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Polizei | Quelle: Getty Images
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Giftalarm in Krefeld: Lkw mit 23 Tonnen Säure umgekippt – Schulen geschlossen, Autobahn gesperrt

Edita Mesic
06. Nov. 2026
13:53

Ein schwerer Gefahrgutunfall hat am Freitagmorgen, dem 6. November 2026, in Krefeld einen Großeinsatz ausgelöst. Ein Lastwagen mit 23 Tonnen Salpetersäure kippte an einer Autobahnauffahrt um. Giftige Dämpfe breiteten sich aus, die Behörden warnten zeitweise vor „extremer Gefahr“. Rund 200 Einsatzkräfte waren vor Ort. Fotos und ein Video zeigen das Ausmaß des Einsatzes.

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Für viele Menschen in Krefeld begann der Freitag mit Warnmeldungen und erheblichen Einschränkungen. Straßen wurden gesperrt, der Bahnverkehr unterbrochen und mehrere Schulen blieben geschlossen. Auslöser war ein Unfall, der sich bereits mitten in der Nacht ereignet hatte.

Gegen 3 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, nachdem ein Lastwagen an der Auffahrt Krefeld-Zentrum zur A57 umgekippt war. Das Fahrzeug transportierte Salpetersäure, eine stark ätzende Chemikalie. Ein erheblicher Teil der Ladung trat aus und machte umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.

Polizei | Quelle: Getty Images

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Ein schwerer Unfall mitten in der Nacht

Der Lastwagen war aus bislang ungeklärter Ursache umgekippt und in einem Graben gelandet. Der Fahrer wurde bei dem Unfall verletzt und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Weitere Angaben zu seinem Gesundheitszustand wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Die Lage des Fahrzeugs erschwerte die Arbeit der Feuerwehr erheblich. Der Lastwagen war nur schwer erreichbar, während gleichzeitig verhindert werden musste, dass weitere gefährliche Stoffe austraten.

Nach Angaben der Stadt Krefeld hatte der Transporter insgesamt 23 Tonnen Salpetersäure geladen. Rund zehn Tonnen liefen über den Fülldeckel aus. Die verbliebenen 13 Tonnen befanden sich zunächst weiterhin im Fahrzeug.

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Behörden warnen vor „extremer Gefahr“

Nach dem Unfall lösten die Behörden im betroffenen Gebiet vorsorglich Sirenen aus. Über die Warn-App NINA wurde eine Meldung mit der höchsten Warnstufe „extreme Gefahr“ verbreitet.

Die Stadt Krefeld forderte die Bevölkerung auf, geschlossene Räume aufzusuchen. Fenster und Türen sollten geschlossen und Lüftungs- sowie Klimaanlagen ausgeschaltet werden.

Die Maßnahmen waren notwendig, weil sich nach dem Austritt der Salpetersäure gefährliche Dämpfe gebildet hatten. Aufgrund der Wetterbedingungen konnten diese nicht ausreichend nach oben abziehen.

Polizei | Quelle: Getty Images

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Andreas Klos, Leiter der Gefahrenabwehr der Stadt Krefeld, erklärte: „Wir haben hier ein giftiges Nachprodukt, das eine äußerst ätzende Wirkung hat und von daher haben wir auch einen relativ großen Gefahrenbereich.“

Die Feuerwehr setzte Wasserfontänen ein, um die Ausbreitung der Dämpfe einzudämmen. Gleichzeitig führten Spezialkräfte Schadstoffmessungen durch, um die mögliche Belastung der Umgebung zu beurteilen.

Rund 200 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Gefahr

Die gesamte Feuerwehr Krefeld wurde mobilisiert und erhielt Unterstützung aus anderen Städten. Insgesamt waren rund 200 Einsatzkräfte vor Ort, darunter spezialisierte Gefahrguteinheiten.

Ihre wichtigste Aufgabe bestand darin, die verbliebene Säure aus dem umgekippten Lastwagen zu entfernen. Solange sich die Chemikalie im Fahrzeug befand, konnte der Transporter nicht gefahrlos aufgerichtet werden.

Polizeibeamte arbeiten am Tatort | Quelle: Getty Images

Polizeibeamte arbeiten am Tatort | Quelle: Getty Images

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Die Feuerwehr musste deshalb zunächst das Abpumpen vorbereiten. Dabei waren besondere Schutzmaßnahmen erforderlich, um die Einsatzkräfte vor der stark ätzenden Substanz zu schützen.

Klos rechnete damit, dass die Folgen des Unfalls noch länger wahrnehmbar bleiben würden. „Wir werden im Stadtgebiet wahrscheinlich noch über den ganzen Tag eine Geruchsbelästigung haben“, erklärte er.

A57 gesperrt – erhebliche Verkehrsprobleme

Der Unfall führte zu umfangreichen Einschränkungen im Straßenverkehr. Die Autobahn A57 wurde zwischen Krefeld-Oppum und Krefeld-Gartenstadt vollständig gesperrt. Auch mehrere Straßen im unmittelbaren Umfeld waren nicht mehr passierbar.

Die Sperrungen betrafen eine wichtige Verkehrsverbindung in der Region. Autofahrer mussten auf andere Strecken ausweichen, während die Feuerwehr versuchte, die gefährliche Ladung zu sichern.

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Auch der regionale Bahnverkehr war betroffen. Mehrere Züge fielen vollständig oder auf einzelnen Streckenabschnitten aus. Erst gegen Mittag konnte der Zugverkehr wieder aufgenommen werden.

Im öffentlichen Nahverkehr kam es ebenfalls zu Problemen. Die Stadtwerke Krefeld meldeten Einschränkungen auf den Linien 042/043, 044, 047, 054, 059 und 927. Teilweise wurden Busse und Bahnen umgeleitet oder durch Ersatzverbindungen ersetzt.

Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen

Die Auswirkungen des Unfalls waren auch im Alltag zahlreicher Familien spürbar. Vier Schulen, fünf städtische Kindergärten und zehn weitere Kindergärten in nicht städtischer Trägerschaft blieben am Freitag geschlossen.

Die Einrichtungen konnten aufgrund der Gefahrenlage nicht wie gewohnt öffnen. Damit sollte verhindert werden, dass sich Kinder, Eltern und Beschäftigte unnötig im betroffenen Gebiet aufhielten.

Auch die städtische Müllabfuhr musste ihren Betrieb einstellen. Der Fuhrpark lag innerhalb des abgesperrten Bereichs, weshalb die Mitarbeitenden ihre Fahrzeuge nicht erreichen konnten.

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Der Gefahrgutunfall beeinträchtigte somit nicht nur den Verkehr, sondern auch wichtige öffentliche Dienstleistungen.

Feuerwehr kann den Gefahrenbereich verkleinern

Zu Beginn des Einsatzes richteten die Behörden einen Sicherheitsbereich mit einem Radius von 1.000 Metern ein. Innerhalb dieses Gebiets galten umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen.

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Im Laufe des Vormittags gelang den Einsatzkräften ein entscheidender Fortschritt. Die verbliebenen rund 13 Tonnen Salpetersäure wurden erfolgreich in einen baugleichen Lastwagen umgepumpt.

Anschließend konnte der Gefahrenradius von 1.000 auf 200 Meter verkleinert werden. Auch die Warnstufe für die Bevölkerung wurde herabgesetzt.

Nach Angaben der städtischen Gefahrenabwehr lagen die bis dahin gemessenen Schadstoffwerte unter den maßgeblichen Toleranzgrenzen. Eine Gesundheitsgefahr konnte dennoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

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Die A57 wurde schließlich wieder freigegeben. Im unmittelbaren Umfeld der Unfallstelle blieben jedoch einzelne Straßen weiterhin gesperrt.

Bergung des Lastwagens dauert an

Nach dem erfolgreichen Abpumpen der verbliebenen Ladung konzentrierte sich die Feuerwehr auf die bereits ausgelaufene Salpetersäure. Ein Teil davon hatte sich in einer Senke gesammelt.

Mit einem speziellen Saugwagen sollte die Flüssigkeit aufgenommen und gesichert werden. Erst danach war geplant, den umgekippten Lastwagen mithilfe eines Krans wieder aufzurichten.

06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. | Quelle: Getty Images

06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. | Quelle: Getty Images

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Die Bergungsarbeiten sollten nach damaliger Einschätzung bis in den späten Nachmittag dauern. Wann das Fahrzeug vollständig entfernt werden könnte, war zunächst nicht bekannt.

Auch die Ursache des Unfalls blieb ungeklärt. Warum der Lastwagen an der Autobahnauffahrt umkippte, mussten weitere Untersuchungen zeigen.

06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. | Quelle: Getty Images

06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. | Quelle: Getty Images

Fotos und Video zeigen den Großeinsatz

Aufnahmen vom Unfallort dokumentieren, mit welchem Aufwand die Einsatzkräfte gegen die Gefahr vorgingen. Bilder aus der WDR-Berichterstattung zeigen zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge und Helfer, die an der Sicherung der Unfallstelle beteiligt waren.

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06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. | Quelle: Getty Images

06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. | Quelle: Getty Images

Weitere Aufnahmen zeigen Einsatzkräfte in spezieller Schutzausrüstung. Die Schutzanzüge waren notwendig, um die Feuerwehrleute bei ihren Arbeiten vor dem Kontakt mit gefährlichen Chemikalien zu schützen.

06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. | Quelle: Getty Images

06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. | Quelle: Getty Images

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Besonders eindrücklich ist ein kurzer Videobeitrag der Tagesschau mit dem Titel „Giftwolke nach Gefahrgutunfall“. Der 42 Sekunden lange Clip zeigt die Situation nach dem Unfall und vermittelt einen Eindruck von den Herausforderungen des Einsatzes.

Die Aufnahmen machen deutlich, wie umfangreich die Maßnahmen waren, die nach dem Austritt der Salpetersäure erforderlich wurden.

06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. In der Nacht war auf der Autobahn 57 ein Lkw mit Salpetersäure umgekippt. Über die Warn-App Nina gaben die Behörden für die umliegende Umgebung eine Warnung der höchsten Warnstufe – „extreme Gefahr" – heraus. | Quelle: Getty Images

06 November 2026, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Mit dem Wasser werden die an der Unfallstelle austretenden Säuredämpfe niedergeschlagen. In der Nacht war auf der Autobahn 57 ein Lkw mit Salpetersäure umgekippt. Über die Warn-App Nina gaben die Behörden für die umliegende Umgebung eine Warnung der höchsten Warnstufe – „extreme Gefahr" – heraus. | Quelle: Getty Images

Nach dem Großeinsatz bleiben Fragen offen

Bis zum Freitagmittag hatten die Einsatzkräfte wichtige Fortschritte erzielt. Die Autobahn war wieder befahrbar, Regionalzüge konnten ihren Betrieb aufnehmen und der Gefahrenradius wurde deutlich verkleinert.

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Dennoch waren die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Die ausgelaufene Säure musste gesichert und der Lastwagen geborgen werden. Zudem blieb die Ursache des Unfalls weiterhin Gegenstand der Untersuchungen.

Der Vorfall zeigt, welche weitreichenden Folgen ein Gefahrgutunfall haben kann. Innerhalb weniger Stunden mussten Hunderte Einsatzkräfte mobilisiert, Verkehrsverbindungen unterbrochen und umfangreiche Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung getroffen werden.

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