
Kim Fisher bricht live in „Riverboat“ in Tränen aus – was ist passiert?
Das MDR-„Riverboat“ ist normalerweise ein Ort für Leichtigkeit: prominente Gäste, kleine Anekdoten, viel Gelächter, ein Talk, der sein Publikum entspannt ins Wochenende begleitet. Auch in der jüngsten Ausgabe wirkte zunächst alles wie immer.
Kim Fisher führte souverän durch den Abend, stellte Fragen, lachte mit den Gästen – routiniert, freundlich, präsent. Nichts deutete darauf hin, dass ausgerechnet die letzten Minuten der Sendung zu einem der emotionalsten Momente der Staffel werden würden.

10. Juni 2022, Berlin: Moderatorin Kim Fisher in der Talkshow „Riverboat Berlin“ im Fernsehstudio des Senders RBB in Berlin-Charlottenburg. | Quelle: Getty Images
Kurz vor Mitternacht veränderte sich die Atmosphäre im Studio spürbar. Die Gespräche waren geführt, der Abschied nahte – doch statt der üblichen Verabschiedung blieb Kim Fisher einen Moment länger, als würde sie innerlich Anlauf nehmen müssen. Dann machte sie den Zuschauern deutlich, dass sie nun etwas ansprechen werde, das ihr selbst sehr nahegeht.
Kim Fisher erklärte, dass das Team diese Ausgabe einem Menschen widmen wolle, „der eigentlich heute an dieser Sendung hätte mitarbeiten sollen und nicht mehr da ist“. Es war der Moment, in dem klar wurde: Hinter den Kulissen des „Riverboat“ ist jemand gestorben – und für das Team kommt dieser Verlust offenbar völlig unerwartet.

13. Mai 2022, Berlin: Moderatorin Kim Fisher, aufgenommen während der Talkshow „Riverboat Berlin“ im RBB-Studio in Berlin-Charlottenburg. | Quelle: Getty Images
Gemeint ist der „Riverboat“-Autor Dirk Ebert, der nach Angaben aus dem Umfeld der Sendung viel zu früh und überraschend verstorben ist. Kim Fisher rang sichtbar um Fassung, während im Studio eine bedrückte Stille einsetzte. Gäste und Publikum hörten betroffen zu, als die Moderatorin den Namen ihres Kollegen aussprach – ein Mann, den viele Zuschauer vermutlich nie gesehen haben, dessen Arbeit die Talkshow aber über Jahre mitgeprägt hat.
Dann wandte sich Kim Fisher direkt in die Kamera – und ihre Stimme brach. „Dirk, wir wünschen dir eine gute Reise“, sagte sie, bevor ihre Stimme stockte. „Gott, ich wollte das so nicht. Wir danken dir für all diese wundervollen Jahre zusammen.“ Die Tränen waren ihr deutlich anzusehen, der Abschied fiel ihr sichtlich schwer. Gerade weil „Riverboat“ sonst ein Format ist, das selten so private Momente nach außen trägt, traf diese Offenheit viele Zuschauer unvorbereitet.

26. November 2021, Berlin: Kim Fisher beim Fotoshooting für die RBB-Sendung „Riverboat“ im RBB-Studio. | Quelle: Getty Images
Über die genaue Todesursache machte Kim Fisher keine Angaben. Stattdessen blieb sie bei dem, was in solchen Situationen oft am wichtigsten ist: dem Versuch, einem Menschen Respekt zu erweisen, den man schätzt – und der plötzlich fehlt. Im Abspann der Sendung erschien anschließend auch der Hinweis „In Gedenken an Dirk Ebert“, ein stilles Zeichen dafür, wie groß die Lücke ist, die er hinterlässt.
Berichten zufolge war Dirk Ebert seit Anfang der 2000er-Jahre für den MDR tätig und arbeitete im Hintergrund maßgeblich an der inhaltlichen Vorbereitung von „Riverboat“ mit. Dazu gehörten unter anderem Vorgespräche mit prominenten Gästen sowie die redaktionelle Struktur, die eine Talksendung überhaupt erst trägt. Gerade diese Aufgaben passieren abseits der Kameras – aber ohne sie würde ein Format wie „Riverboat“ nicht funktionieren.

08. Oktober 2021, Sachsen, Leipzig: Moderatorin Kim Fisher sitzt im Set der Talkshow „Riverboat“. | Quelle: Getty Images
Der Verlust trifft das Team deshalb nicht nur menschlich, sondern auch in seinem täglichen Arbeitsablauf. Viele Gäste, die im „Riverboat“ Platz nehmen, begegnen den Autoren und Redakteuren in intensiven Gesprächen vor der Sendung – und kennen diese Gesichter hinter den Kulissen oft besser, als man als Zuschauer ahnt. Umso nachvollziehbarer ist, dass Kim Fisher diesen Abschied nicht einfach „wegmoderieren“ konnte.
Trotz allem versuchte die 56-Jährige, professionell zu bleiben und die Show würdevoll zu schließen. „So, meine Damen und Herren, jetzt habe ich Sie auch alle ein bisschen geschockt. Aber so ist das Leben. Das Leben geht auch weiter. Mir fehlen jetzt die Worte“, sagte sie mit zittriger Stimme. Ein Satz, der nicht nach TV-Routine klang, sondern nach echter Überforderung in einem Moment, in dem es für perfekte Formulierungen keine Vorlage gibt.

08. Oktober 2021, Sachsen, Leipzig: Moderatorin Kim Fisher sitzt im Set der Talkshow „Riverboat“. | Quelle: Getty Images
Gleichzeitig ließ Kim Fisher durchblicken, dass Dirk Ebert vermutlich nicht gewollt hätte, dass der Abend nur in Trauer endet. Der Gedanke dahinter: In einer Sendung, die so stark von Humor und menschlicher Nähe lebt, gehört auch der Umgang mit Verlust zur Realität – selbst dann, wenn man ihn am liebsten ausblenden würde.
Was passiert ist, lässt sich am Ende in einem Satz zusammenfassen: Kim Fisher brach live in Tränen aus, weil sie im „Riverboat“ Abschied von einem langjährigen Kollegen nehmen musste. Nicht geplant, nicht gespielt – sondern, weil Trauer manchmal mitten in eine Fernsehsendung hineinplatzt.
