
Scarlett (26) verschwand bei Solo-Wanderung – Sechs Jahre später machen Suchhunde eine überraschende Entdeckung
Seit sechs Jahren fehlt von Scarlett Salice jede Spur. Die damals 26-Jährige war im September 2020 alleine im Südschwarzwald unterwegs. Es sollte die letzte Etappe ihrer Wanderung auf dem Schluchtensteig werden. Doch am Ziel kam sie nie an.
Seither beschäftigt ihr Verschwinden ihre Familie, die Polizei und zahlreiche Menschen, die sich an der Suche nach der jungen Frau beteiligt haben. Ihr Vater Ralf Salice gibt die Hoffnung bis heute nicht auf. Nun gibt es möglicherweise einen neuen Ansatzpunkt.
Scarlett Salice stammte aus Bad Lippspringe in Nordrhein-Westfalen. Im September 2020 war sie im Südschwarzwald unterwegs und wanderte den Schluchtensteig.
Für die junge Frau war die Tour etwas Besonderes. Nach Angaben ihres Vaters war es ihre erste Wanderung mit Zelt, die sie alleine unternahm. Am 10. September 2020 stand die letzte Etappe ihrer Tour an.
Doch Scarlett erreichte ihr Ziel nicht.
Das letzte bekannte Lebenszeichen stammt aus Todtmoos im Landkreis Waldshut. Dort wurde die damals 26-Jährige am 10. September 2020 von den Überwachungskameras eines Supermarkts erfasst. Seitdem wurde sie nicht mehr gesehen.
Als Scarlett nicht wie vereinbart bei einer Freundin ankam, wurde sie von ihrer Familie als vermisst gemeldet.
Eine groß angelegte Suche beginnt
Was folgte, war eine umfangreiche Suchaktion. Polizei, Bergwacht, Feuerwehr und Hundestaffeln waren im Einsatz. Auch Hubschrauber und Drohnen wurden eingesetzt, um die Vermisste zu finden.
Das Gebiet rund um Todtmoos und die Wanderwege im Südschwarzwald wurden intensiv abgesucht. Doch trotz der zahlreichen Einsatzkräfte blieb Scarlett verschwunden.

Das Aufnahmestudio der Sendung „Aktenzeichen XY …“ | Quelle: Getty Images
Auch über die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... Vermisst“ wurde ihr Fall einer größeren Öffentlichkeit bekannt.
Mit der Zeit wurde aus der ursprünglichen Suche eine jahrelange Suche nach einem Lebenszeichen oder einem Hinweis darauf, was mit Scarlett passiert sein könnte.
Die Familie gibt nicht auf
Auch sechs Jahre nach ihrem Verschwinden ist der Fall für Scarletts Familie nicht abgeschlossen.
Ihr Vater Ralf Salice sucht weiterhin nach seiner Tochter. Unterstützung erhält die Familie dabei unter anderem von der Facebook-Gruppe „Bitte findet Scarlett“. Die Gruppe hat mittlerweile fast 4700 Mitglieder.
Immer wieder beschäftigen sich Mitglieder mit dem Fall und möglichen Spuren. Zum sechsten Jahrestag von Scarletts Verschwinden kam es nun erneut zu einer Suchaktion im Südschwarzwald.
Diesmal ging es um ein Gebiet, das bereits seit Jahren mit dem Fall in Verbindung steht.
Erneute Suche zum sechsten Jahrestag
Initiatoren der aktuellen Suchaktion waren Mitglieder der Gruppe „Bitte findet Scarlett“. Auch Scarletts Vater war vor Ort.
Unterstützung kam vom Verein „Finderwillen“. Die Organisation hat sich darauf spezialisiert, Suchhunde auszubilden und mit ihnen nach vermissten Menschen zu suchen.
Für den aktuellen Einsatz wurden vier Hunde eingesetzt. Dabei kam eine Geruchsprobe zum Einsatz, die den Informationen zufolge aus einem Schuh von Scarlett stammte. Die Tiere sollten auf diese Weise möglicherweise eine Spur der Vermissten aufnehmen.
Die Suche führte ins Wehratal zwischen Wehr und Todtmoos. Dort kam es schließlich zu einem Ereignis, das nach sechs Jahren für neue Hoffnung sorgen könnte.
Suchhunde schlagen im Wehratal an
Mehrere der eingesetzten Suchhunde sollen im Wehratal angeschlagen haben. Es könnte damit erstmals seit langer Zeit einen konkreteren Hinweis auf den möglichen Verbleib der vermissten Wanderin geben.
Christoph Efinger, Sprecher der Polizei in Waldshut-Tiengen, bestätigte auf Anfrage des SÜDKURIER, dass es offenbar zu entsprechenden Vorkommnissen gekommen sei. Doch was genau die Hunde wahrgenommen haben, ist bislang nicht geklärt.
„Der Sachbearbeiter im Fall der Vermissten wird sich heute mit Vertretern der Suchgruppe treffen“, erklärte Efinger dem SÜDKURIER.
Anschließend soll geprüft werden, wie mit den neuen Erkenntnissen weiter verfahren wird und welche weiteren Maßnahmen möglicherweise notwendig sind.
Was hinter dem Fund steckt, ist noch völlig offen
Dass mehrere Suchhunde an einer Stelle anschlagen, bedeutet zunächst nicht automatisch, dass Scarlett dort tatsächlich gewesen ist. Ob die Tiere eine für den Fall relevante Spur aufgenommen haben, muss nun geprüft werden.
Für die Angehörigen könnte der Einsatz dennoch von großer Bedeutung sein. Sechs Jahre nach Scarletts Verschwinden gibt es bislang keinen bestätigten Hinweis darauf, was mit ihr geschehen ist.
Nun richtet sich der Blick erneut auf das Wehratal zwischen Wehr und Todtmoos.
Ob dort tatsächlich eine Spur zu Scarlett Salice gefunden wurde, soll sich erst im weiteren Verlauf der Ermittlungen zeigen.
Fest steht bislang nur: Die Suche nach der seit sechs Jahren vermissten Wanderin ist für ihre Familie noch immer nicht beendet.