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Michaela B. | Quelle: facebook.com/share/p/1DwQqxWShL/
Michaela B. | Quelle: facebook.com/share/p/1DwQqxWShL/

Die österreichische Vierfachmutter Michaela B. verschwindet – dann erhält ihre Familie beunruhigende Nachrichten, die in ihrem Namen verschickt wurden

Edita Mesic
15. Mai 2026
16:27

Am 13. Februar 2026 verlässt eine 48-jährige Mutter aus der Steiermark ihre Wohnung – und kommt nicht zurück. Was dann geschieht, lässt die schlimmsten Befürchtungen aufkommen.

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Es war ein gewöhnlicher Freitag in Sankt Georgen an der Stiefing. Michaela B., 48 Jahre alt, Statikerin, Hundezüchterin und vierfache Mutter, verließ ihre Wohnung mit einer Sporttasche. Ihrer Nachbarin und besten Freundin hatte sie nichts von einer Reise erzählt. Auch ihrem 19-jährigen Sohn Christoph, der noch bei ihr wohnte, sagte sie nichts.

Schwer bewaffnete deutsche Polizei | Quelle: Getty Images

Schwer bewaffnete deutsche Polizei | Quelle: Getty Images

Am Abend kam Christoph wie gewohnt aus dem Internat seiner Berufsschule nach Hause – und fand seine Mutter nicht vor. „Was mir sofort auffiel: Ihre vier Chihuahuas – eines der Tiere ist trächtig – dürften schon seit vielen Stunden unversorgt gewesen sein." Für jemanden, der für ihre Hunde lebte, war das ein deutliches Zeichen. „Weswegen ich ziemlich beunruhigt war."

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Am nächsten Tag wurde Michaela B. offiziell als vermisst gemeldet. Spürhunde verfolgten ihre Spur bis zum Bahnhof Wildon – einem nicht videoüberwachten Bahnsteig. Dort verliert sich ihre Spur. Wohin sie fuhr, ist bis heute unbekannt.

Die Familie durchsuchte ihre Wohnung. Was sie fanden, wirft weitere Fragen auf. „Es fehlen einige – wenige – Hosen, T-Shirts. Socken, Unterwäsche. Ihr Reisepass, ihr Führerschein und anscheinend auch Bargeld", beschreiben die Kinder. Ein paar Tausend Euro, schätzen sie. Genug für eine Reise – aber wohin?

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Michaela B. hinterlässt vier Kinder. Christoph (19) und Emely (20) stammen aus ihrer ersten Ehe. Zwei weitere Töchter aus einer zweiten Beziehung leben bei ihrem Vater, nachdem die Mutter einen langen Sorgerechtsstreit im Jänner 2026 endgültig verloren hatte. Dieser Verlust lastete schwer auf ihr. Zunächst befürchteten Christoph und Emely das Schlimmste – einen Suizid. Doch das, so sagen sie, würde nicht zu ihrer Mutter passen. Zu ihrem positiven Denken, ihrer Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Polizei | Quelle: Getty Images

Polizei | Quelle: Getty Images

Was dann geschah, veränderte die Ermittlungen grundlegend. Kurze Zeit nach ihrem Verschwinden gingen beim Landeskriminalamt Steiermark und beim Verein „Österreich findet euch" alarmierende E-Mails ein. Abgeschickt von einem anonymen Server im nahen Ausland, im Namen der Vermissten: „Ich bin nicht freiwillig weggegangen. Aber hört auf, nach mir zu fahnden."

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Stammen diese Nachrichten wirklich von Michaela B.? Oder wurden sie von jemandem anderen verfasst – möglicherweise unter Zwang? Der Leiter des Vereins „Österreich findet euch", Christian Mader, ließ offen, was er für wahrscheinlich hält: Vielleicht wurden die Schreiben von der Frau unter Zwang verfasst – oder von einer anderen Person.

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Polizeibeamte arbeiten am Tatort | Quelle: Getty Images

Polizeibeamte arbeiten am Tatort | Quelle: Getty Images

Die Kripo ermittelt. Ein zentraler Ansatzpunkt: Michaela B. hatte über diverse Dating-Portale intensiv nach einem Partner gesucht. „Sie kam dadurch mit einigen Männern in Kontakt, eine echte Verbindung entstand aber mit keinem von ihnen." Die grausame Vermutung ihrer Kinder: „Wurde unsere Mutter von einer Bekanntschaft in eine Falle gelockt – und in der Folge entführt?"

Ob Michaela B. noch am Leben ist, bleibt unbekannt. Die Ermittlungen laufen. Ihre Kinder warten – und hoffen.

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Wenn du oder jemand, den du kennst Suizid-Gedanken hat, wende dich bitte an die Telefon-Seelsorge, die sich verstärkt mit der Suizidprävention beschäftigt. Die Hotline ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr erreichbar. Diese erreicht man per Chat oder unter den Nummern: 0800 / 111 0 111, 0800 / 111 0 222 oder unter 116 123.

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