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27. Mai 2021

Reinhold Messner spricht über Nahtoderfahrungen

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Reinhold Messner ist seit jeher für seine Abenteuer als Wanderer und Bergsteiger bekannt. Nun hat er in einer Folge von "Jetzt mal ehrlich" über einen ernsten Teil seiner Abenteuer gesprochen: Seine Nahtoderfahrungen.

Der Südtiroler Reinhold Messner hat jahrzehntelang die höchsten Berge der Welt erklommen. Nun hat er in einem Interview mit der FOCUS-Redakteurin Laura Schäfer über die Nahtoderfahrungen gesprochen, die er im Laufe seines Lebens überstanden hat.

Seine außergewöhnliche und abenteuerlustige Karriere hat dem heute 76-Jährigen so einige einzigartige Erlebnisse beschert — Gute wie Schlechte. Seine Erlebnisse hat er unter anderem als Autor mit der Welt geteilt.

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In seinem Gespräch mit "Focus" erinnerte sich der Bergsteiger an die vielen Risiken, die er eingegangen ist, aber auch an die Momente des Glücks, die er dadurch erfahren durfte. Auch erinnerte sich Messner an einen schmerzhaften Moment: Den Moment, als er seinen Bruder Günther verlor. Günther war 1970 im Himalaya das Opfer einer Lawine und verschüttet worden. 

Wenn man weiß, wie begrenzt das Leben ist, kann man im Hier und Jetzt viel intensiver leben.

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Messners erste Nahtoderfahrung hatte er im Alter von 25 Jahren. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder habe er sich in einer "absoluten Notlage" befunden, beschrieb Messner. Er fügte an:

"Mir wurde klar: Wir sind des Todes."

Er sei sich damals bewusst gewesen, dass sie sich zu dem Zeitpunkt in einer Situation befunden haben, in der ihnen niemand helfen konnte. An die damalige Verzweiflung kann der Abenteurer sich auch heute noch erinnern. Diesen Moment hielt er nach eigenen Angaben schon damals sobald es ihm möglich war schriftlich fest, um sich auch später noch ganz genau daran erinnern zu können.

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Er beschrieb diesen Moment als eine Art außerkörperliche Erfahrung. Er habe sich selbst oberhalb seines Körpers schweben und hinabblicken gesehen, so Messner. Er erinnerte sich auch an einen weiteren Moment, in dem er dem Tod näher war als lebendig. Dieser Moment ereignete sich einige Jahre nach dem frühzeitigen Tod seines Bruders.

Überlebt habe er, nachdem er es nach mehreren Ohnmachtsanfällen zu einigen einheimischen Holzfällern geschafft habe, die ihm dann geholfen hätten. Messner erinnerte sich auch an einen Moment, in dem er eine Art inneren Frieden empfand, als er dem Tod so nahe war, dass die Angst nicht mehr gegenwärtig schien.

Seine vielen Erlebnisse über die Jahre haben seinen Blick und sein Verständnis vom Tod und vom Sterben beeinflusst und geprägt. Beides sieht Messer als zwei unterschiedliche Dinge an. Den Tod sieht er als Zustand an, der uns allen bevorstehe. Das Sterben jedoch ist eher ein Prozess. Das Gefühl der Unverwundbarkeit, welches er in jungen Jahren noch empfand, nachdem auf seinen Klettertouren nie etwas Ernsthaftes passierte, sei geschwunden. 

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Er erkannte durch seine Erlebnisse, wie begrenzt das Leben wirklich ist. Dies sieht er jedoch nicht unbedingt als etwas Schlechtes an, denn er verriet:

"Und wenn man weiß, wie begrenzt das Leben ist, kann man im Hier und Jetzt viel intensiver leben."

Im Interview wurde er auf das Risiko seiner Reisen angesprochen. Messner war sich nach eigenen Angaben durchaus bewusst, dass er, wenn er zu einer solchen Reise aufbricht, vielleicht nicht wiederkommt. Egal, wie gut man sich auf solch eine Klettertour vorbereitet, ein Rest-Risiko bleibt stets.

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Dass er dabei mehr als einmal Glück gehabt hat, weiß er. Dennoch verriet er auch, dass er sich als Abenteurer nicht nur auf sein Glück verlassen konnte, denn sonst hätte er so manche Tour vermutlich nicht überlebt.

"Es ist eine ganz gefährliche, ernste Angelegenheit", sagte er. Dennoch beschrieb er das Bergsteigen als seine Form des Lebens und Erfahrens. Die Sorge der Familien, Freunde und Bergsteiger-Kollegen sei natürlich gerechtfertigt, dennoch war dies ein Lebensstil, den er für sich gewählt hat und den er bis nach seinem 60. Lebensjahr aktiv so betrieben hat. Ein egoistischer Wunsch, wie Messner gestand, dennoch einer, der ihm trotz der Gefahren auch viele Glücksmomente im Leben beschert hat.

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