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26. Juni 2021

Brigitte Mira: ihr Leben, der Verlust des Ehemannes, ihre Krankheit und ihr Tod

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Sie maß nur wenig mehr als anderthalb Meter, aber das Multitalent Brigitte Mira kam auf deutschen Bühnen dennoch ganz groß raus. AmoMama blickt zurück auf eine Frau, die zielstrebig ihre Träume verfolgte und der ganzen Welt zeigte, wie man sie mit Talent und harter Arbeit verwirklichen kann.

1910 kam Brigitte Mira in Hamburg zur Welt. Ihr Vater, der aus Russland eingewanderte Konzertpianist Siegfried Mira, plant für seine Tochter einen Werdegang in der Musikpädagogik. Die junge Brigitte hat jedoch andere Pläne.

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Mit nur 8 Jahren beginnt ihr Unterricht in Gesang und Balletttanz. Mit 16 folgt dann der erste öffentliche Bühnenauftritt in einer Aufführung von Franz Léhars Operette "Giuditta" als Sängerin.

Dies bestätigt Brigitte Mira, ihr Ziel zu verfolgen und weiterhin auf Bühnen aufzutreten. Sie ist noch keine 20, als sie dem Kölner Theater beitritt und anschließend verschiedene Rollen an verschiedenen Orten annimmt.

1941 beginnt ihre Karriere im Kabarett, dem sie fast 60 Jahre treu bleibt. Gerade in ihrer späteren Wahlheimat Berlin floriert ihre Kabarettkarriere. In Willi Schaeffers "Kabarett der Komiker" (KaDeKo) gehört sie zur regelmäßigen Besetzung und auch bei den "Insulanern" ist sie gern gesehener Gast.

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1943 engagiert der Regisseur Eugen York die junge Frau für die Serie "Liese und Miese". In der nationalsozialistischen Propagandaserie soll die als Halbjüdin betrachtete Schauspielerin die "Miese" Jüdin spielen.

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Entgegen dem Plan, gefällt dem Publikum die Rolle der aufregenden "Miese" viel besser als die der braven "Liese", sodass die Serie vom Ministerium bald abgesetzt wird. Miras Fernsehkarriere ist damit allerdings alles andere als abgesetzt.

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So begeistert sie beispielsweise als "Oma Färber" als die Massen in der ARD-Hitserie "Drei Damen vom Grill", die von 1977 an beinahe 15 Jahre die Bildschirme Deutschlands erhellt.

Auch auf der großen Leinwand feiert Mira viele Erfolge. Anfang der 1970er ergatterte sie die Hauptrolle in Rainer Werner Fassbinders sozialkritischem Film "Angst essen Seele auf". Sie erhielt dafür den Deutschen Fernsehpreis.

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Zwischen ihr und Fassbinder ergab sich eine produktive professionelle Beziehung und Mira sprach stets sehr positiv von dem Regisseur. An romantischen Beziehungen mangelte es im Leben der Schauspiel-Ikone auch nicht.

Sie war fünfmal verheiratet und viermal geschieden, kann also durchaus als Männerschwarm gezählt werden. Als Alfred Biolek sie scherzhaft fragte, wie sie dies angestellt habe, obwohl sie doch gar nicht kochen könnte, antwortete der Tausendsassa keck: "Ich hatte eben andere Qualitäten."

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Ihr letzter Ehemann und langjähriger Freund, der Regisseur Frank Guerente, verstarb 1983 und hinterließ ein großes Loch. Miras Kinder und Enkelkinder aus dritter Ehe standen ihr bei, ebenso die Hunde und Katzen, die sie als Haustiere hält.

Bis ins hohe Alter stand Mira auf der Bühne und folgte ihrer Passion. Ihre Energie war beeindruckend. Auch, nachdem ihr 2003 ein Herzschrittmacher eingesetzt werden muss, spielt sie wieder.

Zwei Jahre später jedoch erleidet sie einen Schwächeanfall. In Folge dessen muss sie künstlich ernährt werden und verstirbt kurz darauf. Es bleibt die Erinnerung an eine zielstrebige und talentierte Frau, die das Publikum mit intelligentem Witz zum Lachen und mit ernsten Rollen zum Nachdenken bringen konnte.

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