass medizinische Versorgung – insbesondere bei schweren Verbrennungen – mit erheblichem personellen und technischen Aufwand verbunden ist.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Gleichzeitig zeigt dieser Standpunkt aber auch, wie schwierig die Abwägung ist. Für Betroffene wirkt eine solche Summe schnell wie eine zusätzliche Belastung in einer ohnehin schwer erträglichen Situation.

Die Tragödie von Crans-Montana hat tiefe Spuren hinterlassen – nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen, sondern auch im Verhältnis zwischen Ländern und Institutionen. Noch immer beschäftigen Ermittlungen, Zuständigkeitsfragen und finanzielle Aspekte die Behörden.

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Am Ort des Unglücks niedergelegte Blumen, 28. Januar 2026, Crans-Montana, Schweiz | Quelle: Getty Images

Am Ort des Unglücks niedergelegte Blumen, 28. Januar 2026, Crans-Montana, Schweiz | Quelle: Getty Images

Fest steht: In der Silvesternacht starben insgesamt 41 Menschen bei dem Brand, 115 wurden verletzt, einige davon schwer. Unter den Opfern befanden sich auch mehrere Italiener, sowohl unter den Toten als auch unter den Verletzten.

Für drei Verletzte lagen die Behandlungskosten laut Angaben zwischen 17.000 und 66.800 Franken. Diese Summen sorgten bei vielen Betroffenen für große Unsicherheit und führten insbesondere in Italien zu deutlicher Empörung.

Für Familien wie die von Manfredi bleibt die Hoffnung, dass sich neben der medizinischen auch die organisatorische und finanzielle Situation klärt. Denn nach allem, was sie bereits durchlebt haben, wünschen sie sich vermutlich vor allem eines: endlich ein Stück Normalität zurückzugewinnen.

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