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Friedrich Merz und seine Frau Charlotte | Quelle: Getty Images
Friedrich Merz und seine Frau Charlotte | Quelle: Getty Images

Drei Personen wegen versuchter Bemalung des Flugzeugs von Bundeskanzler Merz in Pink festgenommen

Edita Mesic
22. Jan. 2026
16:40

In Nordrhein-Westfalen ist es in der Nacht zu einem sicherheitsrelevanten Zwischenfall gekommen: Drei Personen wurden festgenommen, nachdem sie versucht haben sollen, das Privatflugzeug von Friedrich Merz auf dem Flugplatz Arnsberg-Menden mit pinker Farbe zu besprühen.

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Nach Angaben der Ermittlungsbehörden handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann im Alter von 23, 28 und 56 Jahren, die dem Spektrum der Klimaaktivisten zugeordnet werden. Gegen sie wird nun wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung ermittelt.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz nimmt nach Gesprächen im Kanzleramt am 26. August 2025 in Berlin an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney (nicht im Bild) teil. | Quelle: Getty Images

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz nimmt nach Gesprächen im Kanzleramt am 26. August 2025 in Berlin an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney (nicht im Bild) teil. | Quelle: Getty Images

Eindringen auf den Flugplatz

Nach bisherigem Ermittlungsstand durchtrennten die Verdächtigen zunächst einen Zaun, um sich Zugang zu dem Gelände des kleinen Flugplatzes zu verschaffen. Anschließend näherten sie sich der dort abgestellten Maschine, die dem Bundeskanzler gehört. Ziel der Aktion war es nach eigenen Angaben der Beteiligten, das Flugzeug in auffälligem Pink zu bestreichen und dadurch „langfristig aus dem Verkehr zu ziehen“.

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Die Polizei wurde in der Nacht auf die Aktion aufmerksam, nachdem Beamten in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes ein verdächtiges Fahrzeug aufgefallen war. Bei einer Kontrolle gab der Fahrer an, er suche den Flugplatz. Da der Mann aus dem Umfeld links-politisch motivierter Aktionen bekannt war, überprüften die Einsatzkräfte das Gelände – und stießen dort auf die drei Eindringlinge.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält am 22. Januar 2026 eine Rede während der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz. | Quelle: Getty Images

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält am 22. Januar 2026 eine Rede während der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz. | Quelle: Getty Images

Festnahme ohne Widerstand

Die drei Personen wurden vor Ort in Gewahrsam genommen. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen leisteten sie keinen Widerstand. Unter den Festgenommenen befindet sich auch die 28-jährige Studentin Anja Windl, die in der Szene unter dem Namen „Klima-Shakira“ bekannt ist. Sie war bereits in der Vergangenheit durch Aktionen der Letzte Generation aufgefallen, bei denen sie sich unter anderem auf Straßen festklebte und den Verkehr blockierte.

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Die Staatsanwaltschaft Arnsberg erklärte auf Nachfrage, dass alle drei Verdächtigen inzwischen wieder auf freiem Fuß seien, da keine Haftgründe vorlägen. Die Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung dauern jedoch an.

21. Januar 2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wartet in der Bundeskanzlei auf den Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts. | Quelle: Getty Images

21. Januar 2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wartet in der Bundeskanzlei auf den Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts. | Quelle: Getty Images

Bekenntnis des Widerstands-Kollektivs

Kurz nach Bekanntwerden der Festnahmen bekannte sich eine Gruppe mit dem Namen Widerstands-Kollektiv zu der Aktion. In einer Mitteilung hieß es, man habe „im Rahmen einer Protestaktion versucht, das Privatflugzeug von Friedrich Merz stillzulegen“. Der Plan sei gewesen, die Maschine mit pinker Farbe zu besprühen, um ein deutliches Zeichen gegen aus Sicht der Aktivisten klimaschädliches Verhalten zu setzen.

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Nach Angaben der Gruppe hatten die Beteiligten zudem ein Fahrrad dabei, das als „klimafreundliches Fortbewegungsmittel“ für den Kanzler gedacht gewesen sei. Auf einem Banner, das ebenfalls mitgeführt wurde, stand der Slogan: „Mobilität für alle statt für Überreiche!“. Damit wollten die Aktivisten nach eigenen Worten auf soziale und ökologische Ungleichheit aufmerksam machen.

20. Januar 2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt nach einem Rundgang durch die 90. Internationale Grüne Woche eine Pressekonferenz. | Quelle: Getty Images

20. Januar 2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt nach einem Rundgang durch die 90. Internationale Grüne Woche eine Pressekonferenz. | Quelle: Getty Images

Politische Botschaft der Aktivisten

„Klima-Shakira“ äußerte sich ebenfalls zu dem Vorfall. In einer Stellungnahme erklärte sie, die Aktion sei aus ihrer Sicht eine Form von Notwehr. Die Klimakrise eskaliere weltweit, während politische Entscheidungsträger weiterhin auf individuelle Flugreisen setzten.

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Gerade ein Bundeskanzler müsse hier Vorbild sein, so die Aktivistin sinngemäß. Friedrich Merz ist bekanntermaßen Hobbyflieger und lebt in Arnsberg im Sauerland, was den Ort der Aktion zusätzlich symbolisch aufgeladen habe.

Bundeskanzler Friedrich Merz, aufgenommen während Gesprächen mit Angehörigen von Soldaten und Polizisten im Einsatz am 20. Januar 2026 in Berlin, Deutschland. | Quelle: Getty Images

Bundeskanzler Friedrich Merz, aufgenommen während Gesprächen mit Angehörigen von Soldaten und Polizisten im Einsatz am 20. Januar 2026 in Berlin, Deutschland. | Quelle: Getty Images

Sicherheit und politische Reaktionen

Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit von Politikern und deren privater Infrastruktur auf. Auch wenn es sich um eine Protestaktion handelte, bewerten Sicherheitsbehörden das unbefugte Eindringen in Flugplatzgelände als ernstzunehmenden Vorfall. Die Ermittler prüfen nun, ob weitere Personen an der Planung beteiligt waren oder ob es im Vorfeld Hinweise auf ähnliche Aktionen gab.

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Gleichzeitig verdeutlicht der Fall die anhaltende Radikalisierung einzelner Protestformen innerhalb der Klimabewegung. Während die Aktivisten betonen, sie hätten lediglich auf Missstände aufmerksam machen wollen, sehen Kritiker in solchen Aktionen eine Grenzüberschreitung und eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.

Wie die Ermittlungen ausgehen werden, ist derzeit offen. Fest steht jedoch: Der Versuch, das Flugzeug des Bundeskanzlers in Pink zu streichen, hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt – und dürfte die Debatte über Protestformen, Klimaschutz und persönliche Sicherheit von Amtsträgern weiter anheizen.

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