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Spürhunde und Hundeführer stehen vor der Weißfrauenschule. | Quelle: Getty Images
Spürhunde und Hundeführer stehen vor der Weißfrauenschule. | Quelle: Getty Images

Der vermisste Noah (8) aus Frankfurt wurde gefunden – Polizei ermittelt gegen die Mutter

Maren Z.
21. Jan. 2026
16:39

Tagelang hielt ein Fall ganz Frankfurt in Atem. Ein achtjähriger Junge verschwand auf dem Weg zur Schule, zurück blieb ein leerer Platz vor dem Klassenzimmer, ein herrenloser Schulranzen und viele offene Fragen. Nun wurde der Junge gefunden.

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Während die Suche nach Noah immer größere Kreise zog, wuchs zugleich die Sorge um das Kind – und die Kritik an den beteiligten Behörden. Nun steht fest: Noah wurde gefunden. Doch mit der Erleichterung beginnt eine neue, komplexe Phase.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Am späten Freitagabend meldete die Polizei schließlich den entscheidenden Durchbruch. Der Junge wurde wohlbehalten in einem Wohnhaus im südhessischen Heppenheim angetroffen.

Er hielt sich dort im Beisein seiner Mutter bei einem Bekannten auf. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurde Noah dem Jugendamt übergeben, die Mutter durfte anschließend wieder nach Hause gehen. Für die Öffentlichkeit war dies ein Moment des Aufatmens – für die Behörden jedoch nur der Anfang weiterer Ermittlungen.

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Die Polizei bestätigte inzwischen, dass gegen die Mutter des Kindes ermittelt wird. Sie gilt offiziell als Beschuldigte. Zu den konkreten Vorwürfen äußerten sich die Ermittler bislang nicht.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Auch Details darüber, warum der Mutter bereits zuvor das Sorgerecht entzogen worden war, wurden nicht genannt. Klar ist jedoch: Die Umstände rund um Noahs Verschwinden sollen nun umfassend aufgearbeitet werden.

Bereits vor dem Verschwinden hatte das Familiengericht eingegriffen. Im Herbst des vergangenen Jahres war Noah auf richterlichen Beschluss hin in Obhut genommen worden und lebte seitdem in einem Kinderheim.

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Laut dem Frankfurter Sozialdezernat handelt es sich bei einer solchen Maßnahme um eine zeitlich begrenzte Intervention bei einer akuten Gefährdungs- oder Krisensituation. Ein Sprecher betonte, dass der Junge nach seinem Auffinden zu seinem eigenen Schutz an einem Ort außerhalb Frankfurts untergebracht worden sei.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

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„Es geht ihm gut, er ist sicher untergebracht und wird von erfahrenen Fachkräften betreut“, erklärte er. Die Pressestelle der Polizei teilte ebenfalls mit:

„Er war im Beisein seiner Mutter, die dort bei einem Bekannten untergekommen war. Der Junge wurde anschließend in die Obhut des Jugendamtes übergeben und die Mutter nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an ihre Wohnanschrift entlassen.“

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Öffentlich befeuert wurde der Fall durch ein emotionales Video, das Noahs Tante in den sozialen Medien veröffentlichte. Darin erhob sie schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt und das Familiengericht.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Sie sprach von einer falschen und schädlichen Bewertung der Situation und schilderte, dass Noah lieber bei seiner Mutter leben wolle als im Heim.

In dem Video äußerte der Junge selbst, dass er sich dort unwohl gefühlt habe und von einem anderen Kind geschlagen worden sei. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasend schnell und lenkten zusätzliche Aufmerksamkeit auf den Fall.

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Die Tante veröffentlichte zudem zahlreiche private Fotos aus Noahs Leben, die ihn als fröhliches, aufgewecktes Kind zeigen. Ihrer Darstellung zufolge sei die Mutter zu Unrecht als psychisch krank oder suchtgefährdet abgestempelt worden.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Sie forderte eine erneute Prüfung des Falls und appellierte an die Behörden, den Willen des Kindes stärker zu berücksichtigen. Wörtlich schrieb sie: „Mein Neffe Noah erlebt schweres Unrecht.“ In ihrer Story fügte sie an:

„Mein Neffe Noah erlebt schweres Unrecht. Die Bewertung durch Sozialarbeiter und das Justizsystem war falsch und schädlich. Er möchte bei seiner Mutter bleiben, aber bisher wird sein Wunsch nicht respektiert“

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Währenddessen arbeiteten Polizei und Jugendamt im Hintergrund eng zusammen. Die Suche nach Noah war mit großem Aufwand geführt worden: Rund 150 Einsatzkräfte, ein Hubschrauber, Spürhunde und sogar Boote kamen zum Einsatz.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Erst die Ermittlungen im Umfeld der Familie führten schließlich nach Heppenheim – und damit zu Noah. Das Sozialdezernat betonte im Nachgang erneut, dass eine Inobhutnahme niemals leichtfertig erfolge.

Sie sei rechtlich nur zulässig, wenn eine dringende Gefahr für das Kindeswohl bestehe, und stelle stets die letzte Option dar. Aktuell befinden sich laut Stadt 134 Kinder in Frankfurt in vergleichbaren Obhutssituationen – eine Zahl, die seit Jahren relativ konstant sei.

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Für Noah selbst beginnt nun eine Phase der Stabilisierung. Wie es langfristig weitergeht, ist offen. Die Ermittlungen gegen die Mutter dauern an, ebenso die Prüfung der Vorwürfe gegen das Jugendamt.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

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Klar ist jedoch: Der Fall hat eine Debatte ausgelöst – über Kinderschutz, behördliche Entscheidungen und darüber, wie sensibel mit familiären Krisen umgegangen werden muss.

Wir berichteten bereits über den Fall:

Großangelegte Suche in Frankfurt am Main: Seit Mittwochmorgen wird der achtjährige Noah R. vermisst. Der Junge verschwand im Bereich des Frankfurter Bahnhofsviertels, unweit seiner Schule. Polizei, Feuerwehr und Spezialkräfte suchen mit einem Großaufgebot nach dem Kind – bislang ohne Erfolg. Hoffnung gibt es dennoch: Spürhunde konnten eine Geruchsspur aufnehmen, außerdem wurde der Schulranzen des Jungen gefunden.

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Nach Angaben der Polizei wurde Noah am Mittwochmorgen von einem Fahrdienst zur Weißfrauenschule in der Gutleutstraße gebracht. Dort kam er auch an – suchte die Schule im Anschluss jedoch nicht auf. Kurz nach 8 Uhr meldeten die Verantwortlichen den Achtjährigen als vermisst. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

16. Januar 2026, Hessen, Frankfurt am Main: Die Weißfrauenschule befindet sich in der Gutleutstraße im Bahnhofsviertel. Die Polizei fahndet weiterhin nach einem vermissten Achtjährigen aus Frankfurt am Main. | Quelle: Getty Images

16. Januar 2026, Hessen, Frankfurt am Main: Die Weißfrauenschule befindet sich in der Gutleutstraße im Bahnhofsviertel. Die Polizei fahndet weiterhin nach einem vermissten Achtjährigen aus Frankfurt am Main. | Quelle: Getty Images

Der Bereich rund um die Schule liegt in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Bahnhofsviertel, einem Gebiet mit hohem Verkehrsaufkommen und vielen Passanten. Genau deshalb reagierten die Behörden schnell. Noch am Vormittag startete eine intensive Suchaktion.

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Schulranzen nahe der Schule gefunden

Am Donnerstagnachmittag teilte ein Polizeisprecher mit, dass der Schulranzen des Kindes gefunden worden sei. Dieser lag in der Nähe der Schule. „Wir gehen davon aus, dass dieser Schulranzen dem vermissten Jungen gehört“, erklärte der Sprecher. Der Fund verstärkte die Sorge, dass Noah den Schulweg nicht wie geplant angetreten hat.

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Der Schulranzen ist blau und trägt ein auffälliges Astronauten-Motiv. Noah selbst ist etwa 1,35 Meter groß, hat dunkles, kurzes Haar und trug zuletzt einen beigen Pullover, eine helle Hose, eine schwarze Daunenjacke sowie eine grün-gelb-blaue Pudelmütze.

15. Januar 2026, Hessen, Frankfurt am Main: Suchhunde und Hundeführer suchen vor der Weißfrauenschule nach Hinweisen. | Quelle: Getty Images

15. Januar 2026, Hessen, Frankfurt am Main: Suchhunde und Hundeführer suchen vor der Weißfrauenschule nach Hinweisen. | Quelle: Getty Images

150 Einsatzkräfte, Hubschrauber und Boote im Einsatz

Rund 150 Polizeibeamtinnen und -beamte sind an der Suche beteiligt. Neben Streifenpolizei und Kriminalpolizei ist auch das Hessische Polizeipräsidium Einsatz eingebunden. Besonders intensiv wird der Bereich rund um den Main abgesucht, der nur wenige hundert Meter von der Schule entfernt liegt. Dabei kommen Boote der Wasserschutzpolizei zum Einsatz.

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Zusätzlich kreist ein Polizeihubschrauber über dem Gebiet. Personenspürhunde, sogenannte Mantrailer, wurden ebenfalls eingesetzt. Sie erhielten Geruchsproben des Kindes, die aus Kleidungsstücken gewonnen wurden. Mit diesen Proben versuchten die Hunde, Noahs Spur aufzunehmen und zu verfolgen. Bislang führte diese Maßnahme jedoch noch nicht zum Auffinden des Jungen.

15. Januar 2026, Hessen, Frankfurt am Main: Suchhunde und Hundeführer stehen vor der Weißfrauenschule. | Quelle: Getty Images

15. Januar 2026, Hessen, Frankfurt am Main: Suchhunde und Hundeführer stehen vor der Weißfrauenschule. | Quelle: Getty Images

Kameras und KI-Unterstützung

Parallel dazu überprüfen die Ermittler umfangreiches Videomaterial. „Bislang seien sowohl die Schule als auch bekannte Anlaufstellen des Jungen von der Polizei abgesucht worden. Auch Videoaufzeichnungen aus dem Umfeld der Schule würden gesichtet“, teilte die Polizei mit. Zusätzlich werden Aufnahmen aus der Videoüberwachung am Frankfurter Bahnhof ausgewertet.

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Besonders bemerkenswert: Die Polizei setzt dabei auch auf moderne Technik. Bilder von Noah wurden in ein KI-gestütztes Videosystem eingespeist. Die Hoffnung ist, dass die Software den Jungen auf vorhandenen Kameraaufzeichnungen identifizieren kann und so Hinweise auf seinen Aufenthaltsort liefert.

Auch familiäres Umfeld wird überprüft

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Wie in solchen Fällen üblich, werde „auch das familiäre Umfeld des Jungen beleuchtet“. Die Polizei betont, dass dies eine Routine-Maßnahme sei und keine Vorverurteilung bedeute. Zudem seien bereits mehrere Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, denen aktuell nachgegangen werde. „Wir nehmen jeden Hinweis ernst“, so ein Polizeisprecher.

Die Ermittler bitten weiterhin dringend um Mithilfe: Wer Noah nach 8 Uhr am Mittwochmorgen gesehen hat oder Angaben zu seinem Aufenthaltsort machen kann, soll sich umgehend bei der Polizei Frankfurt oder jeder anderen Polizeidienststelle melden.

Die Suche nach dem Achtjährigen läuft unvermindert weiter. Jede Stunde zählt.

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