
Stromausfall in Berlin: 83-jährige Frau tot aufgefunden
Der massive Stromausfall im Südwesten Berlins hat die Stadt tagelang in Atem gehalten. Zehntausende Haushalte waren ohne Strom und Heizung, Straßen lagen im Dunkeln, die Unsicherheit wuchs mit jeder Stunde.
Nun gibt es einen Todesfall, der die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft. In Berlin-Zehlendorf wurde eine 83-jährige Frau während des Blackouts tot aufgefunden. Ob ihr Tod in direktem Zusammenhang mit dem Stromausfall steht, ist derzeit noch unklar.
Die Seniorin wurde am Dienstagabend von einem Angehörigen leblos in ihrer Wohnung entdeckt. Rettungskräfte versuchten, die pflegebedürftige Frau zu reanimieren, doch alle Maßnahmen blieben erfolglos.
Der Vizepräsident der Berliner Polizei, Marco Langner, äußerte sich am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zu dem Fall. Er sprach von einem „sehr bedauerlichen Vorfall“, betonte jedoch, dass die Todesursache bislang nicht eindeutig festgestellt werden konnte.
Nach Angaben der Polizei ist unklar, ob die Frau möglicherweise in der Dunkelheit gestürzt ist oder ob gesundheitliche Gründe zu ihrem Tod geführt haben. Auch ein Zusammenhang mit der niedrigen Temperatur in der Wohnung kann derzeit weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.
Eine Obduktion wurde angeordnet, um Klarheit über die genauen Umstände zu erhalten. Erst danach könne entschieden werden, ob der Stromausfall eine Rolle gespielt habe, erklärte Langner weiter.
Die 83-Jährige lebte allein in einem Mehrfamilienhaus im Berliner Ortsteil Zehlendorf. Während des Blackouts fiel nicht nur die Stromversorgung aus, sondern auch die Heizung. Nach Aussagen aus dem Wohnumfeld sollen die Temperaturen in den Wohnungen zeitweise auf rund elf Grad gesunken sein.
In sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht vom Tod der Seniorin rasend schnell. Teilweise wurde dort behauptet, die Frau sei aufgrund der Kälte gestorben. Die Polizei widersprach solchen Darstellungen und mahnte zur Zurückhaltung, solange die Ermittlungen andauern.
Gleichzeitig kursierten weitere Gerüchte über angebliche Todesfälle im Zusammenhang mit dem Stromausfall. Eine Polizeisprecherin stellte klar, dass eine zweite genannte Frau bereits Tage vor dem Blackout gestürzt sei und ihr Tod nicht mit dem Stromausfall in Verbindung stehe.
Der großflächige Stromausfall war durch einen Brandanschlag auf Hochspannungsleitungen im Berliner Südwesten ausgelöst worden. Mehr als 45.000 Haushalte waren zeitweise betroffen, viele davon über mehrere Tage hinweg.
Am Dienstag übernahm der Generalbundesanwalt die Ermittlungen. Es besteht der Verdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage, Brandstiftung sowie die Störung öffentlicher Betriebe.
Ein linksextremistisches Netzwerk, das sich selbst als „Vulkangruppe“ bezeichnet, reklamierte die Tat in einem Bekennerschreiben für sich. Die Gruppierung soll bereits in der Vergangenheit ähnliche Anschläge auf kritische Infrastruktur verübt haben.
Die politischen Reaktionen fielen entsprechend deutlich aus. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, sprach von einer weiterhin angespannten Lage, auch nachdem die Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt werden konnte.
Am Mittwochvormittag meldeten die Behörden, dass alle betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt seien. Dennoch bleibe die Situation fragil, da die Reparaturen zunächst nur provisorischen Charakter hätten.
Polizei und Feuerwehr waren während des Blackouts im Dauereinsatz. Allein im betroffenen Gebiet wurden hunderte Lautsprecherdurchsagen gemacht, um insbesondere ältere und hilfsbedürftige Menschen zu erreichen.
Der Tod der 83-jährigen Frau wirft nun eine zentrale Frage auf: Welche Folgen kann ein länger andauernder Stromausfall für besonders vulnerable Gruppen haben? Die Antwort darauf hängt auch vom Ergebnis der angeordneten Obduktion ab.
Bis dahin bleibt der Fall ein mahnendes Beispiel dafür, wie schnell eine technische Störung zu einer humanitären Belastung werden kann. Für die Ermittler steht fest: Erst nach Abschluss der Untersuchungen lässt sich sagen, ob der Stromausfall tatsächlich ein Menschenleben gefordert hat.
