
Deutscher Passagier stirbt an Bord eines Kreuzfahrtschiffes an den Folgen des Virusausbruchs: Details
Was zunächst wie ein medizinischer Zwischenfall auf See wirkte, hat sich innerhalb weniger Tage zu einem internationalen Gesundheitsfall entwickelt. Behörden in mehreren Ländern verfolgen inzwischen die Wege von Passagieren, die ein Kreuzfahrtschiff bereits verlassen hatten, bevor die Infektion an Bord überhaupt erkannt wurde. Im Mittelpunkt steht die MV Hondius – und ein Ausbruch, der inzwischen Todesopfer gefordert hat.
Die Lage wirkt vor allem deshalb so heikel, weil die betroffenen Reisenden aus zahlreichen Staaten stammen und das Schiff auf seiner Route mehrere Stopps eingelegt hatte. Während die Hondius inzwischen Kurs auf die Kanarischen Inseln genommen hat, laufen im Hintergrund Kontaktverfolgung, Tests und Gesundheitskontrollen. Noch sind nicht alle Fragen geklärt. Fest steht aber: Unter den Toten ist auch ein deutscher Passagier.

Diese Luftaufnahme zeigt ein Boot, das am 6. Mai 2026 vom Kreuzfahrtschiff MV Hondius, das vor dem Hafen von Praia, der Hauptstadt von Kap Verde, vor Anker liegt, in Richtung Hafen fährt | Quelle: Getty Images
Nach Angaben von Reuters starben insgesamt drei Menschen infolge des Ausbruchs an Bord: ein niederländisches Ehepaar und ein deutscher Staatsangehöriger. Die Weltgesundheitsorganisation bestätigte zudem fünf nachgewiesene Infektionen; bei drei weiteren Personen besteht Verdacht auf eine Erkrankung. Bei dem Erreger handelt es sich um das Hantavirus. Normalerweise wird das Virus durch Nagetiere übertragen, in seltenen Fällen kann jedoch auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch vorkommen.
Gerade diese seltene Möglichkeit erklärt, warum die Reaktion international so schnell und breit angelegt ausfiel. Besonders wichtig wurde dabei der Halt auf St. Helena im Südatlantik. Dort hatte das Schiff am 24. April angelegt. Nach Angaben des Betreibers Oceanwide Expeditions wurden alle Passagiere kontaktiert, die dort von Bord gegangen waren. Betroffen waren Menschen aus mindestens zwölf Ländern, darunter Reisende aus Großbritannien und den USA.
Die WHO bemühte sich zugleich um Einordnung. Zwar handelt es sich bei der in mehreren Fällen nachgewiesenen Anden-Variante des Virus um einen Stamm, der in seltenen Fällen zwischen Menschen übertragen werden kann. Dennoch betonten die Fachleute, dass das Risiko für die allgemeine Bevölkerung derzeit niedrig sei.
WHO-Expertin Maria Van Kerkhove sagte dazu: „Das ist nicht das Coronavirus, sondern ein ganz anderes Virus.“ Damit sollte vor allem verhindert werden, dass Erinnerungen an frühere globale Krisen vorschnell auf die aktuelle Lage übertragen werden.
Trotzdem zeigt der Fall, wie komplex die Situation geworden ist. Die Behörden in mehreren Ländern beobachten Rückkehrer von der Reise, auch wenn sie bislang keine Symptome zeigen. In den USA überwachen Gesundheitsämter in mehreren Bundesstaaten einzelne Passagiere, die bereits vor dem Bekanntwerden des Ausbruchs heimgekehrt waren.
Auch in Singapur wurden zwei Bewohner isoliert und getestet. Frankreich meldete Kontakt zu einer erkrankten Person, in Dänemark wurde einem zurückgekehrten Passagier vorsorglich zur Selbstisolation geraten.
Zusätzliche Brisanz erhielt der Fall durch mehrere Evakuierungen. Drei Patienten wurden am Mittwoch von Bord gebracht. Zwei kamen in die Niederlande in ein Krankenhaus, eine weitere Person wurde zur medizinischen Versorgung nach Deutschland gebracht. Dabei ist wichtig: Nach Angaben der Düsseldorfer Uniklinik handelt es sich bei der dort behandelten Person nicht um einen bestätigten Fall, sondern um eine Kontaktperson, die noch untersucht wird. Der deutsche Todesfall und die nach Deutschland gebrachte Patientin dürfen also nicht miteinander verwechselt werden.
Auch der Verlauf bei dem niederländischen Paar zeigt, wie schnell sich die Lage zuspitzen konnte. Eine der beiden betroffenen Personen musste am 25. April in Johannesburg aus einem Flugzeug der KLM geholt werden, nachdem sich ihr Zustand verschlechtert hatte. Sie starb noch, bevor sie die Niederlande erreichen konnte. Menschen, die ihr auf dem Flug geholfen hatten, werden laut niederländischen Behörden nun täglich gesundheitlich überwacht.
Die Hondius selbst soll am Samstag oder Sonntag die Kanaren erreichen. Dort sollen die noch an Bord befindlichen Dutzenden Passagiere das Schiff verlassen und die Heimreise antreten. Nach aktuellem Stand zeigt keiner von ihnen Symptome. Doch genau diese Phase gilt als entscheidend. Die WHO arbeitet deshalb an einem konkreten Ablaufplan für Ankunft, Ausschiffung und Weiterreise.
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