
Serienlegende Ursula Erber tritt nach Jahren als Theresa zurück – kündigt ihren Abschied in einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit an
Fast zwei Jahrzehnte lang war sie das Herz von Lansing: Ursula Erber prägte als Theresa „Theres“ Brunner die Erfolgsserie Dahoam is dahoam wie kaum eine andere Figur. Nun heißt es Abschied nehmen. Die 91-jährige Schauspielerin verlässt die BR-Produktion auf eigenen Wunsch – und wandte sich mit einer persönlichen Videobotschaft direkt an ihr Publikum.
Seit dem Serienstart im Jahr 2007 gehörte Erber als grantelnde, lebenskluge Wirtshaus-Matriarchin zum festen Ensemble. Als „Uri“ wurde sie für viele Zuschauer zur Identifikationsfigur: unbequem, warmherzig, schlagfertig – und immer mit einem klaren Wertekompass. Dass diese Ära nun endet, dürfte für zahlreiche Fans ein emotionaler Einschnitt sein.
In ihrer Videobotschaft spricht Ursula Erber offen über ihre Entscheidung. „Die Figur Theresa ist ja in allen möglichen Situationen gewesen, wo ich zeigen konnte, dass ich die Figur schätze. Es wird oft gesagt, ich hätte die Theres mehr oder weniger erst erschaffen - und jetzt schaff ich die Theres wieder ab. Ich finde, irgendwann muss man auch wissen: Jetzt reicht es.“ Klare Worte einer Frau, die auf eine jahrzehntelange Karriere zurückblickt und gelernt hat, selbstbestimmt Abschied zu nehmen.
Die letzte Folge mit ihr wird am 7. April um 19.30 Uhr im BR Fernsehen ausgestrahlt, bereits ab dem 2. April ist sie in der ARD-Mediathek verfügbar. Dramaturgisch wird ihr Abschied besonders bewegend: Theresa Brunner wird im Kreis ihrer Familie ein letztes Osterfest erleben, sich anschließend in ihr Zimmer zurückziehen – und friedlich über Nacht entschlafen. Ein stiller, würdevoller Abgang für eine Figur, die Generationen begleitet hat.
Dass Erber selbst diesen Weg für ihre Serienfigur wählte, ist kein Zufall. Sie wollte keinen offenen Ausgang, kein Verschwinden ins Ungewisse. Stattdessen plädierte sie für einen natürlichen Abschluss. In ihrer Botschaft sagt sie:
„Es wird immer vom Anfang geredet und der Tod ist völlig normal und die Leute, die den Tod verdrängen, die werden davon nicht glücklicher. Im Gegenteil: Man soll ihn akzeptieren. Irgendwann ist Schluss - und das ist gut.“
Diese Haltung spiegelt nicht nur ihre Sicht auf die Figur, sondern auch auf das Leben wider. Ursula Erber, die aus einer Münchner Künstlerfamilie stammt und an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule ausgebildet wurde, stand bereits unter der Regie von Gustav Gründgens auf der Bühne. Ihre Karriere führte sie von großen Theatern über internationale Tourneen bis hin zu politischem Engagement in Bayern. Dass sie schließlich als bayerische Volksschauspielerin berühmt wurde, hätte sie nach eigener Aussage nie erwartet.
Privat war ihr Leben von Höhen und Tiefen geprägt: frühe Mutterschaft, gescheiterte Ehen, lange Theaterreisen durch Nord- und Südamerika. Eine Entscheidung – ihre Tochter zeitweise in die Obhut der Großmutter zu geben – bereute sie später öffentlich. Politisiert durch ihre Auslandserfahrungen, engagierte sie sich in Bürgerinitiativen und kandidierte sogar für den Gemeinderat in Gauting. Ihre dritte Ehe hielt über 40 Jahre.

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All diese Lebenserfahrungen flossen in ihre Darstellung der Theres ein. Vielleicht war es genau diese Authentizität, die die Figur so glaubwürdig machte. Theresa war keine glattgebügelte Serien-Oma, sondern eine „Zwiderwurzn mit Herz und Seele“, wie es die Redaktion einmal formulierte – eine Frau mit Ecken, Kanten und unerschütterlicher Haltung.
Auch abseits der TV-Bildschirme war Erber als „Uri“ präsent. Auf dem offiziellen Instagram-Kanal der Serie gab sie praktische Tipps zu Haushalt, Garten oder Gesundheit – stets mit einem Augenzwinkern und in unverwechselbarem Bairisch. Für viele Fans gehörte sie längst zur Familie.
Mit ihrem Abschied verliert „Dahoam is dahoam“ ein Stück Identität. Die Serie gilt als das erfolgreichste Format des Bayerischen Rundfunks und als quotenstärkste Sendereihe aller ARD-Landesrundfunkanstalten. Montags bis donnerstags um 19.30 Uhr verfolgen tausende Zuschauer die Geschichten aus Lansing. Ohne Theres wird sich die Dynamik verändern – auch wenn neue Figuren bereits bereitstehen.

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Für Ursula Erber selbst ist der Schritt ein bewusster, friedlicher. In Interviews betonte sie, es gehe ihr gut. Sie habe viel erlebt, viel gespielt und empfinde es als Geschenk, so lange eine Rolle verkörpert zu haben, die dem Publikum so am Herzen liegt.
Mit 91 Jahren zieht sie nun einen Schlussstrich – nicht abrupt, sondern reflektiert. Ihre Videobotschaft wirkt wie ein leiser Vorhang, der sich nach einem langen, erfüllten Theaterabend senkt. Für die Fans bleibt die Erinnerung an eine Figur, die mehr war als eine Serienrolle: ein Stück Heimat im Abendprogramm.
