
Sonya Kraus betritt die Tanzfläche von „Let’s Dance“ mit einem lang gehegten Traum und einer skeptischen Familie zu Hause
Wenn sich am 27. Februar der Vorhang für die 19. Staffel von „Let’s Dance“ hebt, wird eine Kandidatin mit besonders viel persönlicher Geschichte auf das Parkett treten. Für Sonya Kraus ist die Teilnahme an der RTL-Show weit mehr als ein TV-Engagement. Es ist die Erfüllung eines Traums, der sie seit Jahrzehnten begleitet.
Die 52-jährige Moderatorin spricht offen darüber, dass sie diesen Wunsch schon seit rund 20 Jahren in sich trägt. Doch immer wieder kam das Leben dazwischen. Zunächst war sie bei einem anderen Sender unter Vertrag, später bestimmten Schwangerschaften und kleine Kinder ihren Alltag. Als sich schließlich erneut ein Zeitfenster zu öffnen schien, wurde bei ihr Krebs diagnostiziert. Der Gedanke ans Tanzen musste erneut warten.
Jetzt, so beschreibt sie es selbst, sei der richtige Moment gekommen. Sie wolle sich diesen Traum erfüllen, bevor sie 60 werde. Sie verriet:
„Als es wieder perfekt gewesen wäre und ich Lust gehabt hätte, bin ich an Krebs erkrankt. Jetzt endlich kann ich mir diesen Traum erfüllen, bevor ich 60 werde! Es ist so, als würde ich auf eine lang ersehnte Luxusreise gehen.“
Die Vorfreude ist spürbar – fast so, als stünde eine lange geplante Reise endlich bevor. Doch während Kraus innerlich bereits im Glitzerlicht der Show schwebt, sieht es zu Hause deutlich nüchterner aus.
Denn ihre Familie reagiert auf die neue Herausforderung alles andere als euphorisch. Sonya Kraus lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen zusammen. Und vor allem die beiden Jugendlichen machen aus ihrer Skepsis keinen Hehl.
„Meine Söhne finden das alles ziemlich peinlich. Sie sind sogar maximal empört, weil ich für ein paar Wochen zu Hause meinen Dienst einstellen werde. Der Älteste fragt mich tatsächlich, wer ihn dann morgens zur Schule fährt, wenn er den Bus verpassen sollte. Ich habe also quasi Feinde im eigenen Lager.“, sagt sie der BUNTE gegenüber mit einem Lächeln, das Humor und Realität gleichermaßen transportiert. Die Vorstellung, ihre Mutter wöchentlich auf einer bundesweiten Bühne tanzen zu sehen, scheint für die Heranwachsenden nur bedingt reizvoll.
Hinzu kommt ein ganz praktisches Problem: Mit dem Start der Show verändert sich der Alltag. Trainingszeiten, Proben und Live-Sendungen lassen wenig Raum für gewohnte Routinen. Einer ihrer Söhne habe bereits gefragt, wer ihn künftig zur Schule fahre, wenn er den Bus verpasse. Kraus kommentiert die familiäre Lage augenzwinkernd mit dem Satz: „Ich habe also quasi Feinde im eigenen Lager.“
Auch ihr Lebensgefährtre betrachtet die neue Aufgabe offenbar mit einer Mischung aus Verständnis und Zurückhaltung. Mit Kraus falle zu Hause eine verlässliche Kraft weg, die den Alltag organisiere und strukturiere. Gleichzeitig weiß er, wie viel ihr die Teilnahme bedeutet. Dass „Let’s Dance“ für viele Zuschauer als gemeinsames Fernsehereignis gilt, dürfte zusätzlich für eine gewisse Akzeptanz sorgen.
Doch wer ist der Mann an ihrer Seite überhaupt? Sonya selbst sagte über ihn:
„Wir sind seit 27 oder 28 Jahren in wilder Ehe [...] Und mein Mister X ist auch so, dass er gar keine Lust auf Öffentlichkeit hat.“
Obwohl sie schon fast 30 Jahre lang zusammen sind, ist ein Schritt vor den Traualtar für die Moderatorin nicht drin. „Oh mein Gott, das wäre mein Albtraum“, sagte sie selbst. Dennoch scheint es für sie und ihre Familie zu funktionieren, und nur darauf kommt es an.
Der Spagat zwischen Familie und Karriere ist für Sonya Kraus kein neues Terrain. Als Moderatorin war sie jahrelang präsent, zog sich jedoch phasenweise bewusst zurück, um sich auf ihr Privatleben zu konzentrieren. Die Erkrankung, die sie zwischenzeitlich bewältigen musste, veränderte ihren Blick auf Prioritäten noch einmal nachhaltig.
Gerade deshalb erscheint die Entscheidung für „Let’s Dance“ wie ein symbolischer Schritt. Nicht nur eine Show, sondern ein Statement: Träume lassen sich verschieben – aber nicht zwangsläufig aufgeben.
Sportlicher Ehrgeiz kommt hinzu. Kraus betont, dass sie keinesfalls früh ausscheiden möchte. Sie habe Lust auf Wettbewerb, wolle sich beweisen und möglichst lange im Rennen bleiben. Dass ihre Söhne insgeheim vielleicht auf ein schnelles Aus hoffen, nimmt sie mit Humor.
Ob sie am Ende tatsächlich zur Favoritin avanciert oder früh die Tanzfläche räumen muss, wird sich zeigen. Sicher ist jedoch: Für Sonya Kraus beginnt mit dieser Staffel ein Kapitel, das sie sich lange gewünscht hat – begleitet von Applaus im Studio und kritischen Blicken am heimischen Frühstückstisch.
Zwischen Glitzerkleid und Schulranzen, Probenstress und Familienpflichten wagt sie den Schritt ins Rampenlicht. Ein persönlicher Traum trifft auf familiäre Realität – und genau darin liegt die besondere Spannung dieser Teilnahme.
