
„Sonst mache ich es nicht“: Sigmar Solbach verrät die Bedingung für sein TV-Comeback
Für viele Zuschauer war er über Jahre hinweg ein vertrautes Gesicht im deutschen Fernsehen. Serien wie „Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen“, „Die Schwarzwaldklinik“ oder auch Auftritte im „Traumschiff“ machten Sigmar Solbach zu einem der bekanntesten TV-Darsteller seiner Generation. Doch in den vergangenen Jahren ist es ruhig um den Schauspieler geworden. Auf der Leinwand oder im Fernsehen taucht er kaum noch auf.

Sigmar Solbach, RTL-Serie "Dr. Stefan Frank - der Arzt, dem die Frauen vertrauen" am 14.04.1994 in München | Quelle: Getty Images
Dabei liegt sein Rückzug nicht an mangelnder Energie oder fehlenden Angeboten. Der heute 79-Jährige wirkt nach wie vor fit und aktiv. Statt Dreharbeiten prägen heute andere Dinge seinen Alltag: Theaterproben, Segeltörns und ein ruhiges Leben in München.
Dass er nicht mehr regelmäßig vor der Kamera steht, ist eine bewusste Entscheidung. Schon seit mehr als zehn Jahren lehnt Solbach Angebote für Film- und Fernsehproduktionen ab. Körperlich, betont er selbst, wäre die Arbeit für ihn weiterhin problemlos möglich.
„Gedreht habe ich schon lange nicht mehr, obwohl ich das körperlich locker schaffen würde. Ich habe dreimal mit dem Segelschiff den Atlantik überquert“, erklärte er in einem Interview. Seine Absage an viele Projekte habe andere Gründe.

Sigmar Solbach bei der Premiere des Musicals „Ein bißchen Frieden“ im Deutschen Theater am 9. Mai 2024 in München | Quelle: Getty Images
Vor allem mit den Inhalten moderner Fernsehproduktionen kann sich Solbach oft nicht identifizieren. Ihm missfallen häufig die Drehbücher, ebenso wie die eingeschränkten kreativen Möglichkeiten für Schauspieler und Regisseure. In vielen Produktionen, so sein Eindruck, hätten die Beteiligten heute deutlich weniger Einfluss auf die Gestaltung der Rollen.
Selbst eine der bekanntesten Rollen im deutschen Fernsehen hätte ihn nicht zurück vor die Kamera gelockt. Die Kapitänsrolle beim ZDF-„Traumschiff“ lehnte Solbach einst ab. Später wurde die Figur zunächst von Sascha Hehn übernommen und schließlich von Florian Silbereisen.
Neben inhaltlichen Fragen spielt auch das Umfeld der Branche eine Rolle für seine Entscheidung. Mit dem klassischen Prominentenleben konnte sich der Schauspieler nie besonders gut anfreunden. Glamouröse Veranstaltungen, Premieren oder rote Teppiche gehören nicht zu seinen Lieblingsorten. Er selbst sagte dazu:

Claudia Solbach und Sigmar Solbach bei der Theaterpremiere von „Mord im Orient-Express“ am 23. April 2025 im Deutschen Theater in München | Quelle: Getty Images
„Rote Teppiche sind nicht meine Welt. Da habe ich eine Phobie entwickelt. Diese Selbstdarstellung bereitet mir körperliche Schmerzen [...] Ich bekomme Atemnot, wenn ich mich in Räumen befinde, die mit Egos angefüllt sind. Wie bei Filmbällen. Diese Schwingungen von Menschen, die nach Aufmerksamkeit buhlen, die wichtig sein und gesehen werden wollen, tun mir seelisch weh.“
Stattdessen sucht Solbach Ruhe und Abstand vom öffentlichen Trubel. Seine Freizeit verbringt er gern auf dem Segelboot, beim Radfahren durch München oder im Kreis enger Freunde. Dort ist er nicht der bekannte Schauspieler, sondern einfach „der Sigmar“.
Ganz verabschiedet hat er sich von der Schauspielerei allerdings nicht. Eine Bühne ist für ihn nach wie vor ein besonderer Ort – allerdings nicht vor Kameras, sondern im Theater.

Sigmar Solbach bei der Theaterpremiere von „Mord im Orient-Express“ am 23. April 2025 im Deutschen Theater in München | Quelle: Getty Images
Dort erlebt er die unmittelbare Verbindung zum Publikum, die ihm im Fernsehen zunehmend gefehlt hat. Auf der Bühne zählt für ihn vor allem die Intensität einer Rolle und die direkte Reaktion der Zuschauer.
Dabei hat Solbach auch eine klare Haltung, wenn es um neue Projekte geht. Er verriet: „Eine Rolle muss mich berühren, mir die Haare aufstellen. Sonst mache ich es nicht.“
Aktuell steht er deshalb in der Münchner „Komödie im Bayerischen Hof“ auf der Bühne. In dem Stück „Der Abschiedsbrief“ spielt er an der Seite von Schauspielerin Michaela May.

Michaela May und Sigmar Solbach auf der Bühne bei der Presseprobe zu „Der Abschiedsbrief“ in der Komödie Winterhuder Fährhaus am 14. Januar 2026 in Hamburg | Quelle: Getty Images
Neben seiner Arbeit spricht Solbach auch offen über sein Privatleben. Seit 24 Jahren ist er mit seiner Frau Claudia verheiratet. Für ihn beruht eine langfristige Beziehung vor allem auf Kommunikation und gegenseitigem Respekt.
Während viele ehemalige TV-Stars weiterhin auf große Comebacks hoffen, wirkt Sigmar Solbach mit seiner Entscheidung zufrieden. Für ihn steht fest: Wenn er noch einmal vor die Kamera zurückkehrt, dann nur unter einer Voraussetzung – dass die Rolle ihn wirklich bewegt.
