
„Ohne ausreichende Belüftung, Wasser und Futter“: Bundespolizei stoppt illegalen Welpen-Transport

Sie steckten in dunklen Pappkartons und bekamen nur durch winzige Löcher Luft – bei bis zu 36 Grad, ohne Wasser, ohne Futter. Sieben Welpen wurden so quer durch Europa gekarrt und hätten es fast nicht überlebt.
Es ist ein Bild, das fassungslos macht. Am Grenzübergang Reitzenhain in Sachsen dokumentierte die Bundespolizei, wie skrupellos illegale Welpenhändler vorgehen – und wie knapp der Grat zwischen Überleben und Tod für diese kleinen Tiere war.

Auf diesem Foto vom 23. Juni 2026 sind Hunde zu sehen, die aus Hundeschlachthöfen gerettet wurden und nun in einem Tierheim der Tierrechtsorganisation „KARA“ in Paju untergebracht sind | Quelle: Getty Images
In geschlossenen Kartons, ohne Belüftung, ohne Wasser, ohne Futter, kauerten sieben kleine Malteser-Mischlinge. Durch schmale Löcher in der Pappe drang gerade so viel Sauerstoff, dass die Hunde nicht erstickten.
Draußen kletterte das Thermometer auf bis zu 36 Grad. Wer schon einmal im Sommer in einem aufgeheizten Auto gesessen hat, kann erahnen, was die Tiere in ihren engen Kartons durchgemacht haben müssen.

Ein Schild mit der Aufschrift „Polizei“ am 4. Juni 2026 in Berlin, Deutschland | Quelle: Getty Images
So transportierte eine 48-jährige Frau aus Rumänien die Welpen – von einem Land ins nächste, mitten in der Sommerhitze, als wären es keine Lebewesen, sondern bloße Fracht.
Doch am vergangenen Freitagnachmittag war die Tortur der eingepferchten Hunde plötzlich vorbei.

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Einsatzkräfte aus Chemnitz kontrollierten die Fahrerin am Grenzübergang zwischen Tschechien und Deutschland in Reitzenhain. Was zunächst nach einer Routinekontrolle aussah, wurde für sieben Welpen zur Rettung in letzter Minute.
Denn für die Tiere konnte die Frau keine gültigen Papiere vorlegen. Nach ihren eigenen Angaben sollten die Welpen weiter nach Belgien gebracht werden – ein weiter Weg, den nicht alle überstanden hätten.
Wie dramatisch die Lage war, beschreibt ein Sprecher der Bundespolizei so:

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„Die Tiere befanden sich in Pappkartons ohne zureichende Belüftung, Wasser und Futter. Umgehend wurde das Veterinäramt verständigt. Eine Amtstierärztin kam vor Ort und die Tiere wurden in ein Tierheim verbracht.“
Für die Fahrerin hat der Vorfall Folgen. Gegen die 48-Jährige wird nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.
Für die Welpen dagegen beginnt ein neues Kapitel – eines, in dem sie zum ersten Mal seit Langem wieder versorgt werden. Auf Anfrage, erklärte ein Sprecher des Erzgebirgskreises:

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„Die Hunde sind jetzt in Quarantäne und werden geimpft.“
Ob die kleinen Malteser-Mischlinge später an neue Besitzer vermittelt werden können, soll sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Immerhin: Trotz der Strapazen sei ihr Zustand erstaunlich stabil.
Doch so erschütternd der Fall auch ist – er steht längst nicht allein.
Erst gestern hatte die Polizei in einem anderen Bundesland einen ganz ähnlichen Fund gemacht. Bei einer Verkehrskontrolle auf der A61 bei Dannstadt-Schauernheim in Rheinland-Pfalz entdeckten Beamte drei wenige Wochen alte Welpen.
Auch diese Tiere wurden ohne Futter und ohne Wasser transportiert, ungesichert auf dem Rücksitz eines Autos. Einen Pass für die Hunde konnte die 29-jährige Fahrerin aus Frankreich nicht vorweisen. Und es kam noch schlimmer.
Neben den Welpen saßen auf der Rückbank zwei Kinder – ebenfalls ungesichert. Die Polizei übergab die Tiere in Absprache mit dem Veterinäramt an die Tierrettung.
Zwei Fälle, zwei Bundesländer, nur ein Tag dazwischen. Für alle, die glauben, so etwas sei die absolute Ausnahme, zeichnen diese Bilder ein anderes, beunruhigendes Muster.

Polizeieinsatzfahrzeug | Quelle: Getty Images
Reitzenhain nämlich gilt seit Langem als Brennpunkt für illegale Tiertransporte. Allein seit Beginn dieses Jahres wurden am Grenzübergang bereits mehrere illegale Welpentransporte aufgedeckt.
Der Hintergrund ist ein ebenso lukratives wie grausames Geschäft. Viele der Tiere stammen aus sogenannten „Puppy Mills“ – Vermehrerbetrieben vor allem in Rumänien, Ungarn, Bulgarien oder der Slowakei.
Dort werden Hündinnen immer wieder gedeckt, ihre Welpen viel zu früh von der Mutter getrennt. Anschließend werden die kleinen Hunde teuer nach Deutschland, Belgien, in die Niederlande oder nach Frankreich verkauft.
Mein Mann ist mit seinem Bruder angeln gegangen, kam aber nie zurück – ein Jahr später sagte meine älteste Tochter zu mir: „Ich hab Papas Jacke bei meinem Onkel gefunden. Schau mal, was in der Tasche war“
Ich habe jahrelang für den einsamsten, gemeinsten 80-jährigen Mann in meiner Straße gekocht - als er starb, machte sein Testament mich und seine 3 Kinder sprachlos
Viele dieser Tiere sind krank, ungeimpft oder besitzen gefälschte Papiere. Wer online einen vermeintlichen Schnäppchen-Welpen kauft, ahnt oft nicht, unter welchen Bedingungen das Tier zur Welt kam – und wie es transportiert wurde.
Für die Händler ist das Geschäft deshalb so attraktiv, weil die Nachfrage nach kleinen, günstigen Hunden ungebrochen hoch ist. Je mehr Welpen ein Fahrzeug transportiert, desto größer der Gewinn – und desto weniger zählt am Ende das Wohl der einzelnen Tiere. Wasser, Futter und ausreichend Luft kosten Platz und Zeit, beides wird eingespart.
Dass ausgerechnet Pappkartons als Transportbehälter dienen, zeigt, wie wenig Rücksicht genommen wird. Sie lassen sich schnell stapeln, unauffällig verstauen und bei einer Kontrolle leicht als harmloses Gepäck tarnen. Für die Tiere darin bedeuten sie jedoch Enge, Dunkelheit und im schlimmsten Fall den Erstickungstod.

Polizeieinsatzfahrzeug in Deutschland | Quelle: Getty Images
Genau deshalb ist jeder aufgedeckte Fall wichtig. Denn hinter jedem gestoppten Transport steckt nicht nur eine gerettete Ladung Tiere, sondern auch die Chance, das dahinterstehende System sichtbarer zu machen.
Für die sieben Malteser-Mischlinge aus Reitzenhain endete die Geschichte glimpflich – rechtzeitig entdeckt, bevor es zu spät war. Sie hatten das, was viele ihrer Artgenossen auf diesen Routen nicht haben: Glück im Unglück.
Wie viele andere Welpen an diesem heißen Sommertag unbemerkt über die Grenzen gebracht wurden, weiß niemand.
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