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22. Juli 2021

Tragödie in Utoya: Marcel Gleffe, der deutsche Held, der Menschenleben rettete

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Vor genau 10 Jahren riskierte Marcel Gleffe sein Leben, um mindestens 20 Menschen zu retten, als ein Attentäter auf der Ferieninsel Utoya in Norwegen das Feuer eröffnete. Bei der schrecklichen Tragödie wurden rund 69 Menschen ermordet, darunter viele Kinder und Jugendliche.

Am 22. Juli 2011 freute sich Marcel Gleffe auf einen wunderschönen Urlaub mit seiner Familie am Tyrifjord, als das Grauen ausbrach. Die Tragödie begann mit einem Bombenanschlag in Oslo, der von der Gruppe auf dem Campingplatz Utvika direkt gegenüber der Insel Utoya diskutiert wurde.

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Als die Gruppe auf der Insel einen Knall hörte, vermuteten sie zunächst, dass es sich um ein Feuerwerk handelte. Plötzlich hörte der Deutsche die Salven einer automatischen Schusswaffe, woraufhin er zu einem Platz direkt am See zwischen zwei gelben Holzhäusern ging.

Gleffe, der 2008 nach Norwegen ausgewandert war, bemerkte ein junges Mädchen, das in seine Richtung schwamm. Bald hörte er immer mehr Leute im Wasser, die riefen, dass auf der Insel eine Schießerei begonnen worden sei.

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Der Auswanderer sah Kinder, die voller Panik und Todesangst ins Wasser sprangen, um dem ständig feuernden Attentäter zu entkommen. Ohne Zeit zu verlieren, schnappte sich der tapfere Mann den Schlüssel zu seinem kleinen Boot, das er gemietet hatte, und fuhr in Richtung Utoya.

Er erwies sich als Held und warf den Menschen, die er sah, Schwimmwesten zu. Obwohl die flüchtenden Teilnehmer des Sommercamps der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF dem Retter zunächst nicht trauten, waren sie überzeugt, als Marcel versuchte, mit ihnen auf Norwegisch zu sprechen.

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Der Retter zog mindestens 20 Opfer aus dem Wasser ins Boot und brachte sie in Sicherheit. Dem Attentäter Anders Behring Breivik gelang es, 69 Menschen auf der Insel zu töten, bevor er festgenommen wurde.

Für seine Heldentat wurde Marcel mit mehreren Auszeichnungen, darunter dem Bundesverdienstkreuz, ausgezeichnet. Der Vorfall hat jedoch sein Leben geprägt und tiefe Spuren in seinem Gedächtnis hinterlassen. "Die Bilder von damals habe ich noch immer vor Augen," erzählte er.

Der Massenmord geschah vor einem Jahrzehnt, aber die schlechten Erinnerungen sind noch frisch in seinem Gedächtnis. Abgesehen von den Menschen im Wasser verbindet der 42-Jährige auch das schlechte Wetter und den Regen mit dem Vorfall, der ihn an die schreckliche Vergangenheit erinnert.

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Seine Lebenssituation hat sich verbessert, doch die Jahrestage sollten ihn aufwühlen. Er verrät, wie schwer es ist, sich ablenken zu lassen, wenn das Datum näher rückt. Auch die Kinder, die den Vorfall überlebt haben, können das Erlebnis nicht vergessen und sind daran gewachsen.

Die damals 15-jährige Ragna Sørlundsengen erinnert sich, wie sie sich in der Toilette einer Kantine versteckte und nach zweieinhalb Stunden Todesangst von der Polizei befreit wurde. 

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