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Autos | Quelle: Getty Images
Autos | Quelle: Getty Images

Riesen-Rückruf: VW und Audi rufen mehr als 2,1 Millionen Autos zurück

Edita Mesic
25. Sept. 2026
18:41

Es ist einer der größten Rückrufe der vergangenen Jahre: Volkswagen und Audi holen weltweit mehr als 2,1 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten. Betroffen sind einige der beliebtesten Modelle der Konzerne – und ein Bauteil, dessen Versagen im schlimmsten Fall lebensgefährlich werden kann.

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Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer müssen jetzt aufmerksam sein: Volkswagen und seine Tochtermarke Audi haben einen gewaltigen Rückruf gestartet. Weltweit sind mehr als 2,1 Millionen Fahrzeuge betroffen, die nun überprüft werden müssen. Der Grund ist ein sicherheitsrelevanter Mangel, der im Extremfall schwerwiegende Folgen haben kann – doch der Reihe nach.

Rückrufe gehören in der Autobranche zum Alltag, die meisten betreffen überschaubare Stückzahlen. Dieser Fall aber sticht durch seine schiere Größe heraus. Wenn zwei der bekanntesten deutschen Marken gleichzeitig Millionen Autos zurückrufen, ist das ein Vorgang, der weit über die übliche Routine hinausgeht – und der viele Halterinnen und Halter direkt betrifft.

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Diese Modelle sind betroffen

Der Rückruf erstreckt sich über mehrere populäre Baureihen, die auf deutschen Straßen allgegenwärtig sind. Bei Volkswagen geht es um die Modelle Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy. Bei Audi ist der Q3 betroffen. Es handelt sich also nicht um Nischenfahrzeuge, sondern um echte Verkaufsschlager – gerade der VW Golf und der Tiguan gehören zu den meistgefahrenen Autos überhaupt.

Genau das macht diesen Rückruf so bedeutsam: Weil die betroffenen Modelle so weit verbreitet sind, dürfte eine enorme Zahl an Menschen von der Aktion berührt sein. Viele werden in den kommenden Wochen Post von ihrem Hersteller erhalten oder sollten von sich aus prüfen, ob ihr Fahrzeug dazugehört.

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Mehr als zwei Millionen Autos weltweit

Die Dimension des Rückrufs wird an den Zahlen deutlich. Insgesamt sind weltweit rund 2,16 Millionen Fahrzeuge betroffen. Allein in Deutschland entfallen auf die Volkswagen-Modelle etwa 900.000 Autos. Beim Audi Q3 sind weltweit rund 700.000 Fahrzeuge betroffen, davon nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) 58.555 in Deutschland.

Damit zählt der Rückruf zu den umfangreichsten der jüngeren Vergangenheit. Für die Konzerne kommt er zur Unzeit: Volkswagen kämpft ohnehin mit schwierigen Rahmenbedingungen, darunter schwache Verkaufszahlen in China und im Geschäft mit Elektroautos. In den vergangenen Jahren hat der Konzern zehntausende Stellen abgebaut und Werke verkleinert, um Kosten zu senken. Ein Rückruf dieser Größenordnung ist da ein weiterer Belastungstest – auch wenn die Sicherheit der Kundinnen und Kunden unbestritten Vorrang haben muss.

Dass ausgerechnet solche Volumenmodelle betroffen sind, verschärft die Lage. Der Golf ist über Jahrzehnte zum Inbegriff des deutschen Kompaktwagens geworden, der Tiguan zählt zu den erfolgreichsten SUVs des Konzerns, und Modelle wie Touran und Caddy sind bei Familien und Gewerbetreibenden gleichermaßen beliebt. Genau deshalb erreicht dieser Rückruf eine so breite Öffentlichkeit: Es sind Alltagsautos, die man an jeder Straßenecke sieht. Rückrufe in dieser Größenordnung sind zwar selten, kommen aber immer wieder vor – moderne Fahrzeuge bestehen aus tausenden Bauteilen, und schon ein einzelnes fehleranfälliges Element kann eine millionenfache Rückholaktion auslösen.

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Welche Baujahre es trifft

Nicht jedes Fahrzeug der genannten Modelle ist automatisch betroffen. Entscheidend ist der Produktionszeitraum. Nach den vorliegenden Informationen umfasst der Rückruf bei Audi Fahrzeuge, die zwischen dem 31. Oktober 2017 und dem 23. Mai 2024 produziert wurden. Bei Volkswagen ist der Zeitraum deutlich länger: Hier geht es um Autos, die zwischen dem 24. September 2013 und dem 1. Juli 2024 vom Band liefen.

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Über einen so langen Zeitraum hinweg summieren sich naturgemäß enorme Stückzahlen. Wer eines der betroffenen Modelle fährt und es in diesem Zeitfenster gekauft hat, sollte den Rückruf daher ernst nehmen und aktiv werden, statt abzuwarten.

So finden Halter heraus, ob ihr Auto dabei ist

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Damit Autobesitzer Klarheit bekommen, gibt es eindeutige Kennungen. Der Rückruf ist beim Kraftfahrt-Bundesamt unter den Referenznummern 17014R (Audi) und 17016R (Volkswagen) erfasst. Zusätzlich haben die Hersteller interne Rückrufcodes vergeben: 48 LG bei Audi und 48 VS bei Volkswagen.

Wer unsicher ist, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, kann sich an eine Vertragswerkstatt der jeweiligen Marke wenden oder die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) prüfen lassen. Anhand dieser Nummer lässt sich zweifelsfrei feststellen, ob ein Auto Teil der Rückrufaktion ist. Auch der ADAC, über den der Rückruf öffentlich wurde, weist Betroffene darauf hin, den Weg in die Werkstatt nicht auf die lange Bank zu schieben.

Grundsätzlich informieren die Hersteller betroffene Halter bei sicherheitsrelevanten Rückrufen in der Regel schriftlich. Zusätzlich führt das Kraftfahrt-Bundesamt öffentliche Rückrufdatenbanken, in denen sich anhand von Modell und Referenznummer nachvollziehen lässt, ob ein Fahrzeug betroffen ist. Wer sein Auto gebraucht gekauft hat oder umgezogen ist, sollte nicht allein darauf vertrauen, automatisch angeschrieben zu werden – ein kurzer Check in der Werkstatt schafft Sicherheit.

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Was passiert, wenn man den Rückruf ignoriert?

Einen sicherheitsrelevanten Rückruf sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen – und zwar nicht nur aus Gründen der eigenen Sicherheit. Reagieren Halter über längere Zeit nicht auf die Aufforderung, können die Behörden bei gravierenden Mängeln nachdrücklicher werden. Im äußersten Fall droht bei einem nicht behobenen, sicherheitskritischen Defekt sogar die Stilllegung des Fahrzeugs, weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

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Auch bei der Hauptuntersuchung kann ein bekannter, unerledigter Rückruf zum Problem werden. Und nicht zuletzt spielt der Versicherungsschutz eine Rolle: Wer trotz eindeutiger Aufforderung eine sicherheitsrelevante Reparatur unterlässt und es kommt zu einem Unfall, könnte im Streitfall in Erklärungsnot geraten. Angesichts der kostenlosen und meist schnell erledigten Reparatur gibt es also keinen guten Grund, den Termin hinauszuzögern.

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Was Betroffene jetzt tun müssen

Die gute Nachricht für alle Betroffenen: Die notwendige Reparatur ist mit keinerlei Kosten verbunden. Autobesitzerinnen und -besitzer, deren Fahrzeug von dem Rückruf betroffen ist, müssen lediglich einen Termin in der Werkstatt vereinbaren. Dort wird das fragliche Bauteil überprüft und, falls erforderlich, ausgetauscht.

Konkret wird die betroffene Verschraubung kontrolliert und die vorhandene Schraube durch eine widerstandsfähigere, korrosionsbeständigere Ausführung ersetzt. Die gesamte Maßnahme ist für die Fahrzeughalter kostenlos – sie müssen also nur ihre Zeit investieren, nicht ihr Geld. Angesichts des möglichen Risikos ist das ein überschaubarer Aufwand, der dringend empfohlen wird.

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Wie gefährlich ist die Lage wirklich?

Trotz der großen Zahl an zurückgerufenen Autos versuchen die Hersteller zu beruhigen. Nach Angaben von Volkswagen dürfte tatsächlich nur ein kleinerer Teil der zurückgerufenen Fahrzeuge von dem Problem betroffen sein. Zudem seien bislang keine Unfälle oder Verletzungen bekannt, die auf den Mangel zurückzuführen wären.

Der Rückruf erfolgt damit in erster Linie vorsorglich – nach dem in der Branche üblichen Prinzip, lieber frühzeitig und großflächig zu handeln, bevor überhaupt etwas passiert. Das ändert allerdings nichts daran, dass Betroffene die Aufforderung ernst nehmen sollten. Denn was genau den Fahrzeugen fehlen kann, hat es durchaus in sich.

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Das steckt wirklich hinter dem Rückruf

Und damit zu der Frage, die sich alle Betroffenen stellen: Was stimmt eigentlich mit den Autos nicht? Im Zentrum steht ein zunächst unscheinbar wirkendes Bauteil – eine Verschraubung an der Lenkung, genauer gesagt am Lenkgetriebe. Genau diese Verbindung erweist sich als möglicherweise fehleranfällig.

Nach Herstellerangaben kann es unter bestimmten Umständen durch Korrosion – etwa infolge von Feuchtigkeit – zu Schäden an der Schraube kommen. Im ungünstigsten Fall kann die Schraube sogar abreißen. Dadurch wird die Verbindung im Bereich der Lenkung beeinträchtigt. Und das hat potenziell dramatische Folgen: Im schlimmsten Fall kann die Lenkung des Fahrzeugs ausfallen.

Ein Lenkungsausfall während der Fahrt gehört zu den gefährlichsten Szenarien überhaupt. Wer die Kontrolle über die Lenkung verliert, kann sein Auto nicht mehr steuern – mit einem entsprechend hohen Unfallrisiko für die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer. Genau deshalb stufen die Konzerne den Mangel als sicherheitsrelevant ein und greifen zu einem Rückruf dieser gewaltigen Größenordnung.

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Die Lösung ist im Kern simpel, aber wichtig: Die anfällige Schraube wird durch eine korrosionsbeständigere ersetzt, sodass das Risiko eines Abrisses gebannt ist. Für die Fahrzeughalter bedeutet das vor allem eines: nicht zögern, sondern den Termin in der Werkstatt zeitnah wahrnehmen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Ausfalls nach Herstellerangaben gering ist – bei einem Bauteil, das über die Kontrolle des Fahrzeugs entscheidet, sollte man kein Risiko eingehen.

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Fazit: lieber einmal zu viel in die Werkstatt

Für Millionen Menschen, die einen Golf, Tiguan, Touran, Caddy, einen Golf Variant oder einen Audi Q3 fahren, heißt es jetzt: prüfen, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist – und im Zweifel einen Werkstatttermin vereinbaren. Der Austausch kostet nichts und nimmt in der Regel nur wenig Zeit in Anspruch.

Der Fall zeigt einmal mehr, wie ernst Rückrufe genommen werden sollten, auch wenn sie im Alltag oft lästig erscheinen. Ein kleines, korrodiertes Bauteil kann im Extremfall über Sicherheit oder Gefahr entscheiden. Wer die kostenlose Reparatur wahrnimmt, ist auf der sicheren Seite – und kann anschließend wieder mit gutem Gefühl hinter dem Steuer sitzen.

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