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Sven Martinek | Quelle: Getty Images
Sven Martinek | Quelle: Getty Images

„Ich bin irgendwann nicht mehr da“: Sven Martinek spricht offen über die Gewohnheiten, die ihm fast das Leben gekostet hätten

Edita Mesic
06. Jan. 2026
15:10

Die Öffentlichkeit kennt Sven Martinek seit Jahrzehnten als präsente Figur im deutschen Fernsehen. In der ARD-Krimireihe Morden im Norden steht er seit 2006 regelmäßig vor der Kamera und verkörpert dort Verlässlichkeit und Kontrolle.

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Doch hinter diesem Bild verbarg sich lange ein Leben, das aus dem Gleichgewicht geraten war. In der NDR-Talkshow DAS! sprach der Schauspieler nun ungewöhnlich offen über eine Vergangenheit, die ihn nach eigenen Worten beinahe das Leben gekostet hätte.

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Er blickte dabei auf Jahre zurück, die von exzessivem Konsum geprägt waren. „Ich war schon heftig unterwegs. Was Alkohol und Drogen und all diese ganzen Sachen anging“, gestand der 61-Jährige. Die Worte fielen ruhig, aber ohne Beschönigung.

Der entscheidende Moment kam, als ihm die Konsequenzen seines Lebensstils klar wurden. Der Wendepunkt sei gekommen, als ihm bewusst wurde: „Wenn ich so weitermache, bin ich irgendwann nicht mehr da oder liege in irgendeiner Klinik.“ Diese Erkenntnis markierte den Beginn eines radikalen Schnitts.

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Vor rund sechs Jahren entschied sich Martinek für eine grundlegende Veränderung. Er sprach von einer inneren Transformation und davon, sein Leben fortan bewusster, verantwortungsvoller und klarer führen zu wollen.

Besonders schwer wog für ihn der Umgang mit seiner Familie. Martinek ist Vater von 11 Kindern mit 5 Frauen, ein komplexes Patchwork-Gefüge, das er lange nicht tragen konnte. Aus Angst und innerer Flucht hatte er sich emotional und real distanziert.

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„Ich habe aus Angst viel den Kontakt zu meinen Kindern vermieden, ich war nicht ich selber, bin vor mir weggerannt. Und das wollte ich nicht mehr.“ Zu seiner ältesten Tochter, der Moderatorin Esther Sedlaczek, hatte er 16 Jahre lang keinen Kontakt.

Der Entschluss, allen Kindern ehrliche Briefe zu schreiben, wurde zu einem Schlüsselmoment. Für Martinek war es ein Schritt ins Ungewisse, aber auch ein notwendiger Akt der Verantwortung. Die Offenheit habe ihm letztlich Nähe zurückgebracht.

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Auch beruflich blieb sein Wandel nicht unbemerkt. Serienpartner Ingo Naujoks erlebte die Veränderung aus nächster Nähe und äußerte sich in der Sendung anerkennend. Er habe großen Respekt vor der Konsequenz seines Kollegen, sagte Naujoks.

Eine zentrale Rolle in Martineks neuem Leben spielt seine heutige Partnerin Bianca Rütter, mit der er seit 2018 zusammen ist. Die Beziehung habe vieles verändert und Stabilität gebracht, die zuvor gefehlt habe.

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Für Sven Martinek hat diese Partnerschaft einen Wendepunkt markiert. „Ich habe über 50 Jahre, oder sagen wir mal 30 Jahre, exzessiv gelebt und damit musste ich irgendwann mal Schluss machen. [...] Ich habe ja nicht nur getrunken, ich habe gesoffen. [...] Dann waren noch Drogen im Spiel“, erklärte er offen im ‚Brisant‘-Interview.

Heute nutzt Martinek seine Erfahrungen, um anderen zu helfen. Gemeinsam mit seiner Partnerin engagiert er sich im Coaching-Bereich und spricht offen über persönliche Abgründe, ohne sie zu dramatisieren.

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Seine Geschichte ist weniger eine Heldenerzählung als ein nüchternes Zeugnis von Einsicht. Martinek macht deutlich, dass Veränderung möglich ist, aber Mut, Ehrlichkeit und Konsequenz erfordert.

Der Satz „Ich bin irgendwann nicht mehr da“ wirkt rückblickend wie eine Warnung, die er ernst genommen hat. Heute steht er nicht nur als Schauspieler vor der Kamera, sondern als jemand, der gelernt hat, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

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