
Ruhiges französisches Viertel erschüttert, nachdem ein 12-jähriger Junge tot im Fluss gefunden wurde
Ein Fischer hört Kinderschreie. Kurz darauf liegt ein toter Junge am Flussufer – mit einem nassen Handtuch fest um den Hals gewickelt. Was in einem ruhigen Viertel in Rennes geschah, erschüttert ganz Frankreich.
Sonntagnachmittag, kurz vor 17 Uhr, Rennes. Ein Fischer hört die Schreie eines Kindes am Ufer des Flusses Vilaine – und verständigt sofort die Polizei. Was die Einsatzkräfte wenig später vorfinden, lässt sie fassungslos zurück.

Ein Taucher sucht am 25. Mai 2026 in der Vilaine in der Nähe der Stelle nach Beweismitteln, an der am Vortag in Rennes die Leiche eines 12-jährigen Jungen gefunden wurde. | Quelle: Getty Images
Die Leiche eines zwölfjährigen Jungen liegt am Flussufer. Um seinen Hals ist ein nasses Handtuch sehr fest gewickelt. Zeugen, die den Jungen entdeckten, versuchten noch, ihn wiederzubeleben – ohne Erfolg. Der Tod wurde noch vor Ort festgestellt.
Die Staatsanwaltschaft leitete umgehend Mordermittlungen ein. In einer ersten Stellungnahme hieß es, die genauen Umstände des Todes müssten noch untersucht werden. Die Beteiligung Dritter gehöre dabei zu den Hypothesen. Weitere Details wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

Internetnutzer kommentieren den Vorfall | Quelle: facebook.com/bild/posts/pfbid02NvkziYXFyENjDrvEEKFrxqsKSq9m7xcBNrcdY8PYZPmR5szFESmG4XhoUJniRFtpl?comment_id=1481152313007985
Der Junge war laut seiner Mutter am Sonntag mit Freunden zum Angeln gegangen. Sie gab gegenüber den Ermittlern an, nichts Ungewöhnliches bemerkt zu haben, als ihr Sohn das Haus verließ.
Laut der französischen Tageszeitung „Le Parisien" gehörte er möglicherweise zu einer Gruppe von drei Jugendlichen, die zuvor einen Fischer um Köder gebeten hatten. Was danach geschah und wie der Junge ums Leben kam, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

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Für die Bewohner des Viertels kam die Nachricht wie ein Schlag. Rennes ist die Hauptstadt der Bretagne und gilt als eine der lebenswertesten Städte Frankreichs – mit einer langen Geschichte, einer lebendigen Studentenszene und dem Ruf einer ruhigen, sicheren Stadt.
Der Fundort liegt in einem Wohngebiet nahe dem Stadtzentrum, weit entfernt von allem, womit die Anwohner solche Nachrichten verbinden würden.
Eine Anwohnerin fasste in wenigen Worten zusammen, was viele in diesen Stunden empfanden:
„Ein echter Schock. Das ist eine ruhige Gegend, nicht weit vom Zentrum. Ich bin nie behelligt worden."
Am Sonntagabend durchsuchten zahlreiche Polizisten die Umgebung einer nahegelegenen Wohnanlage. Die Spurensicherung war sowohl am Flussufer als auch an der Wohnanlage im Einsatz. Beweise wurden sichergestellt, Anwohner befragt. Die Nacht verlief in einem Zustand zwischen Schock und Ungewissheit – für die Familie des Jungen wie für das gesamte Viertel.

Taucher suchen am 25. Mai 2026 in der Vilaine in der Nähe der Stelle nach Beweismitteln, an der am Vortag in Rennes die Leiche eines 12-jährigen Jungen gefunden wurde. | Quelle: Getty Images
Am Montagmorgen folgte die erste Festnahme. Ein 16-jähriger Tatverdächtiger wurde in Rennes von der Polizei gefasst. Gegen ihn wird wegen Mordverdachts ermittelt. Ob er der Junge kannte und in welchem Zusammenhang er mit dem Tatort stand, ist Teil der laufenden Ermittlungen.
Weitere Details zur Identität des Verdächtigen oder zum genauen Tatablauf wurden von den Behörden bislang nicht bekanntgegeben. Frankreich wartet auf Antworten – und ein Viertel, das sich für sicher hielt, fragt sich, wie so etwas mitten unter ihnen geschehen konnte.

Polizisten beobachten Taucher bei der Suche nach Beweismitteln im Fluss Vilaine in der Nähe der Stelle, an der am Vortag in Rennes die Leiche eines 12-jährigen Jungen gefunden wurde (25. Mai 2026). | Quelle: Getty Images
Der Fall hat in Frankreich eine breite öffentliche Diskussion ausgelöst. Kindsmord ist in Frankreich statistisch selten – doch wenn er geschieht, trifft er das Land mit besonderer Wucht. Dass ein Zwölfjähriger, der mit Freunden angeln gegangen war, so enden konnte, ist für viele kaum zu fassen.
Die Bretagne ist eine Region, die für ihre Ruhe und ihre engen Gemeinschaften bekannt ist. Rennes selbst ist eine Universitätsstadt mit rund 220.000 Einwohnern – lebendig, weltoffen, aber auch bodenständig. Vorfälle dieser Art sind dort eine absolute Ausnahme.

Polizeiermittler arbeiten an dem Ort, an dem die Leiche eines 12-jährigen Jungen gefunden wurde. | Quelle: Getty Images
Wie es zu dem Tod des Jungen kam, was in jenen Stunden am Fluss Vilaine geschah und welche Rolle der festgenommene 16-Jährige spielte – all das sollen die weiteren Ermittlungen klären. Die Antworten werden nicht nur eine Familie, sondern ein ganzes Viertel erwarten.
Die Ermittlungen laufen.
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