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Maria von Welser | Quelle: Getty Images
Maria von Welser | Quelle: Getty Images

TV-Journalistin Maria von Welser nach Hirn-OP bettlägerig

Edita Mesic
15. Sept. 2026
16:46

Jahrzehntelang zählte sie zu den bekanntesten Journalistinnen Deutschlands. Jetzt ist Maria von Welser (80) nach einer Operation am Kopf schwer pflegebedürftig. Ihr Ehemann schildert erschütternde Details aus dem Alltag des Paares – und am Ende steht ein einziges medizinisches Wort, das erklärt, wie heimtückisch diese Krankheit ist.

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Es sind Nachrichten, die viele langjährige Zuschauerinnen und Zuschauer tief berühren dürften. Maria von Welser, über Jahrzehnte ein prägendes Gesicht des deutschen Fernsehens, ist nach einer Hirn-Operation zu einem schweren Pflegefall geworden. Das berichtet ihr Ehemann Klaus Häusler in einem Gespräch mit der „Bild"-Zeitung. Die 80-Jährige ist demnach bettlägerig und rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen.

Der jüngste Eingriff im Dezember 2025 sollte der Journalistin eigentlich Erleichterung verschaffen. Ärzte legten eine Drainage, um Flüssigkeit aus ihrem Kopf abzuleiten – ein Eingriff, von dem sich das Paar eine Besserung erhoffte. Doch das Gegenteil trat ein. Seit der Operation hat sich ihr Zustand dramatisch verschlechtert.

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„Das wird auch nicht mehr besser"

Ihr Mann, mit dem sie seit 1994 verheiratet ist, findet gegenüber der Zeitung unmissverständliche Worte. „Es sieht nicht gut aus. Maria ist ein bettlägeriger Pflegefall. Da oben ist leider eine Menge verloren gegangen. Das wird auch nicht mehr besser werden", sagt Klaus Häusler.

Es ist ein Satz, der keine Hoffnung auf Genesung mehr zulässt. Fähigkeiten, die seine Frau über ein langes, aktives Leben hinweg selbstverständlich beherrschte, sind verloren – und werden, wie ihr Mann offen einräumt, nicht mehr zurückkehren.

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Ein Alltag, der von Pflege bestimmt wird

Wie sehr die Krankheit das Leben der einstigen Vollblutjournalistin verändert hat, macht Häusler mit Schilderungen aus dem Pflegealltag deutlich. Selbstständigkeit gibt es kaum noch; jeder Handgriff des Tages ist auf Unterstützung angewiesen.

„Maria kann nicht mehr alleine aufstehen. Mithilfe eines Liftas können die Pflegekräfte sie vom Bett in den Rollstuhl heben – und umgekehrt. Wir füttern sie auch. Maria erkennt mich noch, aber wenn sie spricht, ist sie schwer zu verstehen. Und auf Fragen bekomme ich Antworten, die sinnentfremdet sind. Ich würde so gern mit ihr spazieren gehen. Aber es geht nicht mehr", berichtet ihr Ehemann.

Besonders diese Zeilen zeichnen ein bewegendes Bild: Die Frau, die einst Millionen Menschen mit klaren Worten informierte und Debatten prägte, ringt heute um jeden verständlichen Satz. Dass sie ihren Mann noch erkennt, ist einer der wenigen Trostpunkte, die ihm bleiben.

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Eine der prägenden Stimmen des deutschen Fernsehens

Um zu verstehen, welch tiefer Einschnitt diese Erkrankung bedeutet, lohnt ein Blick auf das Lebenswerk von Maria von Welser. Die 1946 in München geborene Journalistin gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten und einflussreichsten Frauen im deutschen Fernsehen. Bundesweit bekannt wurde sie vor allem als Erfinderin und langjähriges Gesicht des ZDF-Frauenmagazins „ML Mona Lisa", das gesellschaftliche Themen aus weiblicher Perspektive auf die Agenda setzte, als das noch alles andere als selbstverständlich war.

Von Welser stand aber nicht nur vor der Kamera. Sie übernahm Führungsverantwortung im Sender, engagierte sich als Autorin und setzte sich als Präsidentin von UNICEF Deutschland für Kinder in aller Welt ein. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis und dem Bundesverdienstkreuz. Eine Frau, die ihr Leben lang für andere die Stimme erhob – und die nun selbst kaum noch sprechen kann.

Auch als Buchautorin machte sich von Welser einen Namen. Sie schrieb über Frauenrechte, über gesellschaftliche Missstände und über ihr eigenes Leben – und selbst ihre Krebserkrankung machte sie später zum Thema eines Buches, um anderen Betroffenen Mut zu machen. Bis ins hohe Alter blieb sie neugierig und aktiv: Noch vor wenigen Jahren erzählte sie von einer Liste mit Dingen, die sie unbedingt noch erleben wollte, vom Lernen der spanischen Sprache bis zu einer Reise nach Alaska. Gerade dieser ungebrochene Lebenswille macht die Nachrichten über ihren heutigen Zustand umso schwerer erträglich.

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Ein Kampf, der schon 2017 begann

So plötzlich die aktuelle Verschlechterung wirkt, so lang ist die Krankheitsgeschichte, die dahintersteht. Begonnen hatte alles mit Symptomen, die von Welser zunächst nicht deuten konnte: Ihr rechtes Auge ließ sich kaum noch öffnen, ein Mundwinkel hing herab. Anfang 2017 stand fest, dass ein Tumor im Kopf die Ursache war.

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Am Uniklinikum Hamburg operierten Ärzte die Journalistin damals fünf Stunden lang, es folgte eine wochenlange Bestrahlung. Eingeweiht hatte sie zu diesem Zeitpunkt nur ihren Mann – nicht einmal ihre beiden Söhne und die Enkeltochter wussten Bescheid. Zunächst schien der Kampf gewonnen: Der Befund galt als beherrschbar, von Welser als geheilt. Es waren, wie sie später erzählte, Freudentränen darüber, dass ihr eine Chemotherapie erspart blieb.

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Doch die Erleichterung hielt nicht. Immer wieder wuchsen neue Geschwulste nach. Insgesamt fünfmal musste sich die Moderatorin am Kopf operieren lassen, mehrfach unterzog sie sich Strahlentherapien, darunter eine mehrwöchige Protonenbestrahlung. Im Sommer 2024 diagnostizierten Ärzte am Uniklinikum Heidelberg einen Tumor auf der rechten Seite des Hirnstamms, der deutlich schneller gewachsen war als die vorherigen und rasch entfernt werden musste. Zwei Tage lag von Welser danach auf der Intensivstation, weitere neun Tage in der Klinik. Alle drei Monate ging sie zur Kontrolle ins MRT – und erlebte, wie ein Befund von einem Quartal zum nächsten von „tumorfrei" zu „neuer großer Tumor" kippen konnte.

Als sei die Belastung durch die Hirntumoren nicht genug, kam zwischenzeitlich noch eine weitere Krebsdiagnose hinzu: Von Welser musste sich ein Basaliom, den sogenannten weißen Hautkrebs, am Oberarm entfernen lassen. Es war ein Leben im Ausnahmezustand, geprägt von Diagnosen, Operationen und der ständigen Angst vor dem nächsten Rückschlag – und doch trat die Journalistin immer wieder mit bemerkenswerter Klarheit an die Öffentlichkeit, um über ihre Krankheit zu sprechen.

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„Jetzt sind die schlechten Zeiten"

Durch all diese Jahre hat Klaus Häusler seine Frau begleitet. Der 87-Jährige, seit mehr als drei Jahrzehnten an ihrer Seite, macht keinen Hehl daraus, wie schwer ihn die Situation trifft – und woraus er zugleich seine Kraft schöpft.

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„Ich bemühe mich, kräftig zu bleiben. Wir haben uns versprochen, in guten wie in schlechten Zeiten zusammenzubleiben. Jetzt sind die schlechten Zeiten. Ich habe ihr versprochen, bis zum Schluss bei ihr zu bleiben. Meine große Stütze dabei ist unsere Liebe", sagt er.

Es ist ein Bekenntnis, das über den konkreten Fall hinausweist – das Versprechen eines Ehepaars, das über Jahrzehnte zusammengehalten hat und nun vor der wohl schwersten Bewährungsprobe steht. Häusler beschreibt eine Aufgabe, die er nicht abgeben will, so schmerzhaft sie auch ist.

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Ich liebe diese Frau heiß und innig"

Am deutlichsten wird die Verzweiflung, wenn Häusler über seine Machtlosigkeit spricht. Denn bei aller Fürsorge, bei aller Pflege bleibt ihm das Gefühl, seiner Frau nicht wirklich helfen zu können.

„Ich liebe diese Frau heiß und innig. Es tut mir im Herzen weh, dass ich ihr nicht helfen kann. Niemand kann ihr helfen. Es ist eine böse Entwicklung, die mich unendlich traurig macht. Ich denke, Maria bekommt mit, was los ist. Sie sieht, dass ihr Leben hier im Bett enden wird", sagt der 87-Jährige.

Es sind Worte, die kaum jemand unberührt lassen dürften – die Ahnung eines Mannes, dass seine Frau ihren eigenen Zustand sehr wohl wahrnimmt, ohne etwas daran ändern zu können.

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Die Diagnose, die harmloser klingt, als sie ist

Bleibt am Ende die Frage, die sich durch diese ganze Leidensgeschichte zieht: Was genau hat Maria von Welser eigentlich? Die Antwort überrascht – und macht den Fall auf tragische Weise besonders.

Die Diagnose, die im Februar 2017 gestellt wurde, lautete: Meningeom. Ein Meningeom ist ein Tumor der Hirnhäute, der medizinisch in der Regel als gutartig eingestuft wird und meist langsam wächst. Ein Wort, das zunächst fast beruhigend klingt, verglichen mit den gefürchteten bösartigen Hirntumoren.

Doch der Fall Maria von Welser zeigt, wie wenig das Etikett „gutartig" über das tatsächliche Leid aussagt. Denn gutartig heißt in der Medizin vor allem, dass ein Tumor nicht streut und keine Metastasen bildet – nicht, dass er ungefährlich wäre. Fünf Kopfoperationen, jahrelange Bestrahlungen, immer neue Geschwulste und schließlich der Verlust der Selbstständigkeit – all das geht auf eine Tumorart zurück, die medizinisch als nicht bösartig eingestuft wird.

Gerade Meningeome können jedoch, je nach Lage und Größe, schwere Beschwerden verursachen, weil sie auf empfindliche Hirnregionen drücken. Von Welser selbst hat dem Begriff in der Vergangenheit widersprochen: Einen gutartigen Krebs, hat sie einmal betont, gebe es aus ihrer Sicht nicht. Manche dieser Tumoren seien raumgreifend und setzten dem Gehirn gefährlich zu – so sei es bei ihr gewesen. Deshalb hätten sie entfernt werden müssen.

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Genau darin liegt die bittere Ironie ihrer Geschichte: Eine als gutartig geltende Erkrankung hat eine der wortgewaltigsten Journalistinnen des Landes an ein Pflegebett gefesselt. Für Laien ist das schwer zu begreifen – doch gerade Meningeome können, je nach Lage und Zahl, immer wieder nachwachsen und durch ihre Nähe zu empfindlichen Hirnregionen erheblichen Schaden anrichten. Dass ausgerechnet Maria von Welser, die ihre Krankheit stets offen und kämpferisch begleitete, nun kaum noch am Leben teilnehmen kann, macht ihren Fall so erschütternd.

Einen weiteren Eingriff will von Welser möglichst vermeiden, auch ihr Mann rät ihr nicht dazu. Was bleibt, ist eine leise, verzweifelte Hoffnung. „Wir hoffen auf ein Wunder", sagt Klaus Häusler.

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