
Menowin Fröhlich gewinnt „DSDS“ – Warum verstieß seine Teilnahme gegen die Regeln?
Er war schon einmal fast ganz oben – und jetzt ist er es wirklich. Doch Menowin Fröhlichs Rückkehr zu „Deutschland sucht den Superstar" war alles andere als eine gewöhnliche Geschichte.
Seit dem 4. April zeigt RTL die 22. Staffel von „Deutschland sucht den Superstar". Unter den Kandidaten befand sich von Anfang an ein Gesicht, das viele noch gut in Erinnerung hatten: Menowin Fröhlich, 38 Jahre alt, Musiker aus Würzburg. Wer ihn kannte, wusste sofort: Das ist ungewöhnlich. Sehr ungewöhnlich sogar.
Denn Menowin Fröhlich war 2010 schon einmal dabei – und belegte damals den zweiten Platz hinter Sieger Mehrzad Marashi. Damit hatte er es bis in die Liveshows geschafft. Und genau das ist normalerweise ein Ausschlusskriterium für immer.
Tatsächlich ist seine Teilnahme 2026 bereits sein drittes Mal bei DSDS. 2005 schaffte er es nur unter die Top 20. 2010 dann der große Auftritt, das Finale – und der knappe zweite Platz. Was in den Jahren danach folgte, waren nicht nur musikalische Versuche, sondern auch mehrere Auftritte vor Gericht wegen Körperverletzung und Drogendelikten. Sein Name war lange Zeit vor allem mit negativen Schlagzeilen verbunden.
Doch wie kam es dann überhaupt dazu, dass er wieder auf der DSDS-Bühne stand? Die Antwort beginnt mit seiner Tochter Jiepen (17), die selbst beim Casting in Köln dabei war. Menowin Fröhlich begleitete sie – und wurde dabei von Dieter Bohlen sofort erkannt.
Was dann geschah, kam selbst für viele Fans überraschend. Der Poptitan bat den ehemaligen DSDS-Kandidaten, erneut vorzusingen. Es sollte nicht bei einem einzigen Auftritt bleiben: Menowin überzeugte mit seiner Gesangsleistung. „Würdest du nochmal mitmachen?", fragte Bohlen anschließend – und der Sänger stimmte zu. Daraufhin erhielt er ein „Direct-to-Recall-Ticket" und übersprang damit den sogenannten „Golden Room", die Zwischenstation auf dem Weg zum Recall, direkt.
Dass Bohlen dafür eine Ausnahme machte, ist besonders bemerkenswert, weil er selbst einst einer der lautstärksten Verfechter dieser Regel war. 2011 gab er zwar Dauerkandidat Menderes Bağcı ein Ticket – aber nur, um ihn endgültig loszuwerden: „Ich habe dir immer gesagt: Geh zum Teufel, und du bist trotzdem immer wieder zu mir gekommen. Aber wer einmal in den Top 15 war, der darf nie wieder ins Casting." Warum er für Menowin nun eine Ausnahme machte, hat Bohlen bis heute nicht erklärt.
Menowin selbst hatte sich ein Comeback bereits lange gewünscht. Vor dem Casting gestand er ntv offen: „Wenn ich das jetzt so sehe, dann brennt es in mir. Es brennt richtig, und ich würde sagen: 'Boah, einmal noch. Einmal die Chance – mit dem Kopf, den du jetzt hast'."
Und er nutzte diese Chance. Am Ende gewann er die 22. Staffel von DSDS – 16 Jahre nach seinem ersten Finale. Ein Plattenvertrag und 100.000 Euro warten auf ihn. Was er mit dem Preisgeld plant? „Erstmal einen schönen Ausflug mit der Familie, die ist ja groß genug", sagte er nach dem Sieg. Er wird bald Vater zum neunten Mal.
Doch nicht jeder freut sich uneingeschränkt mit ihm. Besonders eine Reaktion hat Menowin Fröhlich getroffen – die von Pietro Lombardi. Der DSDS-Sieger und ehemalige Juror äußerte sich in seinem Podcast „Patchwork Boys" kritisch: „Eigentlich gibt es die Regel ganz klar: Wenn du einmal bei DSDS in der Liveshow warst, darfst du nie wieder mitmachen. Sonst dürfte ich auch hingehen nächstes Jahr – als Kandidat."
Für Menowin war das ein Schlag, mit dem er nicht gerechnet hatte. Gegenüber Bunte sagte er: „Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich kann nicht verstehen, dass Pietro das gesagt hat. Ich kenne ihn schon so lange, und ich habe noch nie ein schlechtes Wort über ihn gesagt oder sonst was." Er habe gehofft, dass Pietro sich für ihn freuen würde.
Die breite Kritik aus sozialen Medien hingegen nimmt er gelassener auf: „Ich akzeptiere jede Meinung, die die Menschen über mich haben. Ich kann das nicht ändern. Aber ich glaube, dass man vielleicht mal aufhören sollte, diesen ganzen Negativfilm zu fahren und von gewissen Dingen auch mal ablassen kann."
Wie bereits berichtet:
Bei „Deutschland sucht den Superstar“ wird schon lange nicht mehr nur über Stimmen diskutiert. Oft geht es ebenso sehr um Entscheidungen der Jury, um Dramaturgie und um die Frage, wer in einer Show wie dieser überhaupt noch als fairer Kandidat wahrgenommen wird. In der aktuellen Staffel hat sich diese Diskussion nun besonders stark auf einen Namen verengt: Menowin Fröhlich.
Dabei hätte sein Auftritt in der ersten Liveshow eigentlich vor allem als großes Fernsehmoment funktionieren sollen. Der frühere Zweitplatzierte von 2010 kehrte mit viel Emotion, mit sichtbarer Anspannung und mit einer Performance zurück, die von der Jury deutlich gefeiert wurde.

Nutzer-Kommentar | Quelle: Facebook/DSDS - Deutschland sucht den Superstar
Doch während Dieter Bohlen und seine Mitjuroren ihn offen lobten, entstand in den sozialen Netzwerken ein ganz anderer Ton. Dort wird Menowin Fröhlich inzwischen weniger als starker Sänger diskutiert – und mehr als Symbol für alles, was viele Zuschauer an „DSDS“ derzeit kritisch sehen.
Schon im Vorfeld war seine Teilnahme umstritten. Wer die Sendung seit Jahren verfolgt, erinnert sich daran, dass Fröhlich bereits 2010 zu den prägenden Gesichtern der Show gehörte. Genau deshalb wurde seine Rückkehr von vielen Fans nicht als normales Comeback, sondern als problematische Ausnahme wahrgenommen.
Nach Meinung zahlreicher Zuschauer steht seine erneute Teilnahme im Widerspruch zu den Regeln, die für andere gegolten hätten. Dass RTL ihn dennoch erneut antreten lässt, hat den Verdacht genährt, hier werde nicht allein nach Talent entschieden, sondern auch nach Wiedererkennungswert und Wirkung.
Diese Skepsis bekam bereits in der ersten Liveshow neue Nahrung. Menowin Fröhlich trat mit „I’d Rather Go Blind“ von Etta James auf – und die Inszenierung des Moments ließ wenig Zweifel daran, dass ihm im Ablauf des Abends eine besondere Rolle zukam. Sein Auftritt wurde für den Schluss aufgehoben, er zeigte sich sichtlich bewegt und vergoss am Ende Tränen. Für die Jury war das offenbar ein Höhepunkt des Abends. Dieter Bohlen reagierte besonders euphorisch und rief: „Du bist so geil!“
Doch genau an diesem Punkt kippte für viele Zuschauer die Stimmung endgültig. Denn was im Studio wie Begeisterung wirkte, wurde online von zahlreichen Kommentierenden als übertriebener Push interpretiert. Der Vorwurf lautet nicht unbedingt, Menowin könne nicht singen – sondern dass er innerhalb der Sendung anders behandelt werde als die übrigen Kandidaten.
In sozialen Netzwerken häufen sich seitdem Stimmen, die eine Verzerrung des Wettbewerbs sehen. Einige sprechen offen davon, dass andere Teilnehmer unter diesen Umständen gar keine realistische Chance mehr hätten. Auch Sympathie scheint eine große Rolle zu spielen, denn viele Nutzer äußerten sich recht negativ über diesen zurückgekehrten Kandidaten:

Nutzer-Kommentar | Quelle: Facebook/DSDS - Deutschland sucht den Superstar

Nutzer-Kommentar | Quelle: Facebook/DSDS - Deutschland sucht den Superstar

Nutzer-Kommentar | Quelle: Facebook/DSDS - Deutschland sucht den Superstar
Auffällig ist, dass sich diese Kritik nicht isoliert betrachten lässt. Sie fällt in eine Staffel, die ohnehin mit Problemen kämpft. Die Quoten von „DSDS“ sind laut den vorliegenden Quellen rückläufig, die Reichweite schwächelt. Gleichzeitig gab es schon in den ersten Episoden Debatten über fragwürdige Jury-Entscheidungen, kontroverse Kandidaten und Nebenthemen wie den viel diskutierten „Bohlen-Filter“. Das alles verstärkt den Eindruck, dass „DSDS“ stärker über Aufreger funktioniert als über eine glaubwürdige Talentsuche.
In diesem Umfeld wird Menowin Fröhlich nun zur Projektionsfläche. Wer mit seiner Rückkehr unzufrieden ist, verbindet damit schnell eine grundsätzliche Kritik an der Show. Ein Kommentar bringt diese Haltung besonders pointiert auf den Punkt: „So unfair den anderen gegenüber, der wird so krass gepusht. Die anderen haben gar keine Chance auf den Sieg“. Solche Reaktionen zeigen, dass viele Zuschauer das Problem nicht in seiner Person allein sehen, sondern in dem System, das ihn ihrer Meinung nach bevorzugt.
Auch das Aussehen von Fröhlich hat bereits für Aufsehen gesorgt. Aufmerksamen Zuschauern mag aufgefallen sein, dass er ordentlich an Gewicht verloren hat und dass auch seine Frisur anders aussieht, als noch vor ein paar Jahren. Der Grund für Ersteres soll eine Magen-OP aus dem Jahr 2022 gewesen sein. Er verriet selbst:
„Ich hatte 170 Kilo vor drei Jahren – und wäre fast gestorben. [...] Meine blonden Haare von früher waren gefärbt, jetzt ist alles echt. Nur etwas Haarspray drin.“
Auch seine extreme Bräune fällt bei seinen Auftritten direkt auf und wird von einigen Nutzern negativ aufgefasst – ein Effekt von regelmäßigen Sonnenstudio-Besuchen. Nach eigenen Angaben gehe er „einmal die Woche“ ins Solarium, heißt es. Er selbst verriet über seine Veränderungen: „Ich fühle mich so einfach besser.“
Hinzu kommt, dass „DSDS“ gerade in einem direkten Konkurrenzumfeld um Aufmerksamkeit ringt. Parallel zu einzelnen Ausstrahlungen liefen andere Musikformate wie „Sing meinen Song“, die beim Publikum teils deutlich besser ankamen. Während Vox mit seiner Musiksendung starke Zahlen erzielte, musste RTL sinkende Marktanteile hinnehmen. Für ein Traditionsformat wie „DSDS“ ist das mehr als nur ein Quotendetail – es ist ein Signal, dass die Akzeptanz des Formats nicht mehr selbstverständlich ist.
Menowin Fröhlich steht damit in einer paradoxen Position. Einerseits gehört er zweifellos zu den bekanntesten Gesichtern, die diese Staffel zu bieten hat. Andererseits löst genau diese Prominenz den massiven Widerstand eines Teils des Publikums aus. Seine erneute Teilnahme polarisiert so stark, dass die eigentliche Frage nach seiner gesanglichen Leistung fast in den Hintergrund rückt.
Ob er am Ende tatsächlich bis ins Finale marschiert, bleibt offen. Klar ist aber schon jetzt: Kaum ein Kandidat dieser Staffel wird so kontrovers diskutiert wie Menowin Fröhlich. Und für viele Zuschauer scheint längst nicht mehr entscheidend zu sein, wie gut er singt – sondern ob seine Teilnahme überhaupt hätte möglich sein dürfen.
