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Zaun vor DHL-Gebäude | Quelle: Getty Images
Zaun vor DHL-Gebäude | Quelle: Getty Images

DHL-Logistikzentrum in Leizen abgeriegelt: Mitarbeiterin klagt über Unwohlsein nach Kontakt mit Paket

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Von Jasmine Eisenbeil
23. Sept. 2026
12:14

Alarm in einem DHL-Logistikzentrum in Mecklenburg-Vorpommern: Eine Mitarbeiterin klagt nach dem Kontakt mit einer Flüssigkeit an einem Paket über körperliche Beschwerden. Wenig später wird das Gelände in Leizen abgeriegelt. Spezialkräfte sind im Einsatz und untersuchen mehrere Pakete.

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Im DHL-Paketzustellzentrum in Leizen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist die Arbeit derzeit unterbrochen. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten am Dienstag, den 22. September 2026, in das Gewerbegebiet bei Röbel-Müritz aus. Mehr als 20 Mitarbeiter mussten das Gebäude verlassen.

Grund für den Einsatz ist der Verdacht, dass sich in einer Sendung eine gefährliche Substanz befunden haben könnte. Eine 50-jährige Paketzustellerin hatte zuvor über Unwohlsein und körperliche Beschwerden geklagt. Nach ihren Angaben war sie am Freitag mit einer Flüssigkeit in Kontakt gekommen, als sie Pakete auslieferte.

Zu Illustrationszwecken. Ein DHL-Schild. | Quelle: Getty Images

Zu Illustrationszwecken. Ein DHL-Schild. | Quelle: Getty Images

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Mitarbeiterin klagt über Beschwerden nach Kontakt mit Flüssigkeit

Nach ersten Erkenntnissen könnte es sich bei der Substanz um Quecksilber handeln. Die 50-Jährige habe Symptome gezeigt, die einer Vergiftungserscheinung ähneln könnten. Am Dienstag wandte sie sich schließlich an die Polizei. Die Frau befindet sich nach den vorliegenden Informationen in ärztlicher Behandlung. Wie genau es zu dem Kontakt mit der Flüssigkeit kam und welche Menge der Substanz möglicherweise vorhanden war, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Daraufhin wurde das DHL-Logistikzentrum in Leizen abgeriegelt. Spezialkräfte rückten an, um das Gelände und die dort befindlichen Sendungen zu untersuchen. Dabei tragen die Einsatzkräfte Schutzkleidung und arbeiten unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Nach Informationen der Agentur NonstopNews sollen inzwischen mindestens drei kontaminierte Pakete entdeckt worden sein. Damit steht auch die Frage im Raum, ob sich möglicherweise weitere betroffene Sendungen im Postnetz befinden.

Ein Paketzusteller neben einem DHL-Fahrzeug. Zu Illustrationszwecken. | Quelle: Getty Images

Ein Paketzusteller neben einem DHL-Fahrzeug. Zu Illustrationszwecken. | Quelle: Getty Images

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DHL-Zentrum in Leizen bleibt vorerst geschlossen

Für die Mitarbeiter bedeutete der Fund am Dienstag eine sofortige Evakuierung. Mehr als 20 Menschen mussten das Zustellzentrum verlassen. Der Betrieb steht derzeit still. Die Spezialkräfte untersuchen die DHL-Halle weiterhin. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Sendungen mit der Substanz in Berührung gekommen sein könnten und ob von weiteren Paketen eine Gefahr ausgeht.

Nach den bisherigen Erkenntnissen könnte es sich bei dem Stoff um hochgiftiges Quecksilber handeln. Das Schwermetall ist bei Raumtemperatur flüssig und unterscheidet sich damit von den meisten anderen Metallen. Besonders relevant ist eine mögliche Belastung durch Quecksilberdämpfe. Eine länger andauernde Belastung kann erhebliche gesundheitliche Folgen haben und unter anderem Gehirn, Lunge, Nieren und das Immunsystem beeinträchtigen. Welche konkrete gesundheitliche Belastung bei der 50-jährigen Mitarbeiterin vorliegt, lässt sich aus den bisherigen Informationen nicht ableiten. Sie wird ärztlich behandelt.

Ermittler prüfen mögliche weitere Gift-Pakete

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Besonders wichtig ist für die Einsatzkräfte nun, ob es sich um einen einzelnen Vorfall handelt oder ob möglicherweise weitere kontaminierte Sendungen unterwegs sind. Nach den bisherigen Informationen wurden mindestens drei entsprechende Pakete entdeckt. Wie die Substanz in oder an die Sendungen gelangte, ist bislang nicht geklärt. Auch ist offen, woher sie ursprünglich stammt.

Die Ermittlungen konzentrieren sich deshalb nicht nur auf das DHL-Zentrum selbst. Gleichzeitig müssen die Spezialkräfte feststellen, ob weitere Sendungen betroffen sein könnten. Die Untersuchungen in Leizen laufen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen weiter. Dabei spielt auch ein Vorfall eine Rolle, der sich wenige Tage zuvor in Mecklenburg-Vorpommern ereignet hatte.

DHL-Pakete. Nur zu Illustrationszwecken. | Quelle: Getty Images

DHL-Pakete. Nur zu Illustrationszwecken. | Quelle: Getty Images

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Bereits vergangene Woche Quecksilber in Blumenlieferung entdeckt

Am Freitag, den 18. September 2026, waren zwei Frauen im rund 70 Kilometer entfernten Neustadt-Glewe im Landkreis Ludwigslust-Parchim mit Übelkeit und Kopfschmerzen in ein Krankenhaus gebracht worden. Auslöser war eine Blumenlieferung. Ein großes Bouquet aus weißen und roten Rosen sollte eigentlich eine Geste der Versöhnung sein. Die Lieferung war als Geburtstagsgeschenk für die Schwester einer 28-jährigen Frau gedacht. Als die Frauen das Blumenpaket öffneten, trat Flüssigkeit aus der Verpackung aus. Kurz darauf klagte die 28-Jährige über Beschwerden. Die Feuerwehr, Polizei und Spezialkräfte rückten an. Die betroffene Wohnung und der dazugehörige Hausflur wurden vorübergehend abgesperrt und die Frauen wurden ins Krankenhaus gebracht.

Später bestätigte die Polizei den Fund von Quecksilber in der Lieferung. „In der Lieferung wurde das Quecksilber entdeckt. Die Gesamtumstände dieser Lieferung sowie die Herkunft der Blumen sind Gegenstand der weiteren Ermittlungen.“ Die 28-Jährige, die mit ihrer Familie vor vier Jahren aus Odessa in der Ukraine nach Deutschland gekommen war, lebt mit ihrem Ehemann im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in Neustadt-Glewe. Im selben Gebäude wohnt ihre Schwester im zweiten Stock. Laut Angaben der Familie hatten sie bereits vier- oder fünfmal bei demselben Blumenhändler bestellt, ohne dass es zuvor Probleme gegeben habe.

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Rosen sollten zwei Schwestern wieder versöhnen

Hinter der Blumenlieferung stand nach den Angaben der Familie ein persönlicher Anlass. Die beiden Schwestern waren zerstritten. Der Ehemann der 28-Jährigen wollte die beiden wieder zusammenbringen und bestellte deshalb für den Geburtstag der Schwester einen großen Rosenstrauß. Das Bouquet bestand laut den Angaben aus 20 weißen und etwa 81 roten Rosen und kostete rund 150 Euro. Die Lieferung wurde von der 28-Jährigen und ihrer 19-jährigen Freundin entgegengenommen.

Beim Auspacken bemerkten sie die Flüssigkeit. Die Mutter der 28-Jährigen sagte gegenüber BILD: „Als sie die Blumen auspackte, wurde ihr direkt schwindelig und übel. Ein Nachbar hat erzählt, dass die Verpackung schon bei der Lieferung getropft hat.“

Beide Frauen verständigten den Notruf und wurden anschließend in eine Klinik nach Rostock gebracht. Die 28-Jährige informierte während ihres Krankenhausaufenthalts auch ihre Kundinnen über Instagram. Sie arbeitet als Nageldesignerin und bietet in ihrer Wohnung Maniküre und Pediküre an. Nach dem Vorfall schrieb sie: „Mädels, alle Termine werden abgesagt, ich werde – weiß nicht wie lange – nicht arbeiten, man wollte mich mit Quecksilber vergiften! Das Labor-Fahrzeug hat bestätigt, dass es Quecksilber ist!“

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Das betroffene Gebäude wurde zunächst abgesperrt. Am Samstag um 9.30 Uhr konnte es wieder freigegeben werden. Die Wohnung der 28-Jährigen dürfe nach den vorliegenden Informationen allerdings für eine Woche nicht betreten werden.

Hängt der Fall in Leizen mit den Rosen zusammen?

Die Kriminalpolizei ermittelt in dem Fall in Neustadt-Glewe wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Stoffen sowie wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt. Woher das Quecksilber stammt und wie es in die Blumenlieferung gelangte, ist bislang ungeklärt. Quecksilberhaltige Pflanzenschutzmittel sind in der Europäischen Union bereits seit Jahrzehnten verboten. Auch weltweit wurden die meisten Anwendungen mit Quecksilber eingestellt. Die 28-Jährige selbst sieht die Ursache nach ihren Angaben nicht beim Blumenhändler. Sie sagte gegenüber BILD: „Der Händler steht unter Schock, er ist ein guter Mensch. Ich hoffe, dass die Polizei möglichst schnell herausfindet, was passiert ist.“

Nun prüfen die Ermittler, ob zwischen dem Vorfall in Neustadt-Glewe und dem aktuellen Quecksilber-Verdacht im DHL-Zentrum in Leizen ein Zusammenhang bestehen könnte. Beide Fälle ereigneten sich innerhalb weniger Tage in Mecklenburg-Vorpommern. In Neustadt-Glewe wurde Quecksilber in einer Lieferung bestätigt; in Leizen besteht bislang lediglich der Verdacht auf eine mögliche Quecksilberkontamination. Zudem geht es in Leizen um mehrere möglicherweise kontaminierte Sendungen.

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Ein direkter Zusammenhang ist bislang jedoch nicht bestätigt. Ob die Sendung aus Neustadt-Glewe und die nun im DHL-Verteilerzentrum entdeckten Pakete tatsächlich miteinander in Verbindung stehen, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Spezialkräfte setzen ihre Untersuchungen in Leizen deshalb fort. Im Mittelpunkt steht derzeit die Sicherung der betroffenen Sendungen und die Klärung der Frage, ob weitere Pakete mit der Substanz in Berührung gekommen sein könnten.

Für die Beschäftigten des Zustellzentrums bleibt der Betrieb vorerst unterbrochen. Gleichzeitig soll geklärt werden, wie es zu dem Kontakt der Mitarbeiterin mit der Flüssigkeit kam und welche weiteren Gefahren möglicherweise von den betroffenen Sendungen ausgehen.

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