
„Ich hatte eine schlechte Ehe, war nie reich“: Lori Mai kam zu DSDS, um ihr Leben zu ändern, starb jedoch 21 Monate später – eine tragische Geschichte
Als Lori Mai 2008 bei „Deutschland sucht den Superstar“ vor die Jury trat, war ihr Auftritt von Anfang an anders als viele andere. Es ging nicht nur um Gesang, nicht nur um einen möglichen Recall und auch nicht um den üblichen Traum vom Durchbruch. Schon in dem Moment, als die Berlinerin im Rollstuhl vor Dieter Bohlen und die Jury fuhr, war klar, dass hinter diesem Auftritt eine Geschichte stand, die weit über das Format hinausreichte.
Sie sang „Killing me Softly“ – und mit diesem Lied verband sie mehr als nur eine Castingchance. Lori Mai litt an Amyotropher Lateralsklerose, kurz ALS, einer unheilbaren Nervenkrankheit, die fortschreitende Lähmungen verursacht. Bereits während ihrer Teilnahme war sie auf den Rollstuhl angewiesen. Trotzdem stellte sie sich der Öffentlichkeit, ruhig, offen und mit einer Haltung, die viele Zuschauer tief berührte.
Was sie damals sagte, machte deutlich, warum ihr dieser Moment so wichtig war. Sie trat nicht in erster Linie an, um berühmt zu werden. Ihr eigentlicher Antrieb war persönlicher und schmerzhafter. „Damit sie etwas haben, um sich an Mami zu erinnern!“, sagte Lori Mai in der Sendung über ihre beiden kleinen Töchter. Damit bekam ihr Auftritt eine Wucht, die weit über jede Jurybewertung hinausging.
Für den Recall reichte es am Ende nicht. Dieter Bohlen machte deutlich, dass ihre Stimme aus seiner Sicht nicht für die nächste Runde genüge. Doch dass Lori Mai die Sendung nicht als Kandidatin mit einer langen Staffelkarriere verließ, bedeutete nicht, dass sie vergessen wurde. Im Gegenteil: Gerade weil ihr Auftritt nicht auf Show, sondern auf Mut beruhte, blieb er vielen im Gedächtnis.
Denn Lori Mai hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen schweren Lebensweg hinter sich. In einem Interview mit der B.Z. sprach sie offen über ihre Ehe und über Gewalt, die sie nach eigenen Angaben erlebt hatte. Sie schilderte starke Eifersucht, Kontrolle und körperliche Übergriffe. Aus Angst um ihre Kinder beantragte sie schließlich das alleinige Sorgerecht. Ihre Sorge galt vor allem den beiden Töchtern, die sie schützen wollte: „Ich würde alles für meine Kinder tun“. Diese Verantwortung zieht sich wie ein roter Faden durch alles, was man über sie liest.
Auch deshalb wirkt ihr späteres Zitat aus der „Bild“ so eindringlich. Kurz vor ihrem Tod sagte sie: „Was soll ich klagen? Ich hatte eine schlechte Ehe, war nie reich, aber am Ende durfte ich singen. Dafür danke ich Gott.“ Der Satz ist bemerkenswert, weil er nicht nach Bitterkeit klingt, sondern nach einer Frau, die die schwere Last in ihrem Leben kannte und dennoch an etwas festhielt, das ihr Kraft gab: die Musik.
Trotz ihrer Diagnose verlor Lori Mai ihre positive Ausstrahlung laut Medienberichten zufolge nie ganz. Sie erreichte viele Menschen, gerade weil sie nicht aufgab. Ihr Schicksal bewegte Millionen Zuschauer. 5,92 Millionen Menschen sahen laut B.Z. ihren DSDS-Auftritt. Danach erfüllten sich für sie sogar noch einige Wünsche: Sie durfte ihr Bewerbungslied als eigene CD aufnehmen und erhielt 2008 außerdem eine Rolle in der Serie „Niedrig und Kuhnt“.
2009 starb Lori Mai im Alter von nur 31 Jahren an ALS. Ihr Tod erschütterte auch die damalige DSDS-Jury. Dieter Bohlen und Anja Lukaseder äußerten öffentlich ihre Trauer. Bohlen verriet:
„Ihr Schicksal hat mich wie kaum ein anderes bewegt. Sie hatte so viel Lust am Leben, ich bin unendlich traurig“
Vor allem aber blieb bei vielen das Bild einer jungen Mutter zurück, die trotz Krankheit, Angst und schlechten Erfahrungen den Mut hatte, sich noch einmal ins Rampenlicht zu stellen.
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