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Christine Habetha und Dorina L. | Quelle: Getty Images
Christine Habetha und Dorina L. | Quelle: Getty Images

„Warum musste mein Fabi dafür gehen?“: Fabians Mutter konfrontiert Gina H. am 28. Verhandlungstag vor Gericht – ihre Antwort

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Von Jasmine Eisenbeil
16. Sept. 2026
12:26

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian richtet sich am 28. Verhandlungstag der Blick erneut auf Gina H. Die Angeklagte muss sich vor Gericht zu zahlreichen Widersprüchen in ihren bisherigen Aussagen äußern. Immer wieder hakt Richter Holger Schütt nach, wenn es um ihre Erinnerungen, ihre Angaben zu bestimmten Tagen und ihre Erklärungen zu früheren Aussagen geht.

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Auch Oberstaatsanwalt Nowack stellte die Frage, warum Gina H. an verschiedenen Stellen unterschiedliche Angaben gemacht haben soll. Doch besonders emotional wurde es, als schließlich Fabians Mutter selbst das Wort an die Angeklagte richtet.

Am Dienstag, dem 15. September 2026, betrat Gina H. gegen 9.30 Uhr den Gerichtssaal. An diesem Tag trug sie erstmals einen grünen Pullover. Wie bereits an den vorherigen Verhandlungstagen hielt sie einen roten Aktenordner vor ihr Gesicht und sprach mit ihrem Verteidiger Thomas Löcker.

Gina H. betritt am 15. September 2026 den Gerichtssaal | Quelle: Getty Images

Gina H. betritt am 15. September 2026 den Gerichtssaal | Quelle: Getty Images

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Der Pullover soll laut RTL von Matthias R. stammen, Fabians Vater. Er habe der Angeklagten drei verschiedene Pullover gekauft. Doch an diesem Tag ging es vor Gericht nicht um ihre Kleidung. Gina H. stand erneut im Mittelpunkt der Befragung.

Vor allem ihre Aussagen vom vorherigen Verhandlungstag wurden aufgegriffen. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wo sie sich rund um den 10. Oktober aufgehalten hatte und warum sich ihre Angaben dazu verändert haben.

Auch ihre Erklärung, sie habe für ihre Großeltern einen Bankgang erledigen wollen, wurde erneut thematisiert. Gina H. hatte angegeben, ihre Großmutter habe sie zur Bank geschickt. In einem abgehörten Telefonat soll Matthias R. seinem Bruder jedoch erzählt haben, Ginas Großeltern hätten gesagt, dass sie an jenem Morgen zu Hause gewesen sei.

Gina H. erklärte dazu: „Ich kann mir vorstellen, dass Oma das vergessen hat. Schließlich hat Oma ja Demenz. Ich kann mir vorstellen, dass Oma vergessen hat, dass ich für sie los sollte.“

Wann war Gina H. bei der Bank?

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Gina H. hatte zuvor erklärt, sie habe am 10. Oktober die Bankgeschäfte nicht erledigen können, weil sie ihre Bankkarte vergessen habe. Einen Tag, am 11. Oktober, später sei sie deshalb dann nach Krakow am See gefahren und habe 1500 Euro vom Konto ihrer Großmutter abgehoben.

Die Ermittler gingen dieser Darstellung nach. Doch für den Zeitraum vom 9. bis zum 14. Oktober fanden sich nach den im Prozess vorgetragenen Erkenntnissen keine entsprechenden Kontobewegungen auf den Konten der Großeltern.

Gina H. erklärte daraufhin, dass sie sich nicht mehr genau daran erinnere, wann sie tatsächlich bei der Bank gewesen sei.

Warum suchte sie genau dieses Feld auf?

Auch der 13. Oktober 2025 beschäftigte das Gericht ausführlich. An diesem Tag war Gina H. gemeinsam mit Christian D. in der Gegend unterwegs, in der später Fabians Leiche gefunden wurde. Für Richter Holger Schütt stellt sich deshalb die Frage: Warum führte es die beiden ausgerechnet an diesen Ort?

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Nahaufnahme der Fußfesseln, die die Angeklagte Gina H. am 16. September 2026 vor Gericht trug | Quelle: Getty Images

Nahaufnahme der Fußfesseln, die die Angeklagte Gina H. am 16. September 2026 vor Gericht trug | Quelle: Getty Images

Gina H. betonte, dass es sich nach ihrer Darstellung nicht um eine gezielte Suche nach Fabian gehandelt habe.

„Dass wir da nun Fabian finden, war nun mal nicht geplant und auch nicht vorhersehbar“, sagte sie vor Gericht.

Doch auch ihre Erklärung, wie es überhaupt zu der Suche an diesem Ort kam, wirft Fragen auf. Gina H. hatte sich nach eigenen Angaben auf Inhalte in sozialen Medien bezogen. Dort sei jedoch nicht davon die Rede gewesen, dass sie auf einem bestimmten Feld oder in einem Wald suchen sollte.

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Der „Freud'sche Versprecher“

Im weiteren Verlauf ging es erneut um frühere Aussagen von Gina H. Auch ein Satz aus einer polizeilichen Vernehmung wurde aufgegriffen.

Der Richter fragte sie, ob bestimmte Aussagen und die wechselnden Darstellungen mit den „Symptomen ihrer Krankheit“ zusammenhängen könnten. Gina H. kann darauf keine Erklärung geben.

Schütt griff anschließend eine frühere Formulierung auf, in der Gina H. von „dem Lütten und Leo“ gesprochen hatte. Er fragte, ob es sich dabei um einen „Freud‘schen Versprecher“ oder um ein Symptom ihrer Krankheit gehandelt habe.

Gina H. erklärte, sie habe sich versprochen.

Der Richter appellierte dabei an sie, zur Aufklärung beizutragen: „Ich flehe Sie genauso an wie Ihren Freund, wie Ihren Lebensgefährten. Helfen Sie mir“.

Anwalt Thomas Löcker (von links nach rechts), Richter Holger Schütt und die Angeklagte Gina H. | Quelle: Getty Images

Anwalt Thomas Löcker (von links nach rechts), Richter Holger Schütt und die Angeklagte Gina H. | Quelle: Getty Images

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Gina H. blieb bei ihrer Erklärung, dass es ein Versprecher gewesen sei. Sie habe damit nicht Fabian gemeint.

Auch Staatsanwalt Nowack thematisierte die unterschiedlichen Aussagen der Angeklagten.

Er formulierte die Frage nach dem Grund für die Widersprüche ausdrücklich als offene Frage: „Warum lügt die Angeklagte an so vielen Stellen? Warum lügt sie überhaupt? Gibt es dafür einen Grund? Das muss sich jeder selbst beantworten.“

Damit stellt der Staatsanwalt die unterschiedlichen Aussagen von Gina H. in einen größeren Zusammenhang des Verfahrens.

Eine weitere Aussage der Angeklagten wurde ebenfalls aufgegriffen. In einer früheren Vernehmung hatte Gina H. auf das Leben ihres Sohnes geschworen, dass sie die Wahrheit sage.

Im Gericht räumte sie nun ein: „Dass ich da nicht ganz die Wahrheit gesagt habe, das weiß ich selber.“

Dann spricht Fabians Mutter Dorina L. Gina H. direkt an

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Schließlich wurde es im Gerichtssaal besonders emotional.

Fabians Mutter Dorina L. (32) richtete selbst das Wort an Gina H. Sie möchte von der Angeklagten wissen, warum ihr Sohn sterben musste.

Dorina L. spricht Gina H. direkt an: „Gina, ich würde einfach gerne wissen …“ Dann wirft sie der Angeklagten vor, alle „Anhängsel von Matthias“ beseitigt zu haben.

Und dann stellt sie die Frage, die für sie im Zentrum steht: „Warum musste mein Fabi dafür gehen? Warum musste er sterben? Warum?“ Dorina L. spricht dabei unter Tränen.

Es ist einer der emotionalsten Momente des Verhandlungstages. Denn nun geht es nicht mehr nur um einzelne Aussagen, Widersprüche oder die genaue Rekonstruktion bestimmter Ereignisse. Fabians Mutter konfrontierte Gina H. unmittelbar mit dem Tod ihres Sohnes.

Anwältin Christine Habetha und Fabians Mutter Dorina L. | Quelle: Getty Images

Anwältin Christine Habetha und Fabians Mutter Dorina L. | Quelle: Getty Images

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Gina H. reagierte auf die Worte von Dorina L. und wies den Vorwurf zurück. „Wie oft noch? Ich habe Fabian nichts getan“, sagte sie. Daraufhin fragte Dorina L.: „Noch mehr von den Lügengeschichten?“

Der Richter unterbrach die Situation.

Gina H. versuchte anschließend zu erklären, wie sie ihre eigene Situation wahrnimmt. Sie sagte: „Entweder will mich hier keiner verstehen oder es kann mich keiner verstehen. Ich verstehe mich ja selbst manchmal nicht. Ich habe das Problem, im Alltag und meinem Leben, dass ich viel anecke. Ich fühle mich hier von allen nicht verstanden und missverstanden.“

Viele offene Fragen im Mordprozess

Am 28. Verhandlungstag kommen damit erneut zahlreiche Punkte zur Sprache, bei denen es um die Aussagen und Erinnerungen von Gina H. geht. Hinzu kommen der sogenannte „Freud'sche Versprecher“ sowie ihr eigenes Eingeständnis, bei einer früheren Vernehmung nicht vollständig die Wahrheit gesagt zu haben.

Am Ende steht jedoch nicht nur die juristische Auseinandersetzung über einzelne Aussagen. Es ist vor allem die direkte Konfrontation mit Fabians Mutter, die den Verhandlungstag prägt.

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Welche Angaben sich im weiteren Verlauf des Prozesses bestätigen lassen und wie die Aussagen und Widersprüche am Ende juristisch bewertet werden, ist Teil der weiteren Beweisaufnahme.

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian steht am 27. Verhandlungstag die Angeklagte selbst im Mittelpunkt. Gina H. wird vor dem Landgericht Rostock ausführlich befragt. Dabei geht es zunächst um ihr Familienleben, ihr Verhältnis zu Fabian und ihre eigene psychische Verfassung.

Bevor die Befragung begann, wies Richter Holger Schütt Gina H. darauf hin, dass sie nicht aussagen müsse. Sie könne einzelne Fragen jederzeit unbeantwortet lassen.

Gleichzeitig erinnerte der Richter sie daran, niemanden zu Unrecht einer Straftat zu bezichtigen.

Schütt stellte außerdem klar, dass die Befragung kein Kreuzverhör werde, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt. Gina H. solle nicht „auseinandergenommen“ oder vorgeführt werden.

Die Angeklagte Gina H. verdeckt am 27. Prozesstag, den 10. September 2026, vor Gericht ihr Gesicht | Quelle: Getty Images

Die Angeklagte Gina H. verdeckt am 27. Prozesstag, den 10. September 2026, vor Gericht ihr Gesicht | Quelle: Getty Images

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Für die Befragung plant das Gericht regelmäßige Unterbrechungen. Etwa alle 90 Minuten solle eine Pause eingelegt werden. Sollte die Zeit an diesem Verhandlungstag nicht ausreichen, werde die Befragung am nächsten Prozesstag, dem 15. September 2026, fortgesetzt.

„Wenn Fabi krank war, habe ich mich gekümmert“

Zu Beginn der Befragung ging es um das Familienleben mit Fabian. Gina H. erklärte, der Junge habe abwechselnd eine Woche bei seinem Vater und eine Woche bei seiner Mutter gelebt.

Wenn Fabian während seiner Betreuungszeit bei ihr und seinem Vater Matthias R. krank gewesen sei, habe sie sich um ihn gekümmert. Matthias R. sei dann zur Arbeit gegangen. „Wenn Fabi krank war, habe ich mich gekümmert“, sagte Gina H.

Die Angeklagte beantwortete die Fragen des Richters zunächst ruhig und offen. Allerdings war sie wegen des großen Abstands zum Mikrofon nur leise zu verstehen.

Auch Fabians Verhalten kam zur Sprache. Der Richter fragte nach seinem Verhalten nach den von Gina H. geschilderten Streit- und Gewaltsituationen. Der Junge sei damals „sehr auffällig“ gewesen und habe um sich geschlagen, schilderte sie.

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Verhältnis zu Fabians Mutter

Auch die Beziehung zu Fabians Mutter Dorina L. wurde thematisiert. Gina H. beschrieb ihr Verhältnis zu ihr als normal. Eifersüchtig auf die Mutter des Jungen sei sie nach den ersten Monaten ihrer Beziehung mit Matthias R. nicht mehr gewesen.

Christine Habetha (von links nach rechts), Rechtsanwältin und Dorina L., die Mutter von Fabian am 10. September 2026 | Quelle: Getty Images

Christine Habetha (von links nach rechts), Rechtsanwältin und Dorina L., die Mutter von Fabian am 10. September 2026 | Quelle: Getty Images

Danach richtete sich der Blick zunehmend auf Gina H. selbst. Sie berichtete, dass ihr der Alltag häufig schwer falle. Ihr Kopf „rattere 24/7“, außerdem leide sie unter Ängsten und einem innerlichen Druck.

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Halt habe ihr vor allem die Verantwortung für ihren Sohn und ihre Tiere gegeben. „Wenn ich mein Kind nicht hätte und meine Tiere nicht hätte, dann wäre ich morgens nicht aufgestanden.“, sagte die Angeklagte.

Besonders emotional wurde es bei einem anderen Thema

Schon an dieser Stelle wurde deutlich, wie wichtig ihre Tiere für Gina H. sind. Im weiteren Verlauf der Befragung nahm dieses Thema immer mehr Raum ein. Die Angeklagte erzählte von ihrem Leben mit den Tieren und davon, wie viel Halt sie ihr gegeben hätten. Dann wurde sie plötzlich emotional.

Gina H. berichtete von einem Hund, der überfahren worden sei. Nach ihren Angaben war ein Kollege von Matthias R. betrunken, als es zu dem Vorfall kam. Der Tod des Tieres habe sie schwer getroffen.

Harald Nowack, Generalstaatsanwalt, wartet am 10. September 2026 im Gerichtssaal des Landgerichts auf die Wiederaufnahme des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

Harald Nowack, Generalstaatsanwalt, wartet am 10. September 2026 im Gerichtssaal des Landgerichts auf die Wiederaufnahme des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

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Sie beschrieb, wie schlecht es ihr danach gegangen sei. Erst nach einem Klinikaufenthalt in Röbel habe sich ihr Zustand wieder verbessert.

Während sie davon erzählte, kamen ihr die Tränen.

Warum Gina H. in Tränen ausbricht

Der emotionale Moment im Gericht hatte damit zunächst nichts mit dem eigentlichen Mordvorwurf gegen sie zu tun. Es war die Erinnerung an ihren Hund, die Gina H. sichtlich mitnahm.

Doch im Zusammenhang mit ihrer psychischen Verfassung erzählte sie noch von einer weiteren besonders persönlichen Situation aus ihrem Leben.

Sie berichtete, dass sie damals vorgehabt habe, die Schwangerschaft mit ihrem Sohn zu beenden. Sie sei deshalb bereits im Krankenhaus gewesen und für den Eingriff vorbereitet worden. Dann habe sie ihre Entscheidung geändert: Gina H. verließ das Krankenhaus und behielt ihr Kind.

Der 26. Tag im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow brachte neue Aussagen, die nicht zu den bisherigen Ermittlungen passten. Drei Kinder berichteten vor dem Landgericht Rostock, den Jungen am Tag seines Todes gesehen zu haben. Besonders die Aussage eines zwölfjährigen Mädchens sorgte für Fragen.

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Im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow stehen am Donnerstag, dem 3. September 2026, neue Zeugenaussagen im Mittelpunkt. Es ist der 26. Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock. Drei Kinder sollen schildern, was sie am 10. Oktober 2025, dem Tag von Fabians Verschwinden und mutmaßlichen Todes, beobachtet haben.

Ihre Aussagen passen jedoch nicht zu der bisherigen Rekonstruktion der Ermittler. Denn nach der Überzeugung der Staatsanwaltschaft war Fabian zu einem Zeitpunkt, an dem ihn Zeugen noch gesehen haben wollen, bereits tot.

Angeklagt ist Gina H. (30), die Freundin von Fabians Vater. Ihr wird vorgeworfen, den Jungen mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche anschließend in Brand gesteckt zu haben. Vier Tage nach seinem Verschwinden wurde Fabians Leichnam an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden.

Die Angeklagte Gina H. sitzt am 26. Verhandlungstag im Gerichtssaal | Quelle: Getty Images

Die Angeklagte Gina H. sitzt am 26. Verhandlungstag im Gerichtssaal | Quelle: Getty Images

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Drei Kinder wollen Fabian gesehen haben

Die drei jungen Zeugen waren den Ermittlern bereits bekannt. Auf Antrag der Verteidigung von Gina H. wurden sie nun im Prozess als Zeugen geladen.

Zwei Mitschüler wollen Fabian am 10. Oktober 2025 gegen 13.30 Uhr vor der Marktbäckerei Hornung an der Plauer Straße in Güstrow gesehen haben. Der Ort liegt schräg gegenüber von Fabians Schule und außerdem in der Nähe der Wohnadresse eines Freundes des Jungen. Nach den bisherigen Erkenntnissen hatte Fabian dort am Tag zuvor seinen Freund getroffen.

Die Aussage der Kinder ist deshalb besonders relevant, weil sie zeitlich nicht ohne Weiteres zu dem Bild passt, das die Ermittler bislang vom Geschehen am 10. Oktober haben. Denn etwa zu der Zeit, zu der die beiden Jungen Fabian vor der Bäckerei gesehen haben wollen, will eine andere Zeugin bereits eine Rauchwolke bei Klein Upahl beobachtet haben. Mutmaßlich war dies der Rauch des brennenden Leichnams von Fabian.

Junge erinnert sich an die letzten Tage mit Fabian

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Zu Beginn der Befragung bemühte sich der Richter, den Kindern ihre Angst zu nehmen: „Heute passiert überhaupt nichts Schlimmes, außer dass du einen coolen schulfreien Tag hast.“ Einer der befragten Jungen kannte Fabian. Auf die Frage „Kennst du Fabian L.?“ antwortete er: „Hm, der Fabian jetzt der in der Schule war? Ja, den kannte ich.“ Die beiden seien nicht nur Mitschüler gewesen. „Wir waren ein bisschen befreundet“, sagte der Junge vor Gericht.

Gina H. steht in Rostock vor Gericht | Quelle: Getty Images

Gina H. steht in Rostock vor Gericht | Quelle: Getty Images

Er schilderte, dass Fabian in den letzten Tagen vor seinem Verschwinden anders gewesen sei als zuvor. „Was ich noch weiß, dass er in den letzten Tagen nicht mehr so viel gesprochen hatte mit mir“, sagte der Junge. Gleichzeitig habe Fabian ihm gegenüber nicht geäußert, dass er Angst vor jemandem habe. Der Richter reagierte auf die Aussage des Kindes mit den Worten: „Du warst ganz tapfer.“

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Weitere Sichtung am Nachmittag

Noch größere Fragen wirft die Aussage eines zwölfjährigen Mädchens auf. Sie will Fabian am 10. Oktober gegen 14.30 Uhr an der Schweriner Straße in Güstrow gesehen haben. Dort befindet sich auch Fabians Wohnort.

Nach Informationen von BILD hatte sich das Mädchen nach einem öffentlichen Zeugenaufruf selbstständig bei der Polizei gemeldet. Sie kannte Fabian demnach vom Sehen.

Auch diese Beobachtung liegt zeitlich nach der Sichtung vor der Bäckerei. Und sie steht damit im Widerspruch zu der bisherigen Rekonstruktion der Ermittler. Eine entscheidende Frage des Richters lautete schließlich: „War er allein?“ Die Antwort des Mädchens: „Ja, aber hinter ihm waren zwei Männer.“.

Das Mädchen sprach ursprünglich von einem „arabischstämmigen Mann“, den sie gemeinsam mit Fabian gesehen haben will. In ihrer aktuellen Aussage vor Gericht kamen allerdings mehrere Punkte zur Sprache, die bereits bei einer früheren Befragung anders dargestellt worden sein sollen.

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Widersprüche bei der Aussage des Mädchens

So habe es bei der Befragung der zwölfjährigen Zeugin „erhebliche Widersprüche“ gegeben.

Bei der Polizei habe sie zunächst von einem Mann gesprochen. Vor Gericht berichtete sie nun von zwei Männern. Auch bei der Frage, ob Fabian von dem Mann angefasst worden sei, änderte sich ihre Darstellung: Während dies bei der früheren Aussage noch eine Rolle gespielt habe, verneinte das Mädchen nun auf Nachfrage, dass sie eine Berührung gesehen habe.

Laut ihrer Aussage vor Gericht seien es zwei schwarz gekleidete Männer mit schwarzen Haaren gewesen, die hinter Fabian gegangen seien. Dann beschrieb sie, was ihr an Fabian aufgefallen sei: „Ich hab nur gesehen, wie der Mann immer näher kam und Fabian immer schneller gegangen ist und immer nach hinten geguckt hat.“

Die Angeklagte Gina H. (links) und Anwalt Thomas Löcker am 03. September 2026 | Quelle: Getty Images

Die Angeklagte Gina H. (links) und Anwalt Thomas Löcker am 03. September 2026 | Quelle: Getty Images

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Damit entsteht erstmals im Prozess das Bild, dass Fabian an diesem Nachmittag möglicherweise nicht allein unterwegs gewesen sein könnte. Ob die beiden Männer tatsächlich mit ihm in Verbindung standen oder ob es sich lediglich um Passanten handelte, ist durch die Aussage allerdings nicht geklärt.

Damit dürfte der Prozess in den kommenden Verhandlungstagen erneut auf die entscheidenden Fragen zurückkommen: Wann starb Fabian tatsächlich? Was geschah an seinem letzten Tag – und wer begegnete ihm in den Stunden vor seinem Tod?

Die Aussagen der drei Kinder haben darauf bislang keine eindeutige Antwort geliefert. Sie sorgen jedoch dafür, dass die bisherigen Abläufe erneut genau überprüft werden müssen.

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