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Elif Eralp | Quelle: Getty Images
Elif Eralp | Quelle: Getty Images

Im knallroten Badeanzug: So privat zeigt sich Elif Eralp, Berlins mögliche neue Bürgermeisterin

Edita Mesic
24. Sept. 2026
16:00

Sie hat die Berliner Linke zum Wahlsieg geführt und könnte die nächste Regierende Bürgermeisterin der Hauptstadt werden. Doch statt im seriösen Wahlkampf-Look sorgte Elif Eralp mit einem ganz anderen Foto für Aufsehen: Auf Instagram zeigte sie sich in einem knallroten Badeanzug. Ein Bild, das ins Auge sticht – und viel über die Frau dahinter verrät.

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Man kennt Elif Eralp inzwischen als das Gesicht eines überraschenden Wahlerfolgs, als Frau, die aus der zweiten Reihe der Berliner Politik an die Spitze gerückt ist und nun ins Rote Rathaus einziehen könnte. Umso mehr überrascht ein Foto, das die Politikerin auf ihrem Instagram-Account teilte: Darauf ist sie nicht im Kostüm oder am Rednerpult zu sehen, sondern in einem leuchtend roten Badeanzug – gut gelaunt und ganz sommerlich.

Es ist ein Motiv, das man von einer Spitzenpolitikerin so nicht alle Tage sieht. Zwischen all den Bildern von Wahlkampfständen, Reden und Terminen wirkt der Schnappschuss wie ein kleiner, privater Farbtupfer. Und genau deshalb blieb er vielen im Gedächtnis. In einer Zeit, in der Politikerinnen und Politiker meist streng inszeniert auftreten, wirkt so ein Bild fast wie ein kleiner Tabubruch – im positiven Sinne nahbar, unverkrampft und menschlich.

Die Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die Berliner Landtagswahl, Elif Eralp, spricht auf einer Pressekonferenz einen Tag nach den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, am 21. September 2026 in Berlin. | Quelle: Getty Images

Die Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die Berliner Landtagswahl, Elif Eralp, spricht auf einer Pressekonferenz einen Tag nach den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, am 21. September 2026 in Berlin. | Quelle: Getty Images

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Ein Foto mit Anlass und Botschaft

Der Auftritt im knallroten Badeanzug war allerdings kein reines Urlaubsvergnügen, sondern hatte einen konkreten Hintergrund. Entstanden ist das Bild bei einer besonderen Aktion in der Hauptstadt: Vor der Berliner Volksbühne war mitten in der Stadt ein kostenloses Schwimmbecken aufgebaut worden – ein „Volksbad", in das die Menschen an heißen Sommertagen einfach hineinspringen konnten. Bei brütender Hitze wurde daraus eine willkommene Abkühlung für alle, die sich keinen Urlaub oder keinen weiten Weg ins nächste Freibad leisten können oder wollen.

Auch Eralp ließ es sich nicht nehmen, selbst ins Wasser zu steigen. Und sie nutzte den Instagram-Beitrag, um mit einem Augenzwinkern für die Idee zu werben. „Badespaß für alle", schrieb sie zu dem Foto und lobte die Aktion, dass die Leute nun mitten in der Stadt kostenlos ins Wasser hüpfen könnten. Dahinter steht für sie ein einfacher, sympathischer Gedanke:

„Im Wasser planschen, danach eine Tüte Pommes, ein kleiner Urlaub vom Alltag – das muss für alle möglich sein."

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In ihrem Beitrag verwies sie zudem darauf, wie knapp solche Abkühlungsmöglichkeiten in Berlin seien: Die Freibäder seien bei diesen Temperaturen oft völlig überfüllt, weil es schlicht zu wenige davon gebe. Manche Bezirke, so ihr Hinweis, hätten nicht ein einziges eigenes Freibad. Der Schnappschuss verbindet damit zweierlei: einen lockeren, nahbaren Auftritt und ein Anliegen, das ihr am Herzen liegt. Statt trockener Statements setzte Eralp auf ein sommerliches Bild mit Wohlfühlfaktor – und zeigte sich dabei von einer Seite, die im politischen Alltag sonst kaum sichtbar wird.

Elif Eralp, Spitzenkandidatin der linken Partei Die Linke, reagiert auf der Bühne nach Schließung der Wahllokale bei der Berliner Landtagswahl am 20. September 2026 in Berlin, Deutschland. | Quelle: Getty Images

Elif Eralp, Spitzenkandidatin der linken Partei Die Linke, reagiert auf der Bühne nach Schließung der Wahllokale bei der Berliner Landtagswahl am 20. September 2026 in Berlin, Deutschland. | Quelle: Getty Images

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Bemerkenswert ist, dass das „Volksbad" von einer Kulturinstitution ins Leben gerufen wurde und schnell zum Stadtgespräch avancierte. Mitten im Beton der Großstadt ein Becken, in das jeder kostenlos springen darf, dazu eine Frittenbude nebenan – das Bild vom unbeschwerten Sommer für alle traf offensichtlich einen Nerv. Und Eralp, die dort im roten Badeanzug ins kühle Nass stieg, wurde unversehens zu einem der Gesichter dieser Aktion.

Der Zeitpunkt tat sein Übriges: An glühend heißen Tagen, an denen sich die überfüllten Freibäder der Stadt kaum vor Andrang retten konnten, wirkte ein kostenloses Becken vor einem Theater wie eine kleine Utopie. Zur Eröffnung stiegen neben Eralp auch Verantwortliche der Volksbühne selbst ins Wasser; ringsum blitzten die Kameras. Was als sommerliche Aktion begann, wurde so auch zu einem Ereignis, über das in der Stadt gesprochen wurde – und Eralps Foto verlieh dem Ganzen ein einprägsames Gesicht. Dass eine Spitzenpolitikerin nicht nur einen Grußauftritt absolviert, sondern tatsächlich selbst badet, ist dabei genau jene Art von unprätentiösem Mitmachen, die im Gedächtnis bleibt.

Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die Berliner Landtagswahl, feiert auf der Bühne bei der Wahlabend-Veranstaltung der Partei Die Linke nach der Berliner Landtagswahl im Festsaal Kreuzberg in Berlin am 20. September 2026. | Quelle: Getty Images

Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die Berliner Landtagswahl, feiert auf der Bühne bei der Wahlabend-Veranstaltung der Partei Die Linke nach der Berliner Landtagswahl im Festsaal Kreuzberg in Berlin am 20. September 2026. | Quelle: Getty Images

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Nahbarkeit als Markenzeichen

Dass Eralp für ihre Botschaft ein so persönliches Foto wählte, passt zu ihrem gesamten Auftreten. Schon im Wahlkampf setzte die Politikerin stark auf soziale Medien und auf einen direkten, unkomplizierten Ton. Sie suchte die Nähe zu den Menschen, klingelte an unzähligen Haustüren, warb in mehreren Sprachen und präsentierte sich meist gut gelaunt. Das rote Badeanzug-Foto reiht sich nahtlos in diese Strategie ein.

Solche privaten Einblicke sind für Spitzenpolitiker allerdings eine Gratwanderung. Wer sich zu locker gibt, riskiert den Vorwurf, es fehle an Ernsthaftigkeit; wer zu steif bleibt, wirkt schnell abgehoben und volksfern. Eralp scheint dieses Spiel bewusst zu spielen: Das Bild ist ungezwungen, aber nicht beliebig, sommerlich-leicht, aber mit einer klaren Botschaft verknüpft. Genau diese Mischung aus Volksnähe und Haltung hat ihr in den vergangenen Monaten viel Aufmerksamkeit verschafft.

Gerade auf Plattformen wie Instagram, wo Millionen Menschen täglich durch Bilder scrollen, zählt Authentizität. Ein perfekt gestelltes Politiker-Porträt wischt man schnell weg; ein Mensch im roten Badeanzug, der sichtlich Spaß hat und dabei noch etwas Sinnvolles bewirbt, bleibt hängen. Eralp beherrscht diese Klaviatur – und nutzt sie, um jüngere Menschen zu erreichen, die von klassischen politischen Formaten längst nicht mehr angesprochen werden.

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Ihr Gespür für diese Form der Kommunikation kommt nicht von ungefähr. Beobachter verglichen ihren Wahlkampf mit dem Stil, mit dem international linke Kandidaten zuletzt Erfolge feierten – etwa der New Yorker Politiker Zohran Mamdani, der mit einem nahbaren, stark auf direkte Ansprache und soziale Medien setzenden Wahlkampf für Aufsehen gesorgt hatte. „Wenn ein Linker in New York gewinnen kann, dann genauso gut in Berlin", hatte Eralp mit Blick auf dieses Beispiel gesagt. Der lockere, bildstarke Auftritt – wie eben jenes Badeanzug-Foto – ist Teil dieser modernen Art, Politik zu vermitteln: weg vom belehrenden Ton, hin zu Momenten, mit denen sich Menschen identifizieren können.

Ein Foto im Badeanzug mag auf den ersten Blick nur ein netter Sommergruß sein. Doch für eine Politikerin, die gerade dabei ist, an die Spitze einer Millionenstadt zu rücken, ist auch ein solcher Schnappschuss Teil des Bildes, das sie von sich zeichnet: nahbar, unverkrampft und mittendrin im Leben der Stadt. Wer verstehen will, warum dieses Bild so gut zu ihr passt, muss allerdings einen Blick auf ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte werfen.

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Der Bundesvorstand der Partei Die Linke (vorn, 2. v. l. n. r.) Ines Schwerdtner, Kerstin Wolter, Elif Eralp, Spitzenkandidatin der linken Partei Die Linke, und Maximilian Schirmer reagieren auf die vorläufigen Wahlergebnisse nach Schließung der Wahllokale bei der Berliner Landtagswahl am 20. September 2026 in Berlin, Deutschland. Die Wahl ist ein enges Rennen zwischen Die Linke, der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD). | Quelle: Getty Images

Der Bundesvorstand der Partei Die Linke (vorn, 2. v. l. n. r.) Ines Schwerdtner, Kerstin Wolter, Elif Eralp, Spitzenkandidatin der linken Partei Die Linke, und Maximilian Schirmer reagieren auf die vorläufigen Wahlergebnisse nach Schließung der Wahllokale bei der Berliner Landtagswahl am 20. September 2026 in Berlin, Deutschland. Die Wahl ist ein enges Rennen zwischen Die Linke, der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD). | Quelle: Getty Images

Wer ist Elif Eralp?

Für alle, die sie bislang nur flüchtig kennen: Elif Eralp ist derzeit eine der meistbeachteten Figuren der Berliner Politik. Als Spitzenkandidatin führte die Juristin die Berliner Linke zu einem überraschenden Wahlsieg und könnte nun die nächste Regierende Bürgermeisterin der Hauptstadt werden. Geboren wurde sie 1981 in München. Aufgewachsen ist sie an mehreren Orten – zunächst in München, dann in Dortmund und ab dem achten Lebensjahr in Hamburg.

Lange stand Eralp in der Landespolitik eher im Hintergrund. Sie galt als fleißige Arbeiterin, nicht als Rampenlicht-Typ. Umso überraschender war für viele, mit welcher Wucht sie im Wahlkampf plötzlich in den Vordergrund trat. Aus einer im Wahlkampf zunächst nahezu unbekannten Politikerin wurde binnen weniger Monate ein bundesweit bekanntes Gesicht. Ihre Partei, die zuvor in den Umfragen geschwächelt hatte, landete am Wahlabend überraschend auf dem ersten Platz – noch vor den lange dominierenden Sozialdemokraten, den Grünen und der CDU.

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Heute lebt Eralp mit ihrem Mann und zwei Kindern in Berlin. Ihr privates Leben aber schirmt sie bewusst ab: Ehemann und Kinder hält sie „zu ihrem eigenen Schutz" aus dem Blitzlicht heraus. Gerade vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass sie ausgerechnet ein Foto von sich im Badeanzug öffentlich teilt – ein bewusst gesetzter, kontrollierter Einblick in ihre private, sommerliche Seite, während sie ihre Familie konsequent schützt.

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Eine Geschichte, die mit einer Flucht beginnt

Um zu verstehen, wer Elif Eralp ist, muss man weit zurückblicken – bis vor ihre Geburt. Ihre Familiengeschichte unterscheidet sich deutlich von der vieler türkeistämmiger Familien in Deutschland. Ihre Eltern kamen nicht als sogenannte Gastarbeiter ins Land, sondern waren Gewerkschafter und Sozialisten aus Istanbul. Nach einem Militärputsch in der Türkei gerieten sie wegen ihrer politischen Überzeugungen ins Visier der Behörden und wurden mehrfach inhaftiert.

Besonders eindringlich ist das Schicksal ihrer Mutter Hülya Eralp, in der Türkei eine bekannte Feministin und Publizistin. Sie kam nach der Darstellung, die über die Familie bekannt ist, nur deshalb aus der Haft frei, weil sie hochschwanger war – schwanger mit Elif. Gemeinsam mit Eralps Vater, einem Arzt, floh die Familie nach Deutschland. Dort kam die Tochter 1981 in München zur Welt. Erst nach zwei Jahren erhielten die Eltern politisches Asyl.

Diese Herkunft ist der Schlüssel zu Eralps Selbstverständnis. Sie ist nicht das Kind klassischer Arbeitsmigration, sondern das Kind von Menschen, die für ihre Ideale ins Exil gezwungen wurden. Wenn nun ausgerechnet diese Tochter die Regierung einer deutschen Millionenstadt anführen könnte, wäre das ein historischer Moment – sie wäre die erste Regierende Bürgermeisterin Berlins, deren Eltern einst als Geflüchtete kamen, und die erste mit türkischen Wurzeln.

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Eine Kindheit zwischen Behörden, Aktivismus und offenen Türen

Der Weg der Familie in Deutschland war kein leichter. Eralp hat mehrfach geschildert, wie sehr ein komplizierter Asylprozess ihre Sicht auf die Welt geformt hat. Sie habe früh erlebt, was es bedeute, wenn Behörden Entscheidungen treffen, die man nicht versteht, und sie sei auch mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert worden. Ihre Lebensgeschichte, sagt sie, habe viel damit zu tun, wo sie heute stehe.

Zugleich erlebte sie im Elternhaus gelebte Solidarität. Über viele Jahre hinweg nahmen ihre Eltern immer wieder Asylsuchende bei sich auf. Und sie sah aus nächster Nähe, wie schwer es Zugewanderten gemacht wird: Ihre Mutter kämpfte lange darum, dass ihre Qualifikationen in Deutschland anerkannt wurden. Solche Erfahrungen brannten sich ein und prägten das Gerechtigkeitsgefühl der Tochter.

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Das gesellschaftliche Engagement lag Eralp offenkundig früh im Blut. Bereits als Zehnjährige gründete sie mit Freundinnen und Freunden in der Garage ihrer Eltern einen kleinen Naturschutzclub. Später engagierte sie sich in der Anti-Atomkraft-Bewegung und ging schon als Kind häufig auf Demonstrationen mit. Politik, hat sie einmal über sich gesagt, habe schon immer zu ihrem Leben gehört. Es ist dieser rote Faden – das frühe Bedürfnis, sich für etwas einzusetzen –, der sich bis heute durch ihre Biografie zieht.

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Von der Juristin zur Politikerin

Nach dem Abitur studierte Eralp Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg und schloss ihr Studium mit dem Staatsexamen ab. Für das Referendariat, die praktische Ausbildung im juristischen Vorbereitungsdienst, zog sie schließlich nach Berlin. Was als beruflicher Zwischenschritt begann, wurde zum Lebensmittelpunkt: Sie blieb in der Hauptstadt und fand ihren Weg in die Politik.

Zunächst arbeitete sie hinter den Kulissen, ehe sie selbst Mandate übernahm. Seit 2021 sitzt sie im Berliner Abgeordnetenhaus, wo sie zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden aufstieg. Den entscheidenden Anstoß für ihr verstärktes Engagement gab nach eigener Darstellung ein politisches Ereignis in der jüngeren Vergangenheit, das sie zum Handeln bewog. Seither hat sie sich immer wieder für die Sichtbarkeit von Menschen mit Einwanderungs- und Fluchtgeschichte eingesetzt – ihre eigene Herkunft war für sie nie ein Randthema.

Der große Sprung ins Rampenlicht gelang ihr schließlich als Spitzenkandidatin. Ihr Wahlkampf, geprägt von direktem Kontakt, klarer Sprache und einem intensiven Einsatz sozialer Medien, machte sie zur Hoffnungsträgerin ihrer Partei. Das rote Badeanzug-Foto ist gewissermaßen ein Mosaikstein in diesem größeren Bild: Es zeigt eine Politikerin, die verstanden hat, dass man Menschen heute auch über sympathische, alltagsnahe Momente erreicht – nicht nur über Programme und Parolen.

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Kreuzberg, Familie und ein ganz normales Leben

Bei aller neuen Prominenz legt Eralp großen Wert darauf, wie gewöhnlich ihr Alltag ist. Sie lebt mit ihrer Familie zur Miete – und zwar in ihrem eigenen Wahlkreis, in Kreuzberg, einem der vielfältigsten Viertel Berlins, in dem eine der lebendigsten türkischen Gemeinschaften Deutschlands zu Hause ist. Ihre Kinder besuchen eine staatliche Schule im eigenen Kiez, dem vertrauten Viertel. Einen großen Teil ihres Wahlkampfs im Bezirk führte sie auf Türkisch – ein Zeichen dafür, wie selbstverständlich sie sich zwischen den Kulturen und Sprachen ihrer Wählerschaft bewegt.

Kreuzberg ist dabei mehr als nur ein Wohnort – es ist ein Sinnbild für das Berlin, das Eralp repräsentiert. Kaum ein anderer Teil der Stadt ist so bunt, so lebendig und so international geprägt. Hier leben Menschen aus zahllosen Herkunftsländern Tür an Tür. Dass Eralp einen Teil ihres öffentlichen Lebens hier verankert, unterstreicht ihr Image als nahbare, im Alltag verwurzelte Politikerin. Und es passt zu einem Foto, das sie nicht in einem exklusiven Wellness-Resort zeigt, sondern bei einer kostenlosen Bade-Aktion mitten in der Stadt.

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BERLIN, DEUTSCHLAND – 7. August 2026: Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die bevorstehenden Wahlen, steigt aus dem Becken, während Menschen in einem temporären öffentlichen Schwimmbad baden, das heute vor der Volksbühne eröffnet wurde, am 7. August 2026 in Berlin, Deutschland. | Quelle: Getty Images

BERLIN, DEUTSCHLAND – 7. August 2026: Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die bevorstehenden Wahlen, steigt aus dem Becken, während Menschen in einem temporären öffentlichen Schwimmbad baden, das heute vor der Volksbühne eröffnet wurde, am 7. August 2026 in Berlin, Deutschland. | Quelle: Getty Images

Ein Thema, das ihr besonders am Herzen liegt, kennt sie aus eigener Erfahrung: das Wohnen. Eralp wohnt selbst zur Miete und sucht nach eigenen Angaben seit Jahren erfolglos eine größere Wohnung für sich und ihre Familie. Wohnungsmangel und hohe Mieten sind in Berlin ein chronisches Problem – und für sie eben nicht nur ein abstraktes Feld, sondern gelebter Alltag. Diese persönliche Betroffenheit erklärt auch, warum sie sich mit so viel Nachdruck dafür starkmacht, dass Freizeit, Erholung und ein bisschen Sommer nicht vom Geldbeutel abhängen sollten.

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BERLIN, DEUTSCHLAND – 7. August 2026: Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die bevorstehenden Wahlen, steigt aus dem Becken, während Menschen in einem temporären öffentlichen Schwimmbad baden, das heute vor der Volksbühne eröffnet wurde, am 7. August 2026 in Berlin, Deutschland. | Quelle: Getty Images

BERLIN, DEUTSCHLAND – 7. August 2026: Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die bevorstehenden Wahlen, steigt aus dem Becken, während Menschen in einem temporären öffentlichen Schwimmbad baden, das heute vor der Volksbühne eröffnet wurde, am 7. August 2026 in Berlin, Deutschland. | Quelle: Getty Images

Ein Bild, das zur Botschafterin ihres Images wird

Wenn man all das zusammennimmt, wird deutlich, warum ausgerechnet ein Foto im knallroten Badeanzug so gut zu Elif Eralp passt. Es ist unverkrampft, es ist sommerlich, es ist nahbar – und es erzählt in einem einzigen Bild, was sie sein möchte: keine abgehobene Funktionärin, sondern eine, die mittendrin steht, die ins selbe Becken springt wie alle anderen und danach genauso eine Tüte Pommes isst.

Natürlich ist ein solches Foto auch immer eine bewusste Setzung. In der modernen Politik gehört das Spiel mit Bildern längst zum Handwerk. Eralp weiß, dass ein sympathischer Schnappschuss oft mehr Menschen erreicht als das beste Grundsatzpapier. Doch anders als bei manch kalkulierter Inszenierung wirkt bei ihr die Verbindung von privatem Moment und öffentlicher Botschaft stimmig – vielleicht, weil ihre gesamte Biografie von genau dieser Haltung erzählt: sich einmischen, dabei sein, für andere einstehen.

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Hinzu kommt, dass solche Bilder in einem angespannten gesellschaftlichen Klima eine besondere Wirkung entfalten. Wenn politische Debatten härter und die Töne rauer werden, kann ein Foto, das schlicht Lebensfreude ausstrahlt, wie ein Gegenentwurf wirken. Eine Frau im roten Badeanzug, die anderen einen unbeschwerten Sommertag gönnt, erzählt eine andere Geschichte als die vom ewigen Streit. Gerade für eine Politikerin, deren möglicher Aufstieg ohnehin als Symbol gelesen wird – als Tochter von Geflüchteten an der Schwelle zum höchsten Amt der Hauptstadt –, ist ein solcher menschlicher Moment mehr als bloße Selbstdarstellung. Er zeigt die Person hinter der Funktion und macht sie für viele greifbar, die mit klassischer Politik wenig anfangen können.

Ob Elif Eralp am Ende tatsächlich ins Rote Rathaus einzieht, ist noch offen und hängt von den kommenden Gesprächen und Verhandlungen ab. Sicher aber ist: Mit Auftritten wie diesem sorgt sie dafür, dass man über sie spricht – nicht nur über ihre Rolle in der Politik, sondern auch über die Frau dahinter. Das Foto im roten Badeanzug ist dabei mehr als ein flüchtiger Sommergruß. Es ist ein kleines, farbenfrohes Symbol für das Bild, das eine mögliche neue Bürgermeisterin von sich selbst zeichnet: bodenständig, lebensnah – und mittendrin im ganz normalen Berliner Sommer.

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