
Bestürzung an einem beliebten Wiesn-Fahrgeschäft: Was sich am Montagabend abspielte – Fotos

Das 191. Oktoberfest ist erst wenige Tage alt, da überschattet ein tragisches Unglück die Feierlaune. An einem der markantesten Fahrgeschäfte der Theresienwiese kam es am Montagabend zu einem Großeinsatz – mit einem tödlichen Ausgang, der eine ganze Schaustellerfamilie und die Wiesn-Gemeinde erschüttert.
Ausgelassene Stimmung, volle Bierzelte, blinkende Lichter – und mitten hinein ein Unglück, das für Trauer und Fassungslosigkeit sorgt: Auf dem Münchner Oktoberfest ist am Montagabend ein Mitarbeiter eines Fahrgeschäfts tödlich verunglückt. Der 52-Jährige erlag noch in der Nacht seinen schweren Verletzungen. Die Kriminalpolizei ermittelt zu den genauen Umständen.
Was als ganz normaler Wiesn-Abend begann, endete für den Mann und seine Angehörigen in einer Katastrophe. Und während rundherum weitergefeiert wurde, spielten sich an einem abgesperrten Bereich der Theresienwiese dramatische Szenen ab.

22. September 2026, Bayern, München: Der Freifallturm „Hangover" auf dem Oktoberfest. Nach dem tödlichen Unfall mit einem Fahrgeschäft-Mitarbeiter auf dem Münchner Oktoberfest dauern die Ermittlungen zur Unfallursache an. | Quelle: Getty Images
Der Unfall am „Hangover"
Gegen 21.50 Uhr ging am Montag, dem 21. September 2026, bei der Polizei die Meldung über einen Unfall am Fahrgeschäft „Hangover" ein. Dabei handelt es sich um einen rund 85 Meter hohen Free-Fall-Turm, der auf der Matthias-Pschorr-Straße zwischen Esperantoplatz und der Bavaria steht und bei dem die Fahrgäste im freien Fall in die Tiefe sausen. Ein spektakuläres Erlebnis – und eines der Wahrzeichen unter den Wiesn-Attraktionen.
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hielt sich der 52-jährige Security-Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Unglücks in einem Bereich auf, in dem er sich nicht hätte aufhalten dürfen. Dort wurde er von einer herabfahrenden Gondel des Turms erfasst und eingeklemmt. Der Mann wurde dabei lebensgefährlich verletzt.
Rettungskräfte und Polizeibeamte waren rasch zur Stelle. Sie riefen den Notarzt und begannen noch vor Ort mit der Reanimation. Anschließend wurde der Schwerverletzte in ein Münchner Krankenhaus gebracht. Doch trotz aller Bemühungen erlag er dort in der Nacht seinen Verletzungen. Ausdrücklich betonte die Polizei: Für die Fahrgäste des Turms bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr, sie waren von dem Unglück nicht betroffen.

21 September 2026, Bayern, München: Polizeibeamte und Rettungskräfte sind am Unfallort im Einsatz. Auf dem Oktoberfestgelände in München ereignete sich ein Unfall an einem Fahrgeschäft. | Quelle: Getty Images
„Volle Zelte, volle Straßen"
Besonders bedrückend ist der Umstand, dass sich der tödliche Unfall mitten im laufenden Festbetrieb ereignete. „Das Ganze geschah im vollen Betrieb auf dem Gelände, volle Zelte, volle Straßen", schilderte ein Sprecher der Polizei die Situation. Während Zehntausende Besucher feierten, tranken und lachten, kämpften nur wenige Meter entfernt Rettungskräfte um das Leben eines Menschen.
Der Bereich rund um das Fahrgeschäft wurde umgehend weiträumig abgesperrt, um den umfangreichen Rettungseinsatz zu ermöglichen. Eine größere Zahl an Einsatzkräften war vor Ort. Nach und nach verließen die Menschen den abgeriegelten Bereich, während die Kriminalpolizei erste Ermittlungen aufnahm.
Der Anblick des Geschehens hinterließ bei vielen Umstehenden tiefe Spuren. Mehrere Augenzeugen hatten das Unglück unmittelbar mitbekommen und mussten von Fachdiensten betreut werden. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um jene, die den Vorfall mitansehen mussten – die seelsorgerische Betreuung war nötig geworden, um die Zeugen psychologisch aufzufangen.

22 September 2026, Bayern, München: Der Freifallturm „Hangover" auf dem Oktoberfest. | Quelle: Getty Images
Das Opfer: ein 52-Jähriger aus Südbayern
Bei dem Verstorbenen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 52 Jahre alten Security-Mitarbeiter mit Wohnsitz in Südbayern. Er war im Auftrag des Fahrgeschäfts im Einsatz, als sich das Unglück ereignete. Über die Person hinaus hielten sich die Behörden aus Rücksicht zunächst bedeckt.
Sein Tod trifft nicht nur seine Familie, sondern auch die Kolleginnen und Kollegen sowie die gesamte Schausteller-Gemeinde schwer. Auf einem Volksfest, das für Lebensfreude und Ausgelassenheit steht, ist ein solcher Verlust ein tiefer Einschnitt.

22 September 2026, Bayern, München: Der Freifallturm „Hangover" auf dem Oktoberfest. Nach dem tödlichen Unfall mit einem Fahrgeschäft-Mitarbeiter auf dem Münchner Oktoberfest dauern die Ermittlungen zur Unfallursache an. | Quelle: Getty Images
Ermittlungen: menschliches Versagen oder technischer Defekt?
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Anzeichen für ein Fremdverschulden – etwa, dass der 52-Jährige geschubst worden sein könnte – gibt es nach bisherigem Stand nicht. Noch am Abend wurden Betreiber, Kollegen und Fahrgäste befragt.
Im Zentrum der Untersuchungen steht die Frage, ob menschliches Versagen oder ein technischer Defekt zu dem Unglück geführt hat. Auch ob Beteiligte möglicherweise unter Alkoholeinfluss standen, ist Teil der laufenden Ermittlungen. Die Polizei bat zudem Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich zu melden – ihre Schilderungen könnten helfen, den genauen Ablauf zu rekonstruieren.
Weitere Details konnten die Ermittler zunächst nicht nennen. Die Aufklärung eines solchen Falls braucht Zeit: Technische Gutachten, Zeugenaussagen und die genaue Rekonstruktion der Abläufe müssen zusammengeführt werden, ehe ein klares Bild entsteht.
Neben der strafrechtlichen Seite dürfte der Fall auch die Arbeitsschutzbehörden beschäftigen. Der Tod eines Mitarbeiters während der Arbeit ist zugleich ein schwerer Arbeitsunfall, der eigene Untersuchungen nach sich zieht – etwa zu der Frage, wie der Zugang zu dem Gefahrenbereich geregelt war und ob Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden. Moderne Fahrgeschäfte verfügen in der Regel über abgesicherte Zonen, die während des Betriebs nicht betreten werden dürfen, sowie über zahlreiche technische Schutzmechanismen. Warum sich der 52-Jährige dennoch in dem gefährlichen Bereich aufhielt, ist eine der zentralen Fragen, die nun beantwortet werden müssen.

22 September 2026, Bayern, München: Der Freifallturm „Hangover" auf dem Oktoberfest. Nach dem tödlichen Unfall mit einem Fahrgeschäft-Mitarbeiter auf dem Münchner Oktoberfest dauern die Ermittlungen zur Unfallursache an. | Quelle: Getty Images
Betreiberfamilie „geschockt und entsetzt"
Auch die Betreiber des „Hangover" meldeten sich zu Wort. In einer Mitteilung zeigte sich die Schaustellerfamilie Schneider tief betroffen. „Unser ganzes Team ist geschockt und entsetzt", erklärte Familiensprecher Dirk Metz. Für die Familie sei es ein in ihrer Geschichte einmaliger Vorfall.
Man arbeite eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen, hieß es weiter, um bei der Klärung der Frage zu helfen, wie es zu diesem Unglück habe kommen können – und welche Konsequenzen gegebenenfalls zu ziehen seien. Der Betreiber selbst betonte, er könne derzeit noch nichts dazu sagen, wie es für den „Hangover" auf der Wiesn weitergehe.
TÜV-Prüfung und ein Gedenken am Donnerstag
Rasch stellte sich die Frage, ob das Fahrgeschäft wieder öffnen darf. Peter Bausch, Vorsitzender des Münchner Schaustellervereins, bestätigte, dass am „Hangover" kein Defekt vorliege. Sofern die behördliche Freigabe erfolge, könne die Attraktion wieder in Betrieb gehen. Auch Yvonne Heckl, Sprecherin der Wiesn-Schausteller, äußerte sich entsprechend.
Zunächst aber stand eine gründliche Überprüfung an. Der TÜV rückte mit rund zehn Personen an, um das Fahrgeschäft zu begutachten. „Alles wird gründlich geprüft und dann erst geöffnet", betonte Heckl. Ob und wann der „Hangover" wieder öffnet, war zunächst offen.
Der verstorbene Mitarbeiter soll nicht vergessen werden: Bei einem Schausteller-Gottesdienst am Donnerstag, dem 24. September, um 9.30 Uhr soll seiner gedacht werden. Ein Zeichen des Zusammenhalts in einer Branche, in der man sich untereinander gut kennt.
Anteilnahme aus Politik und von der Wiesn
Die Nachricht vom Tod des Mitarbeiters löste weit über die Theresienwiese hinaus Betroffenheit aus. Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) erklärte, er habe „mit Bestürzung" von dem Unglück erfahren. „Meine Gedanken sind bei der Familie des verunglückten Mannes und den Mitarbeitenden des Fahrgeschäfts", so der OB. Den Einsatzkräften dankte er für ihr schnelles Eingreifen.
Am Tag nach dem Unglück trafen auch Wiesn-Chef Christian Scharpf und Münchens Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) am Fahrgeschäft ein. Dietl hatte Blumen dabei, um ihr Beileid zu bekunden. Auch abseits der Politik war die Anteilnahme groß: Eine Frau von einem Stand gegenüber legte eine einzelne Rose am „Hangover" ab – eine stille Geste des Mitgefühls inmitten des Trubels.
Ein Schatten über dem Jubiläums-Oktoberfest
Das diesjährige Oktoberfest ist bereits das 191. seiner Art und läuft noch bis zum 4. Oktober. Millionen Besucher aus aller Welt strömen in diesen Wochen auf die Theresienwiese, um das größte Volksfest der Welt zu feiern. Der tödliche Unfall am „Hangover" wirft nun einen dunklen Schatten über die ansonsten so fröhliche Veranstaltung.
Dabei war es nicht der erste Zwischenfall an einem Fahrgeschäft in diesem Jahr: Schon am Eröffnungstag hatte es rund um ein Karussell einen Schreckmoment gegeben. Immer wieder wird die Wiesn zudem von tragischen Ereignissen begleitet – von gesundheitlichen Notfällen bis zu Unglücksfällen. Der Tod eines Mitarbeiters mitten im Betrieb aber ist auch für die erfahrene Schausteller-Gemeinde eine Ausnahmesituation, die tief sitzt.
Bei aller Feierlaune erinnert dieser Fall daran, wie viele Menschen im Hintergrund dafür sorgen, dass Millionen Gäste unbeschwert feiern können – und wie schnell aus einem gewöhnlichen Arbeitsabend eine Tragödie werden kann. Die Aufklärung der genauen Umstände wird nun zeigen, was in jenen Sekunden am Free-Fall-Turm geschah.
Das Oktoberfest gilt als eines der bestorganisierten Großereignisse der Welt. Rund um die Uhr sind Sanitäter, Polizei, Sicherheitsdienste und technisches Personal im Einsatz, um bei rund sechs Millionen Besuchern für einen möglichst reibungslosen Ablauf zu sorgen. Fahrgeschäfte werden vor und während des Festbetriebs regelmäßig vom TÜV geprüft, die Sicherheitsstandards zählen zu den höchsten überhaupt. Gerade deshalb wiegt ein tödlicher Unfall wie dieser besonders schwer – er zeigt, dass sich selbst bei größter Sorgfalt Risiken nie völlig ausschließen lassen. Für die Verantwortlichen der Wiesn dürfte die lückenlose Aufklärung deshalb oberste Priorität haben, auch um das Vertrauen der Besucher in die Sicherheit des Volksfests zu erhalten.
Die Bilder des Einsatzes
Die dramatischen Szenen der Nacht und die Anteilnahme am Tag danach sind auch in eindrücklichen Aufnahmen festgehalten. Sie zeigen das Ausmaß des Großeinsatzes – und die leisen Gesten der Trauer, die dem lauten Festtreiben entgegenstehen.
Diese Aufnahmen machen greifbar, was sich in Worten nur schwer fassen lässt: Wie nah an diesem Abend auf der Wiesn Feiern und Trauer beieinanderlagen.
AmoMama.de unterstützt und fördert keine Formen von Gewalt, Selbstbeschädigung oder anderes gewalttätiges Verhalten. Wir machen unsere LeserInnen darauf aufmerksam, damit sich potentielle Opfer professionelle Beratung suchen und damit niemand zu Schaden kommt. AmoMama.de setzt sich gegen Gewalt, Selbstbeschädigung und gewalttätiges Verhalten ein, AmoMama.de plädiert deshalb für eine gesunde Diskussion über einzelne Fälle von Gewalt, Missbrauch, oder sexuelles Fehlverhalten, Tiermissbrauch usw. zum Wohl der Opfer. Wir ermutigen in diesem Sinne alle LeserInnen, jegliche kriminelle Vorfälle, die wider diesen Kodex stehen, zu melden.