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17. August 2026

Vier junge Menschen sind tot, eine ganze Region steht unter Schock. Was als gemeinsamer Ausflug mit Freunden begann, endete am Mittwochabend in einer Tragödie auf einer Landstraße bei Biesenthal in Brandenburg.
Die Jugendlichen gehörten zu einer Simson-Clique und hatten noch Pläne für den Abend. Sie wollten Ersatzteile für ihre Mopeds besorgen und anschließend zu McDonald’s fahren. Doch dann kam ihnen ein Auto entgegen. Bei einem folgenschweren Überholmanöver starben vier Mitglieder der Gruppe. Jetzt trauern Familien, Freunde und Menschen aus der gesamten Umgebung um Jonas, Max, Julian und Vivi.

Ein Abschleppwagen lädt ein ausgebranntes Auto auf seinen Anhänger. In Brandenburg kamen vier Menschen ums Leben, als ein Auto frontal mit drei Mopeds zusammenstieß. Der Unfall ereignete sich laut Polizei am Abend in der Nähe von Biesenthal im Landkreis Barnim. | Quelle: Getty Images
Der Unfall ereignete sich am Mittwochabend, dem 7. Oktober 2026, auf einer Landstraße zwischen Biesenthal und Wullwinkel im Landkreis Barnim. Drei junge Mopedfahrer und eine Mitfahrerin kamen dabei ums Leben. Die Jugendlichen waren zwischen 14 und 19 Jahre alt. Ein weiterer Fahrer aus der Gruppe konnte dem Auto ausweichen und überlebte.
Die vier Verstorbenen waren Teil einer örtlichen Simson-Clique. Rund 30 junge Menschen verbindet die Begeisterung für die traditionsreichen Kleinkrafträder. Für viele von ihnen war das gemeinsame Hobby ein wichtiger Teil ihres Alltags. Noch am vergangenen Wochenende hatten die Jugendlichen Zeit miteinander verbracht. Auch am Mittwoch trafen sich einige von ihnen wieder.
Dass ausgerechnet vier Mitglieder ihrer Gruppe nicht mehr nach Hause kommen würden, damit hatte niemand gerechnet. Einen Tag nach dem Unglück versammelten sich Angehörige, Freunde und weitere Menschen aus der Umgebung an der Unfallstelle. Sie legten Blumen und Kerzen nieder, um Abschied zu nehmen.

Aufnahme der Polizei am Unfallort | Quelle: Getty Images
Die Anteilnahme ist groß. In den umliegenden Orten kennt man sich, und die Nachricht vom Tod der Jugendlichen hat viele Menschen erschüttert.
Besonders schwer fällt es den Angehörigen und Freunden, zu begreifen, dass die Jugendlichen von einem Moment auf den anderen aus ihrem Leben gerissen wurden. Unter den Todesopfern ist ein erst 14-jähriges Mädchen. Eine Mutter aus dem Umfeld der Clique erinnert sich daran, wie selbstverständlich die Jugendlichen noch kurz zuvor miteinander unterwegs waren.
„Gestern ist mein Sohn noch mit ihr nach der Schule nach Hause gelaufen“, erzählt sie über das verstorbene Mädchen. Auch ein Freund findet kaum Worte für seinen Verlust. Unter Tränen sagt er: „Sie war immer nett und aufgeschlossen.“
Die Aussagen zeigen, wie nah die Jugendlichen einander standen. Es waren Freundschaften, die sich im Alltag entwickelten: nach der Schule, bei gemeinsamen Treffen und durch das gemeinsame Interesse an den Mopeds. Nun müssen die Familien und Freunde mit einem Verlust umgehen, für den es keine Vorbereitung gibt.
Am Mittwoch hatten einige Mitglieder der Clique erneut Pläne geschmiedet. Sie wollten zunächst neue Teile für ihre Simson S51 besorgen. Anschließend sollte es gemeinsam zu McDonald’s gehen. Die Fahrt sollte ein weiterer gemeinsamer Abend unter Freunden werden.
Die Gruppe war mit ihren Mopeds in Richtung Wullwinkel und Bernau unterwegs. Nach den bisherigen Angaben waren vier Kleinkrafträder beteiligt. Auf einem davon saßen zwei Menschen.
Die Simson-Mopeds waren für die Jugendlichen mehr als bloße Fortbewegungsmittel. Sie teilten ein Hobby, schraubten an ihren Maschinen und trafen sich regelmäßig. Gerade in ländlichen Regionen sind die Modelle wieder bei jungen Menschen beliebt. Auch Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch kennt diese Begeisterung aus seiner eigenen Familie: Sein 15-jähriger Sohn fährt eine Simson Schwalbe.
Gegen 19.40 Uhr kam es auf der Landstraße zur Katastrophe. Nach bisherigen Erkenntnissen wollte ein 61 Jahre alter Autofahrer mehrere vor ihm fahrende Fahrzeuge überholen. Dabei wechselte er auf die Gegenfahrbahn, auf der ihm die Gruppe mit den Mopeds entgegenkam.
Der Wagen stieß mit drei der vier entgegenkommenden Kleinkrafträder zusammen. Drei Fahrer und eine Mitfahrerin wurden so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starben. Der vierte Mopedfahrer konnte dem Auto ausweichen und überlebte.
Nach dem Zusammenstoß überschlug sich das Auto und geriet in Brand. Einsatzkräfte der Feuerwehr retteten den schwer verletzten 61-Jährigen aus dem brennenden Fahrzeug. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Trauernde stehen vor Kerzen und Blumen am Unfallort, nachdem am Mittwochabend vier Jugendliche bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. | Quelle: Getty Images
Gegen den Autofahrer wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Der genaue Unfallhergang soll weiter untersucht werden. Dabei geht es unter anderem darum, wie es zu dem Überholmanöver und der Kollision mit den Mopeds kommen konnte.
Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch zeigte sich tief erschüttert. „Alle sind total geschockt. Das ist eine ganz schlimme Tragödie“, sagte er. Er sprach zudem von einem mutmaßlich „riskanten Überholmanöver“. Auf der betroffenen Strecke gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde. Nach Einschätzung des Bürgermeisters handelt es sich um eine gerade Straße mit einer Senke, die grundsätzlich gut einsehbar sei. Zum Unfallzeitpunkt war es allerdings bereits dunkel.
Wie die Clique vom Unglück erfuhr, macht die Tragödie für die Freunde noch greifbarer. Die Jugendlichen waren über WhatsApp miteinander verbunden und konnten dort die Standorte der anderen sehen. Als sich der Standort eines Freundes über längere Zeit nicht mehr bewegte, wurde ein Mitglied der Gruppe misstrauisch. „Ich habe mir schon gedacht, was passiert ist. Ihr Standort hat sich so lange nicht vom Fleck bewegt“, berichtet ein Freund.

Am Unfallort sind Kerzen und Blumen zu sehen, nachdem am Mittwochabend vier Jugendliche bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. | Quelle: Getty Images
Die digitale Verbindung, die den Jugendlichen im Alltag half, miteinander in Kontakt zu bleiben, wurde so zum Anlass für eine schreckliche Befürchtung. Die Nachricht vom Unfall verbreitete sich anschließend schnell. Ein Cousin eines der Opfer berichtete, dass die Familie am Mittwochabend über Instagram von dem Unglück erfahren habe. „Wir haben es gestern Abend über Instagram erfahren. Es hat sich herumgesprochen wie ein Lauffeuer, und wir stehen unter Schock“, sagte er.
Auch eine Großcousine der Opfer findet keine Worte für das Geschehene: „Wir sind noch ganz benommen. Wir wissen nicht, was wir heute noch machen sollen. Das ist eine Katastrophe.“
Am Tag nach dem Unfall wurde die Trauer an der Straße sichtbar. Am Straßenrand lagen Blumen, daneben standen Kerzen und Erinnerungsstücke. Angehörige und Freunde kamen zur Unfallstelle, um der vier Jugendlichen zu gedenken. Manche lagen sich weinend in den Armen, andere standen schweigend am Straßenrand.
Noch immer waren Spuren des Unfalls zu sehen. Im Straßengraben lagen Trümmerteile, und der Bereich, in dem das Auto gebrannt hatte, war vom Feuer gezeichnet. Die Polizei sicherte die Unfallstelle weiterhin und regelte den Verkehr.

Am Straßenrand liegen Blumen zum Gedenken an die Opfer des Verkehrsunfalls, während ein Polizeistreifenwagen am Unfallort geparkt ist. | Quelle: Getty Images
Auch die Einsatzkräfte waren von dem Unglück schwer betroffen. Notfallseelsorger und speziell geschulte Teams unterstützten die Angehörigen, den überlebenden Mopedfahrer und die Helfer vor Ort. Nach Angaben des Bürgermeisters war der Kriseninterventionsdienst bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz.
Der Landkreis Barnim ordnete Trauerbeflaggung an Schulen und Dienststellen an. Die Fahnen sollten bis Freitag auf halbmast wehen. Für Donnerstagabend war in der St. Marienkirche im benachbarten Bernau eine Gedenkveranstaltung geplant. Auch die Simson-Clique möchte einen eigenen Weg finden, um sich von ihren Freunden zu verabschieden. Geplant ist eine Gedenkfahrt. Zudem soll am Straßenrand ein Moped als Erinnerung aufgestellt werden.

Bei einer Gedenkfeier sind Kerzen und Blumen zu sehen, nachdem am 7. Oktober 2026 vier Jugendliche bei dem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. | Quelle: Getty Images
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke äußerte sein Mitgefühl. Über das Profil der Staatskanzlei schrieb er: „Heute fehlen vier junge Menschen in ihren Familien, in ihren Freundeskreisen, in ihrer Nachbarschaft.“
Weiter erklärte er: „Für ihre Familien und Freunde ist von einem Moment auf den anderen nichts mehr wie zuvor. Dafür gibt es keine passenden Worte. Ich möchte allen, die trauern, mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen.“
Die Worte beschreiben, was Familien und Freunde nach dem Unfall erleben: Innerhalb weniger Stunden hat sich ihr Leben grundlegend verändert. Vier Jugendliche, die noch gemeinsame Pläne hatten, sind nicht mehr da. Ihre Familien müssen einen unvorstellbaren Verlust verkraften, während Freunde versuchen, zu begreifen, was geschehen ist.

Am Unfallort sind Kerzen und Blumen zu sehen, nachdem am Mittwochabend vier Jugendliche beim schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. | Quelle: Getty Images
Wie sich das Unglück auf der Landstraße abgespielt hat, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Nach dem Zusammenstoß wurden die Unfallstelle gesichert und Spuren dokumentiert. Die Untersuchungen sollen helfen, den Ablauf des tödlichen Überholmanövers möglichst genau zu rekonstruieren.
Ein Video zeigt die Unfallstelle mit den Markierungen der Ermittler. Die Aufnahmen geben einen Einblick in die Arbeit vor Ort, während die genauen Umstände des Zusammenstoßes weiter untersucht werden.
Für die Angehörigen und Freunde der vier Jugendlichen bleibt vor allem die schmerzliche Tatsache, dass aus einem geplanten Abend mit der Clique eine Tragödie wurde. Jonas, Max, Julian und Vivi wollten gemeinsam unterwegs sein. Stattdessen trauert nun eine ganze Region um vier junge Menschen, deren Leben viel zu früh endete.
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