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Einsturz eines Wohnhauses in Görlitz | Quelle: facebook.com/share/v/18YxYDLsGY/
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Einsturz eines Wohnhauses in Görlitz: Mögliche Ursache, vermisste Ehefrau und Aufnahmen der Unfallstelle

Edita Mesic
19. Mai 2026
13:51

Ein lauter Knall, dann Stille – und das, was noch vor Minuten ein Wohnhaus war, liegt in Trümmern. In Görlitz kämpfen Einsatzkräfte um das Leben von drei vermissten Menschen.

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Am Montagabend gegen 17.30 Uhr bricht in der James-von-Moltke-Straße 21 in der Görlitzer Innenstadt ein Gründerzeithaus vollständig zusammen. Der Knall ist in einem weiten Umfeld zu hören. Anwohner berichten von einer gewaltigen Erschütterung.

Eine Anwohnerin beschreibt den Moment: „Es war wie so eine Bombe." Ein anderer Zeuge sagt, er sei instinktiv unter den Tisch gekrochen und habe dann den Notruf gewählt. „Vom Balkon aus habe ich schreiende Menschen vernommen. Als gelernter Klempner habe ich gleich an Gasexplosion gedacht."

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Die genaue Ursache ist noch unklar, es wird eine Gasexplosion vermutet. Die Polizei hat am Montagabend bestätigt, dass sie von dieser Theorie ausgeht – gesichert ist sie aber noch nicht. Was sicher ist: Das Haus, in dem der Görlitzer

Großvermieter Kommwohnen fünf Ferienwohnungen sowie eine weitere Wohnung eingerichtet hatte, existiert nicht mehr.

Facebook-Kommentare | Quelle: facebook.com/share/v/18YxYDLsGY/

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Ursprünglich wurden fünf Personen als vermisst gemeldet. Zwei von ihnen konnten telefonisch ausfindig gemacht werden – sie waren noch auf der Anreise und hatten noch nicht eingecheckt. Drei Personen werden weiterhin gesucht: zwei rumänische Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie ein Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit (48).

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Einer der Angehörigen ist Cosmin Ciobanu, ein Rumäne, der kurz vor der Explosion die gemeinsame Ferienwohnung verlassen hatte, um Kopfschmerztabletten für seine Verlobte zu holen. Er wollte wenige Schritte entfernt einkaufen – und kam zurück zu einem Trümmerfeld.

„Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, essen kann ich auch nichts", sagte er gegenüber TAG24. „Ich verstehe nicht, warum das so lange dauert, zwei Personen zu finden." Das Paar wollte im Sommer 2026 heiraten.

Facebook-Kommentare | Quelle: facebook.com/share/v/18YxYDLsGY/

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Rund 130 Einsatzkräfte sind vor Ort – Bundes- und Landespolizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und das Technische Hilfswerk. Aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bayern ist Ablösung unterwegs. Wärmebildkameras durchsuchen die Trümmer, Spürhunde schlagen an drei Punkten im Inneren des Hauses an.

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Im Gehwegbereich gab es hingegen keine Anschläge – ein vorsichtig optimistisches Zeichen, dass sich zum Zeitpunkt des Unglücks keine Passanten auf dem Gehweg befanden.

Die Rettungsarbeiten sind jedoch gefährlich und mühsam. Weil immer noch Gas austritt, muss auf schweres Gerät verzichtet werden. Die Einsatzkräfte arbeiten sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg – Stein für Stein. „Der Einsatz von großen Baggern würde die verschütteten Menschen mehr gefährden", betonte Einsatzleiter Remo Kölzsch von der Feuerwehr Görlitz.

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Gleichzeitig laufen Arbeiten, um die Gasleitung abzusperren. Die Fahrbahn der Dr.-Kahlbaum-Allee wird an mehreren Stellen aufgegraben. Stadtwerke-Vorstand Peter Starre erklärte, das Ziel sei es, bis Dienstagabend oder in der Nacht das Gas aus der Leitung zu haben.

Der Hausanschluss des Unglückshauses selbst ist verschüttet – eine Freilegung würde weitere Trümmer in Bewegung bringen und möglicherweise die verbliebenen Giebelwände zum Einsturz bringen. Das soll wegen der drei Vermissten unbedingt verhindert werden.

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45 Anwohner aus umliegenden Häusern wurden evakuiert. Die meisten verbrachten die Nacht bei Verwandten und Bekannten. Baustatiker haben inzwischen die direkt angrenzenden Gebäude untersucht – nach aktuellem Stand können sie nach Abschluss der Personensuche wieder bezogen werden.

Die Hoffnung, die drei Vermissten lebend zu bergen, ist noch nicht erloschen. „Wir sprechen immer noch von einer Vermisstensuche und nicht von einer Bergung", sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben des THW können Menschen in Hohlräumen bis zu 72 Stunden überleben. Die Uhr läuft.

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