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Synagoge Oldenburg | Quelle: Getty Images
Synagoge Oldenburg | Quelle: Getty Images

Vierfache Mutter (40) in Apensen erstochen – Ex-Mann stellt sich der Polizei

Edita Mesic
15. Jan. 2026
16:53

Apensen in Niedersachsen steht seit kurz vor Weihnachten unter Schock. Eine vierfache Mutter wurde an ihrer eigenen Haustür brutal getötet. Ofsana, 40 Jahre alt, starb nach einem Messerangriff, der sich am 19. Dezember ereignete. Der mutmaßliche Täter ist ihr Ex-Mann und Vater ihrer vier Kinder. Nach tagelanger Flucht stellte sich der 57-Jährige schließlich der Polizei.

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Für die Familie ist es bereits der zweite schwere Einschnitt innerhalb weniger Jahre. 2022 floh Ofsana gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann und den vier Kindern aus dem ukrainischen Odessa nach Deutschland, um dem Krieg zu entkommen.

In Apensen hofften sie auf Sicherheit und einen Neuanfang. Doch das familiäre Glück zerbrach: Vor rund zwei Monaten trennten sich die Eltern. Erst danach, so berichten enge Freunde, habe Ofsana begonnen, sich Menschen aus ihrem Umfeld anzuvertrauen – aus Angst vor ihrem Ex-Partner.

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Am Nachmittag des 19. Dezember tauchte der Mann an ihrer Haustür auf. Zu diesem Zeitpunkt war Ofsana allein zu Hause. Ihre Kinder im Alter von 6, 14, 17 und 20 Jahren hatten das Haus kurz zuvor verlassen. Als sie die Tür öffnete, stach der Täter mehrfach auf sie ein. Schwer verletzt wurde die Mutter in ein Krankenhaus gebracht, doch die Ärzte konnten ihr Leben nicht mehr retten. Ofsana starb wenig später an den Folgen der schweren Stichverletzungen.

Polizeibeamte arbeiten am Tatort | Quelle: Getty Images

Polizeibeamte arbeiten am Tatort | Quelle: Getty Images

Nach der Tat floh der Ex-Mann. Die Polizei leitete eine bundesweite Fahndung ein. Mehr als eine Woche lang blieb der Tatverdächtige verschwunden, ehe er sich schließlich in Begleitung eines Rechtsanwalts beim Amtsgericht in Buxtehude stellte. Dort wurde er aufgrund eines bereits erlassenen Haftbefehls festgenommen. Der Mann befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft, machte bislang jedoch keine Angaben zum Tatablauf oder zu seinen Motiven.

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Die Ermittler gehen davon aus, dass der Fahndungsdruck zu groß wurde. Zeugenaussagen hatten den Ex-Partner früh in den Fokus der Polizei gerückt. Demnach soll er dunkel gekleidet und möglicherweise maskiert gewesen sein, als er an der Tür seiner früheren Partnerin erschien.

Zwei Polizeibeamte stehen vor der Weill-Synagoge | Quelle: Getty Images

Zwei Polizeibeamte stehen vor der Weill-Synagoge | Quelle: Getty Images

Besonders tragisch ist das Schicksal der vier Kinder, die von einem Moment auf den anderen ihre Mutter verloren haben. Die drei minderjährigen Geschwister wurden nach der Tat in Obhut des Jugendamtes genommen und psychologisch betreut. Die älteste Tochter ist 20 Jahre alt, steht kurz vor dem Abschluss der Berufsschule, macht ihren Führerschein und wollte im Sommer eine Ausbildung beginnen. Nun liegt plötzlich eine enorme Verantwortung auf ihren Schultern.

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Freunde der Familie berichten, dass derzeit geprüft wird, ob die 20-Jährige möglicherweise das Sorgerecht für ihre 17-jährige Schwester übernehmen kann. Für die jüngeren Geschwister wird zudem erwogen, dass sie bei der Großmutter in Aserbaidschan unterkommen könnten – ein weiterer schmerzhafter Einschnitt, der eine Trennung der Geschwister bedeuten würde.

Facebook-Kommentar | Quelle: facebook.com/RTLaktuell

Facebook-Kommentar | Quelle: facebook.com/RTLaktuell

Um den Kindern in dieser Ausnahmesituation zu helfen, haben Freunde und Bekannte eine Spendenaktion gestartet. Das Geld soll unter anderem die Kosten für die Beerdigung von Ofsana, mögliche Überführungen sowie anstehende Flüge nach Aserbaidschan decken. Gleichzeitig soll den Kindern finanzielle Stabilität gegeben werden, damit sie trotz der Tragödie eine Perspektive behalten.

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Facebook-Kommentar | Quelle: facebook.com/RTLaktuell

Facebook-Kommentar | Quelle: facebook.com/RTLaktuell

Ein enger Freund der Familie erklärte, dass ihn dieser Mord besonders getroffen habe, weil er die Familie persönlich kannte. Oft denke man, solche Verbrechen seien weit weg – doch diesmal habe es Menschen getroffen, die Teil des eigenen Lebens waren. Die Initiatoren der Spendenaktion betonen, dass jeder Cent den Kindern zugutekommen soll und transparent dokumentiert werde.

Der Fall hat in der Region eine Debatte über häusliche Gewalt und den Schutz von Frauen ausgelöst. Beratungsstellen weisen darauf hin, wie wichtig es ist, Warnsignale ernst zu nehmen und Hilfeangebote frühzeitig zu nutzen. Für Ofsana kommt diese Hilfe zu spät. Zurück bleiben vier Kinder, deren Leben sich für immer verändert hat.

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