
„Geh raus“: Verstappen wirft angesehenen Reporter nach dieser Frage aus der Pressekonferenz
Es ist ein routinierter Termin im eng getakteten Formel-1-Kalender: Medientag vor einem Grand Prix. Fahrer stellen sich Fragen, Journalisten suchen nach Schlagzeilen – ein eingeübtes Zusammenspiel. Doch beim Großen Preis von Japan geriet dieses Gleichgewicht plötzlich ins Wanken.
Was als gewöhnliche Pressekonferenz beginnt, entwickelt sich innerhalb weniger Sekunden zu einem bemerkenswerten Eklat. Und im Zentrum steht einmal mehr Max Verstappen.
Noch bevor die erste Frage vollständig formuliert ist, unterbricht der viermalige Weltmeister den Ablauf. Die Atmosphäre kippt spürbar. Statt Antworten folgt eine klare Ansage – und eine Forderung, die selbst erfahrene Beobachter überrascht.
„Ich werde nicht sprechen, bevor er gegangen ist“, erklärt Verstappen mit ruhiger, aber bestimmter Stimme. Gemeint ist der britische Journalist Giles Richards von „The Guardian“, der in der Runde sitzt und zunächst irritiert reagiert. Mehrfach hakt er nach, ob die Aufforderung tatsächlich ernst gemeint sei: „Ich? Wirklich jetzt?“
Doch Verstappen lässt keinen Zweifel: „Ja, geh raus“. Eine unmissverständliche Entscheidung – und ein ungewöhnlicher Schritt in einem Umfeld, das normalerweise von Professionalität und gegenseitigem Respekt geprägt ist. Erneut hakt Richards nach:
„Wegen der Frage im vergangenen Jahr? [...] Du willst, dass ich gehe? [...] Du bist wirklich sehr aufgebracht darüber“
Der Journalist verlässt schließlich den Raum. Erst danach beginnt Verstappen mit der eigentlichen Medienrunde, als sei nichts geschehen.
Eine turbulente Vergangenheit
Der Vorfall wirft Fragen auf: Was steckt hinter dieser ungewöhnlichen Eskalation? Die Antwort liegt offenbar in der Vergangenheit.
Bereits beim Saisonfinale 2025 in Abu Dhabi hatte es zwischen Verstappen und Richards Spannungen gegeben. Damals konfrontierte der Journalist den Niederländer mit einer kritischen Frage zu einem Vorfall beim Großen Preis von Spanien. In Barcelona war Verstappen absichtlich mit dem Mercedes von George Russell kollidiert – ein Zwischenfall, der ihm eine Zeitstrafe einbrachte und entscheidende Punkte kostete.
Die Frage zielte darauf ab, ob Verstappen diese Szene rückblickend bereue. Eine journalistisch naheliegende Nachfrage – doch offenbar eine, die beim Fahrer nachhaltig Eindruck hinterließ.
Schon damals zeigte sich Verstappen wenig begeistert von der Fokussierung auf diesen Moment. Er kritisierte, dass andere Aspekte seiner Saison in den Hintergrund rückten. Die Szene blieb offensichtlich im Gedächtnis – und beeinflusste nun das Geschehen in Japan.
Dass Verstappen immer wieder mit britischen Medien aneinandergerät, ist kein neues Phänomen. Seine direkte Art und seine klare Haltung gegenüber kritischer Berichterstattung führen regelmäßig zu Reibungen. Der aktuelle Vorfall fügt dieser Entwicklung eine weitere, besonders sichtbare Episode hinzu.
Gleichzeitig zeigt die Situation, wie sensibel das Verhältnis zwischen Sportlern und Medien sein kann. Während Journalisten ihre Aufgabe darin sehen, auch unbequeme Fragen zu stellen, reagieren Athleten nicht selten emotional – insbesondere, wenn es um kontroverse Momente ihrer Karriere geht.
Im Fall von Verstappen wird deutlich, dass solche Spannungen auch langfristig nachwirken können. Eine einzelne Frage aus der Vergangenheit reicht aus, um Monate später eine Pressekonferenz zu dominieren.
Für Beobachter bleibt der Vorfall ein seltenes Beispiel dafür, wie schnell sich die Dynamik zwischen Presse und Sport verändern kann – und wie stark persönliche Eindrücke dabei eine Rolle spielen.
