
„Bitte hör damit auf!“: Investoren von „Die Höhle der Löwen“ schockiert, nachdem ein Teilnehmer ihnen geschmolzene Butter angeboten hatte
Bei „Die Höhle der Löwen“ reicht manchmal schon eine Minute, um Neugier zu wecken, Hoffnungen zu entfachen und einen ersten kleinen Triumph zu feiern. Doch genauso schnell kann sich ein vermeintlich starker Auftritt in eine bittere Enttäuschung verwandeln – besonders dann, wenn die Idee hinter dem Pitch am Ende weit weniger überzeugt als der erste Eindruck.
Genau das passierte in der aktuellen Ausgabe der Gründershow einem Teilnehmer, der mit einer Erfindung rund um ein alltägliches Frühstücksproblem in die Sendung kam. Was zunächst nach einem Produkt mit Massenmarkt-Potenzial klang, löste bei den Investoren am Ende vor allem Ratlosigkeit, Frust und ungewöhnlich harte Kritik aus.
Im sogenannten Battle-Pitch trat Daniel Muntean mit seinem „Butterboard“ gegen Christian Nowak und dessen „Brot Stöcki“ an. Beide Gründer hatten nur 60 Sekunden Zeit, um die Löwen von ihrer Idee zu überzeugen. Während Christians Produkt für Aufback-Stockbrot eher nach Nische klang, wirkte Daniels Idee auf den ersten Blick alltagstauglicher – schließlich geht es bei Butter um ein Problem, das viele vom Frühstückstisch kennen.
Die Investoren entschieden deshalb eindeutig. Mit einer 5:0-Mehrheit bekam Daniel die Chance, sein Produkt ausführlich vorzustellen, während sein Konkurrent das Studio enttäuscht und mit Tränen in den Augen verlassen musste. Doch genau diese Entscheidung sollte die Löwen schon kurz darauf bereuen.
Daniel wollte 30.000 Euro für 15 Prozent seiner Firmenanteile. Seine Erfindung: zwei Wärmetausch-Plättchen, zwischen die dünn geschnittene Butterstücke gelegt werden, damit kalte Butter aus dem Kühlschrank schneller streichzart wird. Auf dem Papier klang das noch nach cleverer Küchenhilfe, zumal Frank Thelen anfangs immerhin anmerkte, darin stecke „wenigstens ein bisschen Physik“.
Doch je genauer die Investoren sich mit dem „Butterboard“ beschäftigten, desto größer wurde die Ernüchterung. Denn um die Butter weich zu bekommen, muss sie zunächst in dünne Scheiben geschnitten, dann zwischen die Platten geklemmt und anschließend weiterverarbeitet werden. Statt einfacher Frühstückshilfe wirkte das Produkt plötzlich wie eine umständliche Zusatzaufgabe für Menschen, die eigentlich nur ihr Brot bestreichen wollen.
Besonders deutlich wurde Janna Ensthaler, die dem Produkt sehr schnell kaum noch etwas abgewinnen konnte. Nach einigem Ausprobieren platzte es aus ihr heraus: „Absoluter Quatsch“. Sie störte sich vor allem daran, dass das Ganze mehr Fummelei als Erleichterung sei und man sich am Ende mit Butterresten, Schmiererei und unnötigen Zwischenschritten herumschlagen müsse.
Noch schärfer war ihr Urteil, als sie einräumte: „Ich bereue fast unsere Entscheidung.“ Damit sprach sie wohl aus, was in diesem Moment mehrere Löwen dachten. Schließlich hatten sie sich im Battle klar für Daniel entschieden – und mussten nun mit ansehen, wie aus dem vermeintlich besseren Pitch ein Produkt wurde, das kaum jemand aus der Runde tatsächlich benutzen wollte.
Auch Gast-Investor Christian Miele zeigte sich wenig begeistert und machte deutlich, dass ihn das Konzept nicht überzeugte. Die anfängliche Offenheit wich immer stärker dem Eindruck, dass hier ein Produkt präsentiert wurde, das zwar technisch funktioniert, aber im Alltag kaum relevant ist.
Judith Williams konnte dem „Butterboard“ noch am ehesten etwas Positives abgewinnen. Sie verwies darauf, dass die Butter nach dem Test tatsächlich weich geworden sei und damit zumindest der Grundeffekt funktioniere. Doch selbst dieser Moment reichte nicht aus, um die grundsätzlichen Zweifel an Handhabung, Nutzen und Marktfähigkeit auszuräumen.
Dann kamen die Zahlen – und mit ihnen der endgültige Stimmungsumschwung. Daniel gab offen zu, bislang noch nichts verkauft zu haben. Dazu kam ein Verkaufspreis von 19,99 Euro bei Herstellungskosten von sieben Euro, was die Begeisterung in der Runde endgültig abkühlen ließ.
Vor allem Frank Thelen fand daraufhin ungewöhnlich klare Worte. „Du bist wirklich komplett falsch abgebogen“, sagte er zu Daniel. Und dann folgte der Satz, der den Pitch endgültig zerlegte: „Meine Empfehlung ist, das sofort einzustellen.“ Direkt danach legte er noch nach: „Bitte hör damit auf!“
Solch offene und harte Kritik ist selbst bei „Die Höhle der Löwen“ nicht alltäglich. Gerade weil Daniels Produkt zunächst das Battle gewonnen hatte, wirkte der Absturz umso heftiger. Aus dem Sieger des direkten Duells wurde ein Gründer, der ohne Deal, mit langen Gesichtern und einem vernichtenden Fazit aus der Show gehen musste.
Am Ende zeigte dieser Pitch vor allem eins: Eine gute Idee auf den ersten Blick reicht nicht, wenn die praktische Anwendung nicht überzeugt. Das „Butterboard“ mag harte Butter weich machen – die Investoren konnte es jedoch nicht schmelzen. Statt eines Investments gab es nur Absagen, Frust und die Erkenntnis, dass die Löwen sich dieses Mal wohl gründlich verzockt hatten.
Wie bereits berichtet:
In einer aktuellen Folge von „Die Höhle der Löwen“ sorgt ein ungewöhnlicher Gast für Aufsehen – und damit ist nicht nur seine Erfindung gemeint, sondern vor allem seine Person. Der 98-jährige Heinz Schlechtingen betritt das Studio – und begeistert die Investoren auf Anhieb.
Mit sich sichernden Schritten kommt Schlechtingen durch den metallenen Durchgang, als er bewusst seinen Gehstock fallen lässt. Entsetzen bei den Löwen, bis Tech-Investor Frank Thelen innehält – „Ladys first“, murmelt er etwas verwirrt.
Statt seinen Stock aufzuheben, greift Investorin Janna Ensthaler blitzschnell zu. Thelen entschuldigt sich später: „Wir dachten, das wäre die Show!“ – ein Moment, der staunen lässt. Jurorin Judith Williams kommentiert anerkennend, der 98-Jährige habe in puncto Alter den Rekord der Show gebrochen.
Doch das wahre Highlight ist die präsentierte Innovation: „Steets“ heißt sie – eine simple, aber geniale Stütze für Gehstöcke und Krücken. Mit einem Hebel unter dem Griff lässt sich eine kleine, vierbeinige Halterung ausklappen, mit der man die Gehhilfe sicher abstellen kann, ohne dass sie umfällt. Frank Thelen lobt: „Das ist richtig spot-on und saugut umgesetzt“, und nennt es eine der elegantesten Lösungen, die er je gesehen habe.

Eine Szene aus der "Hölle der Löwen"-Show | Quelle: instagram.com/diehoehlederloewen.vox/
In diesem Moment zeigt sich seine ganze Wirkung: „Na cool“, jubelt Ensthaler begeistert. „Super easy“, bestätigt Carsten Maschmeyer. Der 98-jährige charmante Auftritt – mit einem ironischen Lebensmotto: „Sie können alles machen, was Sie wollen … nur eins dürfen Sie nicht: sterben!“ – trifft mitten ins Herz.
Doch bei aller Sympathie kommt es auf Zahlen an. Die Gründer – Schlechtingens Enkel Phil Janßen und seine Partner – verlangen 300.000 Euro für 15 % Firmenanteil. Investorin Williams steigt daraufhin aus; sie hält die Bewertung für deutlich zu hoch bei gerade einmal rund 60.000 Euro Umsatz.
Auch Maschmeyer lehnt ab. Schließlich ist es Frank Thelen, der zuschlägt – aber nicht ohne Gegenwehr: Zuerst fordert er 25 % statt 15, obwohl die Gründer versuchen, auf 20 % zu verhandeln. Thelen bleibt hart: „Wer hier reinkommt und nicht weiß, was ich kann, der ist falsch“ – ein Hinweis darauf, dass in der Show durchaus klare Linien gelten.
Am Ende bekommen die Gründer den Deal: 300.000 Euro für 25 % – ein Moment, der sowohl den Mut der jungen Gründer als auch den Tiefgang eines 98-jährigen Mitgründers würdigt.
Was bleibt, sind mehrere starke Eindrücke: Ein fast hundertjähriger Gründer mit Humor und Lebensenergie, eine einfach zu bedienende Alltagserfindung und ein Investment, das nicht nur Technologie, sondern auch Menschlichkeit belohnt. Opa Heinz bewies, dass Ideen – egal wie alt – begeistern können. Und vielleicht steckt in diesem Pitch auch ein Impuls: Technik für ein selbstbestimmtes Altern kann zugleich simpel, notwendig und bewegend sein.
Besonders beeindruckt zeigte sich auch die Jury von der persönlichen Haltung des Seniors. Als Schlechtingen mit verschmitztem Lächeln erklärte:
„Sie können alles machen, was Sie wollen … nur eins dürfen Sie nicht: sterben!“.
Damit sorgte er nicht nur für Gelächter, sondern auch für einen Moment des Innehaltens. Die Investoren würdigten, dass hinter der praktischen Idee auch eine Lebenserfahrung stehe, die Mut und Gelassenheit vereint.
Für die Gründerfamilie selbst war der Auftritt ein doppelter Erfolg. Zum einen konnten sie ihre Innovation einem Millionenpublikum vorstellen und mit einem prominenten Investor weiterentwickeln. Zum anderen wurde sichtbar, dass Unternehmergeist auch Generationen verbinden kann – vom 98-jährigen Großvater bis zum Enkel, der das Projekt mit aufgebaut hat. Damit hinterließ der Pitch einen bleibenden Eindruck, der weit über die eigentliche Investition hinausgeht.
