
„Es war ein drauf und drunter“: Zeuge beschreibt Brand in Berliner Hochhaus – drei Tote
Zunächst ist es nur ein Geräusch. Ein schrilles Piepen, das sich durch die Flure eines 20-geschossigen Hochhauses in der Dolgenseestraße in Berlin-Friedrichsfelde zieht. Kurz darauf liegt beißender Rauch in der Luft. Wenige Minuten später kämpfen sich Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten durch ein Treppenhaus, das sich immer weiter mit schwarzem Qualm füllt.
Was sie an diesem Abend vorfinden, wird für viele Beteiligte unvergesslich bleiben. Gegen 20 Uhr hatte der Portier des Hauses einen ausgelösten Brandmelder in einer Wohnung bemerkt und starke Rauchentwicklung wahrgenommen.

Nutzer zeigt sich schockiert von dem Brand | Quelle: Facebook/Polizeireport Berlin Brandenburg
Er alarmierte umgehend die Feuerwehr. Ein Großaufgebot von rund 170 Einsatzkräften rückte an. Das Feuer war nach bisherigen Ermittlungen in der Wohnung eines 75-jährigen Mieters ausgebrochen.

Nutzer zeigt sich schockiert von dem Brand | Quelle: Facebook/Polizeireport Berlin Brandenburg
Die Flammen breiteten sich rasch aus – begünstigt durch eine massive Ansammlung von Gegenständen in den Räumen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll es sich um eine sogenannte Messie-Wohnung gehandelt haben, was die Löscharbeiten erheblich erschwerte.

Nutzer zeigt sich schockiert von dem Brand | Quelle: Facebook/Polizeireport Berlin Brandenburg
Während Feuerwehrleute das Gebäude evakuierten und rund 70 Bewohner in Sicherheit brachten, stießen sie im Hausflur auf der dritten Etage auf eine 26-jährige Frau und ihre beiden Kinder.
Alle drei waren bewusstlos. Notärzte begannen sofort mit Reanimationsmaßnahmen. Der neun Monate alte Säugling überlebte jedoch nicht.
Wenige Tage später bestätigte die Polizei, dass auch der fünfjährige Bruder am Freitagnachmittag seinen schweren Verletzungen erlag. Am darauffolgenden Abend starb schließlich auch die Mutter im Krankenhaus. Damit forderte das Feuer drei Todesopfer.
Acht Menschen wurden insgesamt in Krankenhäuser gebracht, darunter der 75-jährige Wohnungsinhaber sowie weitere Personen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung. Etwa 40 Bewohnerinnen und Bewohner wurden vor Ort ambulant versorgt.
Das Haus musste vollständig geräumt werden; mehrere Wohnungen sind unbewohnbar. Die Dolgenseestraße war während der Löscharbeiten gesperrt. Das zuständige Brandkommissariat des Landeskriminalamtes ermittelt weiterhin zur Ursache.
Für die Nachbarschaft bleibt das Geschehen ein Schock. Linda Rockmann von der nahegelegenen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Betonoase beobachtete die dramatischen Szenen am Abend.
„Es war ein drauf und drunter, ein Durcheinander. Viele haben geweint, viele waren schockiert über den Brand“, schilderte sie später. Sie begleitete eine leicht bekleidete, gehbehinderte Frau in ein nahegelegenes Restaurant und versorgte Wartende mit Tee. Für die EInsatzkräfte an jenem Abend hat sie viel Lob übrig:
„Sie haben alles super organisiert und waren auch hilfsbereit, als ich nach einer Decke für die Frau gefragt habe.“

16. Februar 2026, Berlin: Die Fenster und Teile der Fassade eines Hochhauses in der Dolgenseestraße, wo bei einem Wohnungsbrand mehrere Leute ums Leben kamen, sind von Ruß geschwärzt. | Quelle: Getty Images
Besonders die Kinder aus ihrer Einrichtung seien tief betroffen und sorgten sich um Freunde und Bekannte. Sie fügte an: „Die machen sich natürlich jetzt auch Sorgen und sind auch sehr traurig darüber, dass das Kind gestorben ist.“
Auch Bewohner aus höheren Etagen berichten von Angst und Unsicherheit. Eine Mieterin aus dem 16. Stock sagte: „Ich habe das Feuer auch oben bei mir gerochen, der ganze Hausflur war voller Rauch.“ Feuerwehrkräfte hätten geraten, nasse Tücher an die Türspalten zu legen. Sie selbst durfte über Nacht in ihrer Wohnung bleiben.
Am Tag nach dem Brand waren laut der Wohnungsgesellschaft Howoge noch 21 Wohnungen polizeilich gesperrt. Das Bezirksamt Lichtenberg organisierte für elf Betroffene Hotelunterkünfte sowie einen Shuttle-Service. Techniker arbeiten seither an der Wiederherstellung von Heizung und Aufzug.

16. Februar 2026, Berlin: Plüschtiere, Blumen, Babyschuhe, Kerzen und Grablichter stehen am Eingang des Hochhauses in der Dolgenseestraße, wo bei einem Brand mehrere Leute ums Leben gekommen sind. | Quelle: Getty Images
Ein Büro, welches unterhalb der Wohnung liegt, in dem das Feuer ausbrach, hat ebenfalls stark unter dem Brand zu leiden – vor allem durch das Löschwasser. Constanze Körner, die in jenem Büro arbeitet, verriet gegenüber den Medien:
„Als ich die Tür öffnete, war es entsprechend schlimm. [...] Unsere Möbel, unsere Technik – ist alles kaputt.“
Was als alltäglicher Abend begann, endete in einer Tragödie. Drei Menschen verloren ihr Leben. Für die Anwohner bleibt die Frage nach dem Warum – und die Erinnerung an eine Nacht, die niemand so schnell vergessen wird.
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