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Wohnungen in einem durch ein Erdbeben in Venezuela beschädigten Gebäude | Quelle: Getty Images
Wohnungen in einem durch ein Erdbeben in Venezuela beschädigten Gebäude | Quelle: Getty Images

Erdbeben-Katastrophe in Venezuela: Notstand ausgerufen, Rettungskräfte suchen nach Verschütteten

Edita Mesic
25. Juni 2026
15:58

Zwei schwere Erdbeben erschüttern Venezuela binnen Sekunden – Gebäude stürzen ein, ganze Familien suchen verzweifelt nach Angehörigen. Das Land ruft den Notstand aus, die Welt sagt Hilfe zu.

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Es sind Bilder, die fassungslos machen: eingestürzte Hochhäuser, Menschen, die in Trümmern nach Überlebenden graben, verzweifelte Rufe nach Vermissten. Venezuela ist von einer der schwersten Naturkatastrophen seiner jüngeren Geschichte getroffen worden – und das Ausmaß ist noch längst nicht absehbar.

Am Mittwochabend (Ortszeit) bebte im Norden und Zentrum des Landes innerhalb von weniger als einer Minute zweimal die Erde. Das erste Beben erreichte laut der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 7,2, das zweite, stärkere kam auf 7,5.

Das Epizentrum lag rund 150 Kilometer westlich der Hauptstadt Caracas. Weil das zweite Beben in nur etwa zehn Kilometern Tiefe auftrat, waren die Auswirkungen besonders verheerend.

Menschen gehen am 25. Juni 2026 in Caracas an einem eingestürzten Gebäude vorbei, das durch ein Erdbeben zerstört wurde. Zwei starke Erdbeben hätten 32 Menschen das Leben gekostet und mehr als 700 verletzt, erklärte der Interimspräsident des Landes am 25. Juni, nachdem die massiven Erschütterungen ganze Gebäude zum Einsturz gebracht und die Menschen in Panik in die Flucht getrieben hatten. | Quelle: Getty Images

Menschen gehen am 25. Juni 2026 in Caracas an einem eingestürzten Gebäude vorbei, das durch ein Erdbeben zerstört wurde. Zwei starke Erdbeben hätten 32 Menschen das Leben gekostet und mehr als 700 verletzt, erklärte der Interimspräsident des Landes am 25. Juni, nachdem die massiven Erschütterungen ganze Gebäude zum Einsturz gebracht und die Menschen in Panik in die Flucht getrieben hatten. | Quelle: Getty Images

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„Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt"

Für die Menschen vor Ort waren es Momente blanker Panik. Eine 57-jährige Einwohnerin von Caracas schilderte der Deutschen Presse-Agentur:

„Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt, es war fürchterlich."

In ihrer Nähe seien zwei Hochhäuser eingestürzt, berichtete sie. In ihrer eigenen Wohnung seien Möbel umgekippt und Bilder von den Wänden gefallen, überall Scherben. Stundenlang fielen Strom und Mobilfunk aus.

Ein Blick auf die Trümmer, während Rettungskräfte am 25. Juni 2026 im Stadtteil San Bernardino in Caracas, Venezuela, weiterhin in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes nach Überlebenden suchen. | Quelle: Getty Images

Ein Blick auf die Trümmer, während Rettungskräfte am 25. Juni 2026 im Stadtteil San Bernardino in Caracas, Venezuela, weiterhin in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes nach Überlebenden suchen. | Quelle: Getty Images

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Notstand ausgerufen – das Ausmaß ist noch unklar

Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez rief den Notstand aus und sprach von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen".

Nach offiziellen Angaben sind bislang mindestens 164 Menschen ums Leben gekommen, fast 1.000 weitere wurden verletzt. Die Zahlen dürften nach Einschätzung der Behörden weiter steigen – Familien suchen weiter verzweifelt nach Angehörigen.

Rettungskräfte suchen nach Opfern in einem eingestürzten Gebäude nach einem Erdbeben in Caracas am 24. Juni 2026. Zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschütterten am Abend des 24. Juni dieselbe Region in Venezuela und führten laut dem United States Geological Survey (USGS) und AFP-Journalisten zum Einsturz von Gebäuden. Die Beben trieben die Einwohner der Hauptstadt Caracas auf die Straße. | Quelle: Getty Images

Rettungskräfte suchen nach Opfern in einem eingestürzten Gebäude nach einem Erdbeben in Caracas am 24. Juni 2026. Zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschütterten am Abend des 24. Juni dieselbe Region in Venezuela und führten laut dem United States Geological Survey (USGS) und AFP-Journalisten zum Einsturz von Gebäuden. Die Beben trieben die Einwohner der Hauptstadt Caracas auf die Straße. | Quelle: Getty Images

Wie groß die Katastrophe wirklich ist, lässt sich noch nicht sagen. Die US-Erdbebenwarte USGS hält in einer Modellrechnung sogar zwischen 10.000 und 100.000 Todesopfer für möglich – eine wissenschaftliche Schätzung, keine bestätigte Zahl.

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Besonders schwer getroffen ist der Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste. Dort liegen der internationale Flughafen und der wichtigste Hafen des Landes; die Region ist teils kaum erreichbar, die Krankenhäuser sind überlastet.

Betroffene Menschen schlugen auf einem öffentlichen Zeltplatz Zelte auf, um dort die Nacht zu verbringen, nachdem am 24. Juni 2026 in Caracas, Venezuela, ein Erdbeben der Stärke 7,2 Venezuela und andere Regionen in der Karibik erschüttert hatte. | Quelle: Getty Images

Betroffene Menschen schlugen auf einem öffentlichen Zeltplatz Zelte auf, um dort die Nacht zu verbringen, nachdem am 24. Juni 2026 in Caracas, Venezuela, ein Erdbeben der Stärke 7,2 Venezuela und andere Regionen in der Karibik erschüttert hatte. | Quelle: Getty Images

Verzweifelte Suche in den Trümmern

In Caracas verschüttete der Einsturz eines 22-stöckigen Wohnhauses zahlreiche Menschen. Augenzeugen berichten, dass dort ein Fest mit rund 50 Gästen stattgefunden haben soll, als die Erde bebte.

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Immer wieder gibt es Lichtblicke: Drei Kinder konnten nahezu unversehrt aus den Trümmern gerettet werden, dick mit Staub bedeckt, aber offenbar unverletzt.

Doch die Rettungskräfte kämpfen gegen die Zeit – und gegen mehr als 20 Nachbeben, die bereits beschädigte Gebäude weiter zum Einsturz bringen können.

Evakuierte Menschen gehen in der Nähe der Francisco-de-Miranda-Allee spazieren, nachdem am 24. Juni 2026 in Caracas, Venezuela, ein Erdbeben der Stärke 7,2 Venezuela und andere Regionen in der Karibik erschüttert hatte. | Quelle: Getty Images

Evakuierte Menschen gehen in der Nähe der Francisco-de-Miranda-Allee spazieren, nachdem am 24. Juni 2026 in Caracas, Venezuela, ein Erdbeben der Stärke 7,2 Venezuela und andere Regionen in der Karibik erschüttert hatte. | Quelle: Getty Images

Die Welt sagt Hilfe zu

International ist die Anteilnahme groß. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte auf X:

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„Deutschland steht an der Seite Venezuelas und wird helfen."

Das Verteidigungsministerium stellt mehrere Transportmaschinen für Rettungsteams und Hilfsgüter von THW und Rotem Kreuz bereit.

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Auch Frankreich, El Salvador, Brasilien, die Schweiz und die USA sagten Unterstützung zu. Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz warnen jedoch: Der Bedarf an Helfern sei weit größer als die verfügbaren Mittel.

Warum die Folgen so verheerend sind, hat auch mit dem Land selbst zu tun: Nach Jahren der Krise gilt Venezuela mit maroder Bausubstanz und einem geschwächten Gesundheitssystem als denkbar schlecht auf eine solche Katastrophe vorbereitet.

Die kommenden Stunden und Tage werden für die Verschütteten über Leben und Tod entscheiden.

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