
„Unmöglich“: 2-jähriges Kind aus Kindertagesstätte in Haldensleben verschwunden – Was ist bisher bekannt?
Ein zweijähriger Junge wird morgens von seinem Vater in einer Kindertagesstätte abgegeben. Wenige Stunden später taucht das Kind plötzlich rund 100 Meter entfernt auf einer Straße wieder auf. Wie es dorthin gelangte, ist bislang ungeklärt. Nach den bisherigen Ermittlungen geht die Polizei inzwischen davon aus, dass der Junge nicht einfach aus der Kita weggelaufen sein kann.
Der Vorfall ereignete sich am Freitag, den 7. August 2026, in der Kindertagesstätte „Max und Moritz“ in Haldensleben in Sachsen-Anhalt. Der Junge war gegen 7.30 Uhr von seinem Vater in die Einrichtung gebracht worden.
Wie die anderen Kinder hielt sich der Junge an diesem Vormittag auf dem Außengelände der Kita auf. Insgesamt waren dort nach Angaben der Behörden 45 Kinder und acht Erzieherinnen. Die Betreuungskräfte hätten an ihren festen Plätzen gestanden und die Kinder beim Spielen beaufsichtigt.
Gegen 10.15 Uhr soll der Zweijährige zuletzt auf dem Spielplatz gesehen worden sein. Nur etwa 15 Minuten später wurde er dann rund 100 Meter von der Kindertagesstätte entfernt auf einer Kreuzung von einer Passantin entdeckt.
Zunächst lag der Verdacht nahe, dass der Junge die Kita möglicherweise selbstständig verlassen hatte. Die bisherigen Erkenntnisse der Behörden sprechen jedoch dagegen.
Polizei geht von Entziehung Minderjähriger aus
Das Außengelände ist nach Angaben der Stadt von einem rund 1,5 Meter hohen Maschendrahtzaun umgeben. Dieser sei unbeschädigt gewesen, Löcher habe es ebenfalls nicht gegeben. Auch die Tore sollen verschlossen gewesen sein.
Nach Einschätzung sei es deshalb „unmöglich“, dass ein zweijähriges Kind den Zaun allein überwunden hat. Wie der Junge das Gelände verlassen konnte, ist damit weiterhin eine zentrale Frage der Ermittlungen.
Die Polizei ermittelt inzwischen wegen Entziehung Minderjähriger. Wer das Kind möglicherweise vom Gelände genommen haben könnte und wie dies unbemerkt geschehen sein soll, ist bislang nicht bekannt.
Auch die Frage, wie es einem möglichen Täter gelungen sein könnte, den Jungen zu sich zu locken und anschließend über den 1,5 Meter hohen Zaun zu heben, ist offen. Nach den bisherigen Angaben soll dabei niemand etwas bemerkt haben.
Trotz der offenen Fragen sehen die Behörden derzeit keine Hinweise auf ein Fehlverhalten der Erzieherinnen. Die Stadt verweist insbesondere auf die Beschaffenheit des Spielplatzes und die verschlossenen Tore.
Gleichzeitig bleibt der kurze Zeitraum, in dem der Zweijährige verschwunden sein muss, rätselhaft. Zwischen seiner letzten Sichtung auf dem Spielplatz und dem Auffinden auf der Straße lagen nur wenige Minuten.
Die Ermittlungen sollen nun klären, was in dieser Zeit passiert ist und wie der Junge das Kita-Gelände verlassen konnte.
Mutter berichtet von verändertem Verhalten
Körperlich sei der Junge nach dem Vorfall unversehrt gewesen. Für seine Familie ist die Situation dennoch offenbar schwer zu verkraften. Seine Mutter Dajana S. schilderte unter einem Zeugenaufruf in den sozialen Netzwerken, dass sie ihren Sohn seit dem Vorfall verändert wahrnehme.
„Er ist komisch, so kenne ich ihn nicht. Er ist nicht so aufgeweckt wie sonst und möchte nicht wirklich essen ...“, schreibt sie.

Die Gegend in der sich die Kita befindet | Quelle: Facebook
Auch die Sorge, dass jemand den Jungen möglicherweise gezielt aus der Kita holen wollte, beschäftigt die Mutter. „Die Erzieher denken, dass ihn jemand mitnehmen wollte. Ich habe Angst, ihn da wieder hinzubringen.“
Bislang ist allerdings nicht geklärt, wer für das Verschwinden des Kindes verantwortlich sein könnte oder was sich auf dem Kita-Gelände tatsächlich ereignet hat. Die Polizei ermittelt weiter.
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