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Polizeiabsperrung | Quelle: Getty Images
Polizeiabsperrung | Quelle: Getty Images

Drei Tote nach mutmaßlicher Gasexplosion, die zum Einsturz eines Wohnhauses in Görlitz führte: Details

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22. Mai 2026
15:21

In der sächsischen Stadt Görlitz hat sich eine schwere Tragödie ereignet: Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses wurden inzwischen drei tote Menschen aus den Trümmern geborgen. Die Rettungskräfte hatten stundenlang nach Vermissten gesucht und bis zuletzt gehofft, noch Überlebende zu finden.

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Der Einsturz ereignete sich am Montag gegen 17.30 Uhr in der James-von-Moltke-Straße in Görlitz. Laut Polizei brach das Gebäude plötzlich zusammen. Bei dem Haus handelte es sich um ein Wohngebäude mit Miet- und Ferienwohnungen.

Unmittelbar nach dem Einsturz rückten Feuerwehr, Polizei, THW und Rettungskräfte zum Unglücksort aus. Auch Spürhunde kamen bei der Suche nach Vermissten zum Einsatz. Die umliegenden Gebäude wurden vorsorglich evakuiert und das Gebiet weiträumig abgesperrt.

Die Trümmer des eingestürzten Hauses in Görlitz, Sachsen am 22. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Die Trümmer des eingestürzten Hauses in Görlitz, Sachsen am 22. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Langwierige Suche nach Vermissten

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Zunächst war unklar, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Einsturzes noch im Gebäude befanden. Zeitweise galten mehrere Personen als vermisst.

Am Dienstagmorgen gab Polizeisprecherin Anja Leuschner bekannt, dass zwei vermisste Urlauber telefonisch erreicht werden konnten. Die beiden befanden sich demnach noch auf der Anreise und waren nicht im Haus eingeschlossen. Die Suche nach den übrigen Vermissten lief jedoch weiter.

Feuerwehrleute arbeiten sich am 21. Mai 2026 durch die Trümmer eines eingestürzten Hauses in Görlitz | Quelle: Getty Images

Feuerwehrleute arbeiten sich am 21. Mai 2026 durch die Trümmer eines eingestürzten Hauses in Görlitz | Quelle: Getty Images

Wegen des weiterhin austretenden Gases und der Gefahr weiterer Einstürze mussten die Einsatzkräfte äußerst vorsichtig vorgehen. Teile der Trümmer wurden laut Behörden sogar per Hand entfernt.

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Im Laufe der Rettungsarbeiten bestätigten die Behörden dann die ersten Todesopfer. Zunächst wurde die Leiche einer vermissten 25-jährigen rumänischen Urlauberin geborgen. Später fanden Einsatzkräfte außerdem die Leiche einer 26-jährigen rumänischen Frau im vorderen Teil des eingestürzten Gebäudes.

Wenig später wurde schließlich auch ein drittes Todesopfer entdeckt. Laut Polizei handelt es sich dabei um einen Mann. Mit dem Fund der dritten Leiche endete die Hoffnung auf ein mögliches Wunder.

Ehemann suchte nach seiner Frau

Besonders emotional waren Szenen, die während des Einsatzes öffentlich wurden. In einem Video sprach ein Mann verzweifelt über seine 25-jährige Ehefrau, die sich noch in dem eingestürzten Gebäude befand. Während Rettungskräfte weiter nach Verschütteten suchten, wartete der Mann auf Informationen über das Schicksal seiner Frau.

Aufnahme vom Unglücksort am 20. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Aufnahme vom Unglücksort am 20. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

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„Ich war eine Minute raus aus dem Haus, danach habe ich eine Explosion gehört. Ich bin heute für einen Drei-Tage-Urlaub angekommen mit meiner Frau und mit meiner Cousine. Ich habe eine Wohnung gebucht für drei Tage. Ich möchte, dass meine Frau noch am Leben ist. Sie ist noch jung, 25 Jahre alt. Ich bin mit meiner Frau seit 10 Jahren zusammen.“, äußerte sich der sichtlich betroffene Ehemann in dem Video, das auf Facebook zu sehen ist.

Hinweise auf Gasexplosion

Die genaue Ursache des Einsturzes ist bislang noch nicht abschließend geklärt. Nach Angaben der Behörden deutet jedoch vieles auf eine Gasexplosion hin.

Oberbürgermeister Octavian Ursu erklärte laut Berichten: „Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus.“

Bürgermeister Octavian Ursu (links) und Tobias Sprunk, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidienststelle Görlitz, gehen am eingestürzten Wohnhaus vorbei | Quelle: Getty Images

Bürgermeister Octavian Ursu (links) und Tobias Sprunk, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidienststelle Görlitz, gehen am eingestürzten Wohnhaus vorbei | Quelle: Getty Images

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Mehrere Stunden nach dem Einsturz wurde nach Polizeiangaben außerdem ein Gasleck gefunden, was den Verdacht zusätzlich verstärkte.

Die anhaltende Gefahr erschwerte die Rettungsarbeiten erheblich. Einsatzkräfte mussten sich vorsichtig durch die instabilen Trümmer bewegen, da weitere Hohlräume einstürzen konnten. Für den Einsatz wurden unter anderem Bagger, Kräne und Radlader eingesetzt, um die Trümmer des Gebäudes zu beseitigen. Gleichzeitig arbeiteten Rettungskräfte immer wieder auch ohne schweres Gerät weiter, um mögliche Verschüttete nicht zusätzlich zu gefährden.

Laut THW war der Einsatz körperlich extrem belastend. Durch den starken Staub mussten die Helfer dauerhaft Schutzmasken tragen.

Eine Person macht ein Foto auf einem Trümmerhaufen, während die Rettungskräfte nach dem Einsturz eines Hauses weiterhin Trümmer beseitigen | Quelle: Getty Images

Eine Person macht ein Foto auf einem Trümmerhaufen, während die Rettungskräfte nach dem Einsturz eines Hauses weiterhin Trümmer beseitigen | Quelle: Getty Images

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Görlitz unter Schock

Der Einsturz erschüttert die Menschen in Görlitz weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die östlichste Stadt Deutschlands liegt direkt an der polnischen Grenze und ist unter anderem für ihre historische Altstadt bekannt. Das eingestürzte Gründerzeithaus befand sich in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs.

Die Ermittlungen zur genauen Ursache dauern weiterhin an. Ebenso wird noch untersucht, ob die Opfer direkt durch den Einsturz ums Leben kamen. Die Ergebnisse der Rechtsmedizin werden bis Dienstag oder Mittwoch erwartet.

Die Trümmer des eingestürzten Hauses am 22. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Die Trümmer des eingestürzten Hauses am 22. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

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Trümmer des in Görlitz eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

Trümmer des in Görlitz eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

Drohnenaufnahme des eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

Drohnenaufnahme des eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

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Feuerwehrleute arbeiten sich am 21. Mai 2026 durch die Trümmer des eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

Feuerwehrleute arbeiten sich am 21. Mai 2026 durch die Trümmer des eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

Kräne arbeiten sich am 21. Mai 2026 durch die Trümmer des eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

Kräne arbeiten sich am 21. Mai 2026 durch die Trümmer des eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

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Ein Mann hält einen Regenschirm vor dem Geschehen | Quelle: Getty Images

Ein Mann hält einen Regenschirm vor dem Geschehen | Quelle: Getty Images

Seelsorger in der Nähe des eingestürzten Gebäudes am 20. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Seelsorger in der Nähe des eingestürzten Gebäudes am 20. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

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Rettungskräfte sind mit schwerem Gerät am Einsatzort | Quelle: Getty Images

Rettungskräfte sind mit schwerem Gerät am Einsatzort | Quelle: Getty Images

Octavian Ursu, Oberbürgermeister von Görlitz, spricht mit Angehörigen in der Nähe des eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

Octavian Ursu, Oberbürgermeister von Görlitz, spricht mit Angehörigen in der Nähe des eingestürzten Hauses | Quelle: Getty Images

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Ein Kran entfernt die Trümmer des eingestürzten Hauses am 19. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Ein Kran entfernt die Trümmer des eingestürzten Hauses am 19. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Mitarbeiter eines Bauunternehmens schneiden ein Loch in den Asphalt, um später die Hauptgasleitung abzuklemmen | Quelle: Getty Images

Mitarbeiter eines Bauunternehmens schneiden ein Loch in den Asphalt, um später die Hauptgasleitung abzuklemmen | Quelle: Getty Images

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Eine Polizeisperre sichert den Einsatzort am 19. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Eine Polizeisperre sichert den Einsatzort am 19. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Die Rückseite des eingestürzten Hauses in Görlitz am 19. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

Die Rückseite des eingestürzten Hauses in Görlitz am 19. Mai 2026 | Quelle: Getty Images

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