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Mario Adorf und Monique Faye besuchen die „Cinema For Peace“-Gala 2024 anlässlich der 74. Internationalen Filmfestspiele Berlin am 19. Februar 2024 im WECC – Westhafen Event & Convention Center in Berlin | Quelle: Getty Images
Mario Adorf und Monique Faye besuchen die „Cinema For Peace“-Gala 2024 anlässlich der 74. Internationalen Filmfestspiele Berlin am 19. Februar 2024 im WECC – Westhafen Event & Convention Center in Berlin | Quelle: Getty Images

„Ich hatte zuerst nur Augen für die Bardot“: Wie eine gescheiterte Liebesbeziehung Mario Adorf dazu brachte, seine Frau kennenzulernen

Maren Z.
09. Apr. 2026
19:46

Mario Adorfs Leben wurde oft über seine Rollen erzählt: über markante Auftritte, große Regisseure, das Charisma eines Schauspielers, der in keine Schublade passte. Doch neben dem Werk gab es immer auch diese andere, fast ebenso schillernde Erzählung: die des Mannes, der als Frauenheld galt, der im Jetset der 1960er- und 1970er-Jahre zu Hause war und dessen Privatleben mindestens so viel Stoff bot wie manche seiner Filme.

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Dass ausgerechnet aus einer zunächst verfehlten Schwärmerei seine anhaltendste Liebesgeschichte entstehen würde, gehört zu den überraschenderen Wendungen dieser Biografie.

Mario Adorf, '3Nach9' Talk Show In Bremen, 2019 | Quelle: Getty Images

Mario Adorf, '3Nach9' Talk Show In Bremen, 2019 | Quelle: Getty Images

Denn ehe Monique Faye zur wichtigsten Frau in seinem Leben wurde, war da zunächst ein anderer Name, der seinen Blick fesselte: Brigitte Bardot. In Adorfs Erinnerungen beginnt diese Geschichte nicht mit einem klaren Liebesversprechen, sondern mit einem Umweg. Und gerade dieser Umweg sollte am Ende zu einer Beziehung führen, die sein Leben über Jahrzehnte prägte.

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Als Mario Adorf im April 2026 im Alter von 95 Jahren starb, ging nicht nur eine außergewöhnliche Schauspielkarriere zu Ende. Mit ihm verschwand auch einer der letzten großen europäischen Darsteller einer Generation, die Kino, Fernsehen und öffentliches Leben noch mit einer ganz eigenen Mischung aus Eleganz, Widersprüchlichkeit und Direktheit geprägt hatte.

Er starb nach Angaben seines Managements am 8. April 2026 nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris. Hinterlassen hat er seine Ehefrau Monique, seine Tochter Stella Maria Adorf und seinen Enkel Julius.

Mario Adorf, "Es haette schlimmer kommen koennen", 69. Berlinale Internationale Filmfestspiele Berlin | Quelle: Getty Images

Mario Adorf, "Es haette schlimmer kommen koennen", 69. Berlinale Internationale Filmfestspiele Berlin | Quelle: Getty Images

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Gerade in den Jahren vor seinem Tod sprach Adorf offener als früher über sein Leben, seine Beziehungen und die Wege, auf denen sich aus flüchtigen Begegnungen oft etwas Dauerhaftes entwickeln kann.

Ein zentrales Kapitel dabei beginnt in den 1960er-Jahren, in jener Zeit, als die Côte d’Azur nicht nur Ferienziel, sondern Bühne eines internationalen Jetsets war. Adorf bewegte sich damals in einem Umfeld, das von Filmstars, Künstlern und gesellschaftlicher Leichtigkeit geprägt war. In Saint-Tropez kreuzten sich Wege, die zunächst wie zufällige Bekanntschaften wirkten und sich später als lebensentscheidend herausstellten.

Zu diesem Milieu gehörte auch Brigitte Bardot, die französische Filmikone, deren Name bis heute für Glamour, Freiheit und Projektionsfläche steht. Monique Faye wiederum war eine enge Freundin Bardots. Über diese Verbindung lernte Adorf sie kennen. Der erste Impuls galt allerdings nicht Monique, sondern Bardot selbst.

Der Schauspieler Mario Adorf und seine Frau Monique nehmen an der „Cinema for Peace“-Gala in Berlin im Westhafen Event & Convention Center (WECC) teil. | Quelle: Getty Images

Der Schauspieler Mario Adorf und seine Frau Monique nehmen an der „Cinema for Peace“-Gala in Berlin im Westhafen Event & Convention Center (WECC) teil. | Quelle: Getty Images

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„Ich hatte zuerst nur Augen für die Bardot“, erinnerte sich Adorf später. In diesem Satz steckt mehr als eine charmante Anekdote. Er markiert den Ausgangspunkt einer Geschichte, die zunächst in eine andere Richtung zu laufen schien.

Die eigentliche Begegnung zwischen Adorf und Monique fand zunächst am Rand von Dreharbeiten in Spanien statt. Dort nahm er sie zwar wahr, doch offenbar noch nicht in der Form, die man rückblickend als Beginn einer großen Liebe deuten würde.

Entscheidender wurde erst ein späteres Wiedersehen in Rom. Dort drehte Bardot, Monique begleitete sie – und Adorf wurde erneut Teil dieser Konstellation. Er schilderte später, dass Bardot sich an ihn erinnerte, weil er in Spanien auffällig großzügig gewesen sei:

Mario Adorf, seine Frau Monique Faye und ihre Tochter Stella Adorf bei der Verleihung des Ernst-Lubitsch-Preises 2020 im Kino Babylon am 29. Januar 2020 in Berlin | Quelle: Getty Images

Mario Adorf, seine Frau Monique Faye und ihre Tochter Stella Adorf bei der Verleihung des Ernst-Lubitsch-Preises 2020 im Kino Babylon am 29. Januar 2020 in Berlin | Quelle: Getty Images

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Das eigentliche Kennenlernen fand ein paar Monate später in Rom statt. Die Bardot drehte dort, Monique begleitete sie. Sie rief mich an, ob wir uns abends treffen wollten. Die Bardot hatte sich an mich erinnert, weil ich in Spanien so großzügig war und für alle Champagner ausgab. Die meisten anderen Schauspieler waren geizig.“

In dieser mondänen Vorgeschichte entstand der Kontakt, der ihn letztlich nicht zu Bardot, sondern zu Monique führte.

Damit bekam die Sache eine Dynamik, die zu Adorfs Leben jener Jahre durchaus passte. Sein Liebesleben galt als bewegt, seine Beziehungen als wechselhaft. Society-Reporter Michael Graeter soll ihn seinerzeit im „Wettbewerb um Amore“ sogar als „Terminator“ bezeichnet haben – ein Bild, das Adorf zwar nicht vollständig bestätigen wollte, das er aber auch nicht wirklich scharf zurückwies.

Noch kurz vor seinem 95. Geburtstag sagte er der Hörzu:

Mario Adorf Mit Tochter Stella Maria Beim 75. Geburtstag Von M. Adorf Mit Der Premiere Der Tournee "Da Capo, Mario!" Im Prinzregententheater In München | Quelle: Getty Images

Mario Adorf Mit Tochter Stella Maria Beim 75. Geburtstag Von M. Adorf Mit Der Premiere Der Tournee "Da Capo, Mario!" Im Prinzregententheater In München | Quelle: Getty Images

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„Da hat der gute Graeter wohl übertrieben. Allerdings war der One-Night-Stand damals eine Normalität.“

Es war eine Zeit, in der er rückblickend selbst von einer sorglosen Phase voller Dolce Vita sprach. Zuvor hatte Adorf bereits eine Ehe hinter sich. 1962 begegnete er der Schauspielerin Lis Verhoeven während einer Theatertournee mit Tennessee Williams’ „Endstation Sehnsucht“. Die beiden heirateten, 1963 wurde ihre gemeinsame Tochter Stella Maria geboren.

Doch die Ehe hielt nicht lange. Schon ein Jahr später zerbrach die Beziehung. Dass diese erste große Verbindung scheiterte, gehört zu den biografischen Linien, ohne die sich seine spätere Bindung an Monique kaum verstehen lässt. Denn erst nach dem Ende dieser Ehe war Adorf frei für jene Jahre, in denen Begegnungen, Affären und der mondäne Lebensstil an der Côte d’Azur sein Leben bestimmten.

Der Schauspieler Mario Adorf sitzt vor der Matinee der technisch überarbeiteten 4K-Fassung von „Winnetou I“ im Café des Arri-Kinos. | Quelle: Getty Images

Der Schauspieler Mario Adorf sitzt vor der Matinee der technisch überarbeiteten 4K-Fassung von „Winnetou I“ im Café des Arri-Kinos. | Quelle: Getty Images

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Gerade deshalb wirkt die Geschichte mit Monique im Rückblick wie eine langsame Gegenbewegung zu diesem Lebensabschnitt. Sie begann nicht als plötzlicher, geradliniger Wendepunkt, sondern als langer Annäherungsprozess.

„Siebzehn Jahre war es ein Hin und Her mit uns. Ein langes Ausprobieren. Dann heirateten wir und waren nie mehr getrennt“, sagte Adorf später. Dieses zweite Zitat verdichtet sehr genau, wie er diese Beziehung verstand: nicht als romantischen Blitzschlag, sondern als gereifte Verbindung, die sich über Zeit, Zweifel und Wiederannäherung hinweg entwickelte.

Genau darin lag offenbar ihre Stabilität. Monique war nicht einfach die Frau an seiner Seite, sondern mit den Jahren seine engste Vertraute. Sie begleitete ihn zu Dreharbeiten, teilte mit ihm die späteren Lebensmittelpunkte in Saint-Tropez, Paris und München und blieb auch in seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit präsent.

Mario Adorf während eines Drehs, Deutschland 1958 | Quelle: Getty Images

Mario Adorf während eines Drehs, Deutschland 1958 | Quelle: Getty Images

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In seinen letzten Jahren lebte Adorf überwiegend zurückgezogen, vor allem im Süden Frankreichs. Öffentliche Auftritte wurden seltener, gesundheitliche Probleme nahmen zu, und selbst Auszeichnungen wie der Deutsche Fernsehpreis mussten zuletzt per Videobotschaft entgegengenommen werden. Umso sichtbarer wurde, welchen festen Platz Monique in seinem Alltag einnahm.

Diese späte Ruhe kontrastiert stark mit dem Bild des früheren Frauenhelden. Doch gerade das macht die Geschichte so interessant: dass nicht eine unmittelbare Leidenschaft, sondern eine Art biografische Reifung zu seiner anhaltendsten Beziehung führte. Ausgerechnet eine Begegnung, die zunächst über eine andere Frau und unter falschen Vorzeichen begann, wurde zum Fundament einer Ehe, die Jahrzehnte hielt.

Dabei blieb Adorf in seinen Aussagen immer typisch Adorf: offen, ironisch, nie geschniegelt im Ton. Beziehungen wurden seiner Meinung nach im Sturm gestärkt. Einst verriet der berühmte Schauspieler gar: „Die Ehe beginnt nach dem ersten Seitensprung“. Er sprach über seine erste Ehe, über seine Tochter, mit der ihn nach eigenen Angaben ein herzliches, freundschaftliches Verhältnis verband, und über Monique ohne sentimentale Überhöhung.

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Der Schauspieler Mario Adorf sitzt vor der Matinee der technisch überarbeiteten 4K-Fassung von „Winnetou I“ im Café des Arri-Kinos. | Quelle: Getty Images

Der Schauspieler Mario Adorf sitzt vor der Matinee der technisch überarbeiteten 4K-Fassung von „Winnetou I“ im Café des Arri-Kinos. | Quelle: Getty Images

Gerade dadurch wirkten seine Schilderungen glaubwürdig. Er machte aus seinem Leben keine Legende, sondern beschrieb es als Folge von Zufällen, Irrtümern, Anziehungen und Entscheidungen.

Dass Monique bis zu seinem Tod an seiner Seite blieb, verleiht dieser Liebesgeschichte heute eine besondere Geschlossenheit. Was in den späten 1960er-Jahren über den Umweg Bardot begann, endete nicht in einer flüchtigen Episode des Jetsets, sondern in einer jahrzehntelangen Partnerschaft.

So betrachtet erzählt diese Geschichte nicht nur etwas über Mario Adorfs Privatleben, sondern auch über den Mann hinter der öffentlichen Figur: über jemanden, der lange ausprobierte, sich nicht festlegen ließ – und dann doch endlich ankam.

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