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In Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und in Rheinland-Pfalz laufen nach der Flutkatastrophe weiterhin die Bergungs- und Aufräumarbeiten am laufenden Band. Angehörige sind weiterhin im Unklaren über den Verbleib vieler Vermisster. Immer wieder werden traurige Schicksalsschläge bekannt, wie der eines Witwers aus Brück, dessen Leben durch die Fluten für immer verändert wurde.
Von Entspannung kann in Westdeutschland leider noch immer keine Rede sein. Zwar kommen dank beständigem Wetter weiterhin keine weiteren Wassermassen vom Himmel dazu, aber die Aufräumarbeiten nehmen erst so richtig Fahrt auf.
Dabei werden die Ausmaße in vielen Gebieten erst langsam deutlich. Familien betreten ihre zerstörten Häuser, Nachbar*innen helfen sich gegenseitig beim Aufräumen, lokale Restaurants geben gratis Essen aus und Menschen stehen Schlange, um erste finanzielle Hilfen der Regierung in Anspruch zu nehmen.
Die "Tagesschau" spricht mittlerweile von mindestens 135 bestätigten Todesfällen. Bei den Vermissten ist die Lage unübersichtlich, da in vielen Teilen das Mobilfunknetz noch immer nicht funktioniert und Menschen keinen Kontakt zu ihren Lieben aufnehmen können.
Neben Bergungsarbeiten laufen auch aktive Rettungseinsätze noch immer. In Erftstadt beispielsweise, einer Ortschaft im Großraum der Metropole Köln, mussten 170 Menschen per Hubschrauber aus ihren Wohnungen evakuiert werden.
Denn Wassermassen hatten in dem Ort Gebäude unterspült und so zum Einstürzen gebracht oder zumindest die Gefahr eines Einsturzes bedrohlich erhöht. Allein in NRW seien deshalb mehr als 22.000 Rettungskräfte der Feuerwehren, Polizei und des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz.
Schwer getroffen ist auch Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Im Stadtteil Brück ereignete sich eine Tragödie, als eine Familie mit zwei Kindern zerrissen wurde. Der ansässige Hausarzt Klaus Korte sprach mit RTL über das Schicksal seines Assistenzarztes.
Dessen Haus wurde nachts von den Wassermassen fortgerissen. Der Assistenzarzt, seine Frau und die beiden 4-jährigen Kinder konnten sich auf das Dach des Hauses retten, allerdings saßen sie dort fest, weil sie wegen der umgebenden Fluten nicht gerettet werden konnten.
Die Frau des Arztes und die Tochter ertranken im Laufe der Nacht. Emotional schilderte der Chef des Witwers die Lage: "Mein Assistenzarzt hat sich die ganze Nacht auf einem Ast hängend und stehend mit seinem vierjährigen Sohn über Wasser halten können."
Den Sohn und seinen Vater habe man erst am folgenden Morgen retten können. Sie hätten mehr als zehn Stunden ausharren müssen. Tragischerweise sind solche Schicksale keine Einzelfälle in der derzeitigen Katastrophe.
Klaus Korte berichtete, er behandele ununterbrochen Menschen, die schwere körperliche, aber auch seelische Folgen davongetragen haben. Er sprach beispielsweise von "Nahtoderfahrungen" und beschrieb die Situation als "Apokalypse".
Der Bericht des Hausarztes deutet bereits an, dass die Flut nicht nur in der Landschaft Westdeutschlands tiefe Furchen hinterlassen hat. Auch in den Seelen der Menschen haben die Fluten gewütet.

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