Heino sagt, dass er weiterhin Lieder wie "Lustig ist das Zigeunerleben" singen wird

Sänger Heino hat für Schlagzeilen gesorgt, da er sich gegen politische Korrektheit wehrt.

Der 81-jährige Sänger Heino hat sich dazu geäußert, dass er seine Lieder weiter nach „alter deutscher Tradition“ halten möchte – auch, wenn diese nicht immer politisch korrekt sein mögen.

Heino, BonnLive Drive-In Konzert, 15. Mai 2020 | Quelle: Getty Images

Heino, BonnLive Drive-In Konzert, 15. Mai 2020 | Quelle: Getty Images

POLITISCHE KORREKTHEIT DER HEUTIGEN ZEIT

In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung verriet er:

"Ich verstehe nicht, warum man Zigeunersauce plötzlich nicht mehr so nennen darf. Als hätten wir in Deutschland keine anderen Probleme! Ich werde auch weiterhin Lieder wie ,Lustig ist das Zigeunerleben‘ singen.“

Er fuhr fort und fragte, ob er es lieber künftig auf "Lustig ist das Paprikaleben ungarischer Art" umdichten solle. Dieser Hype ergebe für ihn keinen Sinn, heißt es weiter. „Bild“ berichtete, dass der Sänger in den siebziger Jahren viele Freunde unter den Sinti und Roma gehabt habe und dass sich niemand bei seinen Liedern und Auftritten an dem Wort "Zigeuner" gestört habe.

Heino, BonnLive Drive-In Konzert, 15. Mai 2020 | Quelle: Getty Images

Heino, BonnLive Drive-In Konzert, 15. Mai 2020 | Quelle: Getty Images

Der erfolgreiche Sänger spielt mit seinen Aussagen auf eine Nachricht an, die kürzlich in die Medien geriet. Demnach möchte der Lebensmittelkonzern "Knorr" ihre "Zigeunersauce" künftig umbenennen.

Der zukünftige Titel für die Sauce soll "Paprikasauce Ungarischer Art" lauten. Doch Heino scheint nicht der Einzige zu sein, der solch eine Umbenennung unpassend oder unnötig findet. Viele Internet-Nutzer haben online ihren Unmut darüber kundgetan.

ALTE TRADITION ODER DISKRIMINIERUNG?

Es heißt, dass mit dem Wort "Zigeuner" negative Stereotypen der Sinti und Roma in Verbindung gebracht werden. Bis in die 80er Jahre wurde der Begriff jedoch noch von offizieller Seite in Deutschland verwendet. Allerdings handelt es sich dabei auch um einen Begriff, der den Sinti und Roma von Außenstehenden gegeben wurde und nicht um einen Begriff, den sie sich selbst gaben.

Sänger Heino, Hitparade, 1969 Grimm225 | Quelle: Getty Images

Sänger Heino, Hitparade, 1969 Grimm225 | Quelle: Getty Images

Er gilt heutzutage als Diskriminierung. Damit reiht er sich in andere Begriffe ein, die in der Vergangenheit akzeptabel schienen und heutzutage als verrufen gelten. Man denke dabei nur an den heutigen "Schaumkuss".

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