logo
Rettungskräfte sind am 19. Januar 2026 am Ort eines Zugunglücks im Einsatz, nachdem es gestern in Adamuz, Spanien, zu einem Zugunglück gekommen ist. | Quelle: Getty Images
Rettungskräfte sind am 19. Januar 2026 am Ort eines Zugunglücks im Einsatz, nachdem es gestern in Adamuz, Spanien, zu einem Zugunglück gekommen ist. | Quelle: Getty Images

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge krachen in Córdoba zusammen, mindestens 39 Leute sterben

Maren Z.
19. Jan. 2026
18:35

Es war bereits dunkel, als sich auf einer Strecke in der spanischen Provinz Córdoba innerhalb weniger Sekunden eine Katastrophe abspielte, die das ganze Land erschütterte. Züge, die für Tempo, Technik und Sicherheit stehen, wurden plötzlich zu einem Bild der Verwüstung. Erst mit dem Anbruch des nächsten Morgens wurde deutlich, wie groß das Ausmaß des Unglücks tatsächlich ist.

Werbung

Nach offiziellen Angaben kamen bei dem schweren Zusammenstoß mindestens 39 Menschen ums Leben, mehr als 150 weitere wurden verletzt. Rettungskräfte, die bis tief in die Nacht arbeiteten, sprechen von einem Szenario, das selbst erfahrene Helfer an ihre Grenzen brachte.

Eine Infografik mit dem Titel „Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidieren in Spanien“, erstellt in Ankara, Türkei, am 19. Januar 2026. | Quelle: Getty Images

Eine Infografik mit dem Titel „Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidieren in Spanien“, erstellt in Ankara, Türkei, am 19. Januar 2026. | Quelle: Getty Images

Trümmerteile lagen verstreut, Waggons waren ineinander verkeilt, und immer wieder bestand die Sorge, dass sich unter den zerstörten Zugteilen noch weitere Opfer befinden könnten.

Der Unfall ereignete sich am Sonntagabend gegen 19.40 Uhr. Ein moderner Hochgeschwindigkeitszug des Anbieters Iryo war auf der Strecke unterwegs, als er offenbar entgleiste.

Werbung

Zur gleichen Zeit näherte sich auf dem Gegengleis ein weiterer Schnellzug des staatlichen Unternehmens Renfe. Was dann folgte, war ein folgenschwerer Zusammenstoß: Beide Züge kollidierten, mehrere Waggons sprangen aus den Schienen und stürzten eine mehrere Meter hohe Böschung hinab.

Werbung

Augenzeugen berichten von einem Moment völliger Orientierungslosigkeit. Eine Überlebende schilderte später:

„Es war wie in einem Horrorfilm.“

Innerhalb kürzester Zeit habe sich alles verändert – Licht, Geräusche, Bewegung. Andere Passagiere beschrieben, dass sie das Gefühl hatten, ein Erdbeben habe den Zug erfasst, bevor Chaos ausbrach. Eine Zeugin sagte: „Es gab eine Vollbremsung, es wurde stockdunkel. Ich fiel kopfüber aus dem Sitz. Menschen und Gepäck flogen durch die Luft, es gab Schreie, weinende Kinder, Blut. Ich fühle mich, als wäre ich neu geboren.“

Werbung

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Das Gelände rund um die Unfallstelle ist schwer zugänglich, was den Einsatz von schwerem Gerät erschwerte. Feuerwehr und medizinische Teams arbeiteten unter Hochdruck, um Verletzte zu versorgen und Opfer zu bergen.

Unterstützung kam auch aus der umliegenden Region: In nahegelegenen Gemeinden öffneten Menschen ihre Häuser und Geschäfte, stellten Decken, Wasser und Medikamente zur Verfügung und kümmerten sich um Gestrandete. Der Journalist Salvador Jiménez befand sich unter den Passagieren. Er schilderte den Vorfall wie folgt:

„Es gab einen Moment, da fühlte es sich an wie ein Erdbeben.“

Foto von Angehörigen der Opfer des Zugunglücks von Adamuz (Córdoba) beim Besuch der Info-Stelle im Bürgerzentrum Poniente Sur. 19. Januar 2026, Córdoba | Quelle: Getty Images

Foto von Angehörigen der Opfer des Zugunglücks von Adamuz (Córdoba) beim Besuch der Info-Stelle im Bürgerzentrum Poniente Sur. 19. Januar 2026, Córdoba | Quelle: Getty Images

Werbung

Am Montagmorgen lagen noch mehr als 70 Verletzte in mehreren Krankenhäusern, ein Teil von ihnen in kritischem Zustand. Unter den Schwerverletzten befinden sich auch Minderjährige.

Der Leiter der Feuerwehr äußerte sich ebenfalls: „Es ist ein schwer zugängliches Gebiet. Das Ausmaß der Zerstörung war zudem groß. Chaos, offene Brüche.“ Und Verkehrsminister Óscar Puente sagte: „Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall.“

Die Identifizierung der Todesopfer konnte zunächst nicht abgeschlossen werden, da viele Reisende aus unterschiedlichen Regionen Spaniens und dem Ausland stammten.

Werbung

Besonders rätselhaft ist bislang die Ursache des Unglücks. Experten zeigen sich überrascht, da die Strecke als modernisiert gilt und die eingesetzten Züge zu den neuesten Modellen gehören.

Spaniens Verkehrsminister sprach von einem äußerst ungewöhnlichen Vorfall und betonte, dass Sicherheitssysteme normalerweise genau solche Kollisionen verhindern sollen. Nun müssen technische Daten ausgewertet und Abläufe rekonstruiert werden, um zu klären, wie es dennoch zu diesem Zusammenstoß kommen konnte.

Auch politisch ist die Anteilnahme groß. Spaniens Ministerpräsident sprach von einer Nacht tiefen Schmerzes für das Land und sagte den Betroffenen schnelle Unterstützung zu.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Werbung

Aus ganz Europa kamen Beileidsbekundungen, darunter auch von der Präsidentin der Europäischen Kommission, die den Opfern und ihren Familien ihr Mitgefühl aussprach.

Während die Ermittlungen beginnen, bleibt für viele Angehörige und Überlebende vor allem eines zurück: Fassungslosigkeit. Was als gewöhnliche Zugfahrt begann, endete in einer der schwersten Eisenbahnkatastrophen der jüngeren spanischen Geschichte – mit Folgen, die noch lange spürbar sein werden.

Unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien und Hinterbliebenen aller Opfer dieses tragischen Vorfalls.

Werbung
Werbung
info

Die Informationen in diesem Artikel stellen keinen Ersatz für professionellen ärztlichen Rat, eine Diagnose oder eine Behandlung dar. Alle Inhalte, inklusive Text und Bildern, die in AmoMama.de enthalten sind oder durch AmoMama.de zugänglich sind, dienen lediglich der allgemeinen Information. AmoMama.de übernimmt keinerlei Verantwortung für jegliche Handlungen, die als Resultat des Lesens dieses Artikels unternommen werden. Bevor Sie sich irgendeiner Behandlung unterziehen, konsultieren Sie ihren medizinischen Leistungsanbieter.

info

AmoMama.de unterstützt und fördert keine Formen von Gewalt, Selbstbeschädigung oder anderes gewalttätiges Verhalten. Wir machen unsere LeserInnen darauf aufmerksam, damit sich potentielle Opfer professionelle Beratung suchen und damit niemand zu Schaden kommt. AmoMama.de setzt sich gegen Gewalt, Selbstbeschädigung und gewalttätiges Verhalten ein, AmoMama.de plädiert deshalb für eine gesunde Diskussion über einzelne Fälle von Gewalt, Missbrauch, oder sexuelles Fehlverhalten, Tiermissbrauch usw. zum Wohl der Opfer. Wir ermutigen in diesem Sinne alle LeserInnen, jegliche kriminelle Vorfälle, die wider diesen Kodex stehen, zu melden.

Ähnliche Neuigkeiten
Die Angeklagte im Fall Fabian | Quelle: Getty Images

19. Tag im Fabian-Prozess: Neue Details zur möglichen Tatwaffe

13. Juli 2026

Justizbeamte führen die Angeklagte zu ihrem Platz im Gerichtssaal des Landgerichts Rostock zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, 7. Juli 2026. | Quelle: Getty Images

„Aber ob es Fabian ist, steht noch zur Frage": Fabians Vater schrieb Gina H., ohne zu wissen, dass sie die Wahrheit bereits kannte - ihre Antwort

08. Juli 2026

Deborah Sasson | Quelle: Getty Images

Musical-Star Deborah Sasson bricht sich das Genick – Ehemann enthüllt Details

30. Juli 2026

Bonnie Tyler | Quelle: Getty Images

Bonnie Tylers Familie teilt herzzerreißende Neuigkeiten nach dem plötzlichen Tod der Sängerin in Portugal – was zu diesem Moment führte

10. Juli 2026

Die Angeklagte trifft in Begleitung von Justizbeamten zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian am Landgericht Rostock ein, 2. Juli 2026. | Quelle: Getty Images

Mordprozess um Fabian: Der Verlauf – Tag 10 bis 16

06. Juli 2026

Bonnie Tyler und ihr Ehemann Robert Sullivan | Quelle: Getty Images

Bonnie Tyler verbrachte ihr Leben mit ihrem „ersten festen Freund", den sie mit 22 heiratete – warum die beiden nie Kinder bekamen

10. Juli 2026

Elton | Quelle: Getty Images

Eklat im „ZDF-Fernsehgarten": Elton wird plötzlich ausgebuht – was ist passiert?

21. Juli 2026

Andreas Ohm (l.), die Angeklagte und Thomas Löcker stehen im Gerichtssaal des Landgerichts Rostock vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, 7. Juli 2026. | Quelle: Getty Images

18. Verhandlungstag im Fabian-Mordprozess: Fabians Handy wurde ausgewertet

07. Juli 2026

Mordprozess im Fall Fabian | Quelle: Getty Images

Ginas Anruf bei der Polizei dauerte „nur zwei Minuten" – diesen eiskalten Satz sagte sie dem Beamten

29. Juni 2026

Ralph Siegel bei der Weltpremiere von 'N Bisschen Frieden' am Theater am Marientor, Duisburg, 20. Oktober 2022. | Quelle: Getty Images

„Einen Tag später und ich wäre tot gewesen": Ralph Siegels erste Worte nach 18 Tagen im Koma

31. Juli 2026

Hitzewelle | Quelle: Getty Images

Hitze-Hammer für ganz Deutschland – Mit Ausnahme einer Region

03. August 2026