
„Ich lebe sehr bescheiden“: Ikone der 68er-Bewegung Rainer Langhans spricht über sein Leben mit geringer Rente
Rainer Langhans hat nicht viel Geld zur Verfügung – und dennoch plant die 86-jährige Ikone der 68er-Bewegung bereits den nächsten Urlaub auf Sardinien. Seit 2020 lebt er mit unheilbarem Prostatakrebs. Wie er mit seiner Erkrankung umgeht und wie er mit seiner bescheidenen Rente lebt.
Rainer Langhans blickt ungewöhnlich auf sein Leben und seinen Tod. Der 86-Jährige ist unheilbar an Prostatakrebs erkrankt – und dennoch plant er bereits seinen nächsten Urlaub. In wenigen Wochen soll es wieder nach Sardinien gehen. Die Mittelmeerinsel ist für Langhans seit Jahrzehnten ein besonderer Ort, den er regelmäßig gemeinsam mit seinen langjährigen Freundinnen besucht.
Dass solche Pläne angesichts seiner Erkrankung nicht selbstverständlich sind, weiß auch die Ikone der 68er-Bewegung. Seit 2020 lebt Langhans mit der Diagnose Prostatakrebs. Medizinisch gilt seine Erkrankung als unheilbar. Trotzdem spricht er auf eine ungewöhnliche Weise über seine Situation.

Rainer Langhans fährt am 14. März 2025 während eines Fotoshootings mit dem Fahrrad durch Schwabing | Quelle: Getty Images
Für ihn ist die Diagnose nicht einfach eine schlechte Nachricht. Langhans betrachtet seine Erkrankung sogar als eine Art Liebesbotschaft – und glaubt, dass der Krebs ihm dabei hilft, das Leben intensiver wahrzunehmen.
Rainer Langhans lebt mit unheilbarem Krebs
Seit seiner Diagnose im Jahr 2020 beschäftigt sich Langhans noch intensiver mit der eigenen Endlichkeit. Er befindet sich nach eigenen Worten bereits seit langer Zeit auf einem spirituellen Weg. Die Krebserkrankung habe ihn nun noch stärker mit dem Sterben konfrontiert.
Dabei versucht er, Tod und Leben nicht voneinander zu trennen. Für Langhans gehört das Sterben zum Leben dazu. Seine Sichtweise ist ungewöhnlich: Die Krankheit habe ihm einen anderen Blick auf das Leben ermöglicht. Seit der Diagnose fühle er sich lebendiger als je zuvor.
„Medizinisch gesehen bin ich unheilbar“
Auch wenn Langhans seine Erkrankung so betrachtet, ist die medizinische Situation ernst. Er leidet an Prostatakrebs und erhält eine palliative Behandlung. Außerdem bekommt der 86-Jährige eine Depot-Spritze, die ihm dabei helfen soll, mit der Erkrankung zu leben.
Gegenüber „t-online“ spricht er offen über seinen Zustand. Medizinisch gesehen sei er unheilbar, gleichzeitig versucht er, sich nicht ausschließlich über seine Krankheit zu definieren.
Statt sich nur mit der verbleibenden Lebenszeit zu beschäftigen, richtet Langhans seinen Blick weiterhin auf das, was ihm Freude bereitet. Dazu gehört auch das Reisen.

Rainer Langhans beim Tischtennis | Quelle: Getty Images
Seit Jahrzehnten zieht es ihn nach Sardinien
Seit vielen Jahren reist Langhans im September nach Sardinien. Die Reise auf die Mittelmeerinsel ist für ihn zu einer festen Tradition geworden.
Auch in diesem Jahr soll es wieder so weit sein. In wenigen Wochen möchte der 86-Jährige gemeinsam mit seinen langjährigen Freundinnen nach Sardinien aufbrechen. In den Medien wurden die Frauen an seiner Seite immer wieder als sein „Harem“ bezeichnet.

Eine Nahaufnahme von Rainer Langhans | Quelle: Getty Images
Die gemeinsame Reise ist für Langhans offenbar weit mehr als ein gewöhnlicher Urlaub. Sie gehört zu einem Lebensstil, den er seit Jahrzehnten pflegt.
Dass er trotz seiner Erkrankung weiterhin solche Pläne macht, zeigt auch seinen Umgang mit der eigenen Situation. Die Krankheit bestimmt sein Leben – aber sie soll es offenbar nicht vollständig bestimmen.
Viel Geld braucht Langhans offenbar nicht
Dass Langhans trotz seiner bescheidenen finanziellen Verhältnisse regelmäßig nach Sardinien reisen kann, wirkt zunächst überraschend. Schließlich kostet eine Reise auf die Mittelmeerinsel Geld – und Langhans ist inzwischen 86 Jahre alt.
Auf die Frage, ob das Geld für die Sardinien-Reise noch reiche, antwortete er gegenüber „t-online“: „Ja, meine Freundinnen und ich brauchen fast nur den Flug von München bezahlen. Vor Ort haben wir Freunde, die uns unterbringen.“
So lässt sich auch mit einem sehr begrenzten monatlichen Einkommen eine Reise realisieren, die für andere möglicherweise deutlich teurer wäre.
Nur 197 Euro Rente im Monat
Wie wenig Geld Langhans tatsächlich aus seiner staatlichen Rente erhält, wird erst bei einem Blick auf seine Vergangenheit deutlich. Der heute 86-Jährige war in jungen Jahren freiwillig bei der Bundeswehr und absolvierte dort eine Offiziersausbildung.
Aus dieser Zeit bezieht er bis heute eine Rente. Die Summe fällt allerdings erstaunlich gering aus. „Aus dieser Zeit erhalte ich 197 Euro Rente“, erklärt Langhans.
Damit kommt er allein mit seiner Rente offensichtlich nicht weit. Einen klassischen Ruhestand, in dem man ausschließlich von den monatlichen Rentenzahlungen lebt, führt der 86-Jährige deshalb nicht.
Zusätzliches Einkommen erzielt er durch seine Vorträge und den Verkauf seiner Bücher. Auf diese Weise kann er seinen Lebensunterhalt ergänzen. Seinen Lebensstil beschreibt er selbst dennoch mit wenigen Worten: „Ich lebe sehr bescheiden und verdiene mit Vorträgen und dem Verkauf meiner Bücher zusätzliches Geld.“
Die 197 Euro sind also nicht sein gesamtes Einkommen. Gleichzeitig scheint Langhans bewusst mit wenig Geld auszukommen.
Trotz Erkrankung blickt er nach vorn
Gerade vor dem Hintergrund seiner Krebserkrankung bekommt die geplante Reise eine zusätzliche Bedeutung. Seit sechs Jahren weiß Langhans, dass sein Krebs medizinisch nicht heilbar ist. Trotzdem plant er weiter.
Der nächste September auf Sardinien gehört für ihn offenbar zu den Dingen, auf die er sich freut. Der Krebs hat seinen Blick auf das Leben verändert – aber nicht dazu geführt, dass er sich aus dem Leben zurückzieht.
Im Gegenteil: Langhans beschreibt sich seit seiner Diagnose als lebendiger denn je.

Rainer Langhans | Quelle: Getty Images
Seine Haltung ist dabei eng mit seiner persönlichen Vorstellung vom Tod verbunden. Er sieht das Sterben nicht als Gegensatz zum Leben, sondern als Teil davon. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit habe ihm nach eigener Auffassung sogar geholfen, das Leben stärker zu lieben.
Rainer Langhans ist nicht der einzige Prominente, der offen über den Umgang mit einer schweren Krebserkrankung spricht. Auch TV-Koch Johann Lafer hat seine Diagnose vor einigen Monaten öffentlich gemacht. Bei ihm wurde Lymphdrüsenkrebs festgestellt, inzwischen spricht er offen über die schwierige Zeit und die Belastungen der Behandlung.
Ein Leben nach eigenen Regeln
Rainer Langhans hat bereits lange vor seiner Krebserkrankung einen Lebensweg eingeschlagen, der sich von gesellschaftlichen Erwartungen unterschied. Als Ikone der 68er-Bewegung wurde er bekannt, später blieb er mit seinen ungewöhnlichen Lebensvorstellungen immer wieder im öffentlichen Gespräch.
Auch im hohen Alter scheint sich daran wenig geändert zu haben.
Mit 86 Jahren, einer unheilbaren Krebserkrankung und einer äußerst geringen staatlichen Rente plant er weiterhin Reisen und arbeitet an seinen Vorträgen und Büchern. Sein Leben finanziert er nicht über einen großen finanziellen Rückhalt, sondern über verschiedene Einnahmequellen und einen sehr bescheidenen Lebensstil.
Für einen Mann, der sich seit Jahrzehnten mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt, passt diese Haltung zu seinem bisherigen Weg: Weniger Wert auf Besitz, mehr auf Erfahrungen, Begegnungen und die Zeit, die ihm noch bleibt.
Die Informationen in diesem Artikel stellen keinen Ersatz für professionellen ärztlichen Rat, eine Diagnose oder eine Behandlung dar. Alle Inhalte, inklusive Text und Bildern, die in AmoMama.de enthalten sind oder durch AmoMama.de zugänglich sind, dienen lediglich der allgemeinen Information. AmoMama.de übernimmt keinerlei Verantwortung für jegliche Handlungen, die als Resultat des Lesens dieses Artikels unternommen werden. Bevor Sie sich irgendeiner Behandlung unterziehen, konsultieren Sie ihren medizinischen Leistungsanbieter.