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Boris Becker | Quelle: Getty Images
Boris Becker | Quelle: Getty Images

Eklat vor laufendem Publikum: Boris Becker wird bei öffentlichem Auftritt die Uhr gepfändet

Edita Mesic
24. Juni 2026
17:05

Eigentlich sollte er Gewinner einer Tombola ziehen und über Fußball plaudern. Doch hinter den Kulissen seines Auftritts spielte sich eine Szene ab, mit der wohl niemand im Saal gerechnet hatte – und die nun für reichlich Wirbel sorgt.

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Boris Becker war am vergangenen Sonntag Stargast bei einer Veranstaltung im nordrhein-westfälischen Bad Honnef. Rund 300 Gäste waren gekommen, um die Tennislegende live zu erleben.

Boris Becker spricht am 18. April 2026 in München, Deutschland, am achten Tag der BMW Open im MTTC IPHITOS mit den Medien. | Quelle: Getty Images

Boris Becker spricht am 18. April 2026 in München, Deutschland, am achten Tag der BMW Open im MTTC IPHITOS mit den Medien. | Quelle: Getty Images

Auf der Bühne wurde der 58-Jährige von Moderator Riccardo Basile interviewt, unter anderem zum aktuellen Fußballgeschehen. Anschließend zog sich Becker in die Aufenthaltsräume zurück. Doch dann nahm der Tag eine unerwartete Wendung.

Kurz vor 14 Uhr betraten mehrere Polizeibeamte die Halle und begaben sich zu den Räumlichkeiten, in denen sich Becker befand. Auch ein Gerichtsvollzieher hatte das Gebäude betreten.

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Was folgte, war eine sogenannte Taschenpfändung. Da Becker kein Bargeld bei sich trug, wurde seine Armbanduhr im Wert von rund 6000 Euro einbehalten.

Das Publikum bekam von alldem nichts mit. Mit etwa 20 Minuten Verspätung kehrte Becker auf die Bühne zurück, um die Tombola-Gewinner zu ziehen – ohne Uhr am Handgelenk.

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Hintergrund des Einsatzes ist ein erbitterter Unterhaltsstreit. Die Pfändung wurde von Beckers Ex-Frau Lilly Becker veranlasst, mit der er den gemeinsamen Sohn Amadeus (16) hat.

Grundlage der Maßnahme ist nach Angaben der Beteiligten ein Unterhaltstitel aus London. Lillys Seite pocht auf die Vollstreckung – und kündigte an, weiter konsequent vorzugehen.

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Ihr Anwalt erklärte, man werde die Pfändungsmaßnahmen weiter vorantreiben, und zwar nicht nur in Deutschland. Boris solle gerichtliche Entscheidungen respektieren und beginnen, seine Schuld zu tilgen. Lilly gehe es dabei ausschließlich um die Absicherung des gemeinsamen Sohnes.

Doch aus dem Lager von Boris Becker klingt das völlig anders. Sein Medienanwalt Christian-Oliver Moser erhebt schwere Vorwürfe. Moser schildert die Sicht seines Mandanten:

„Herr Becker sieht sich mit der Vollstreckung aus einem Beschluss eines englischen Familiengerichts aus 2018 konfrontiert, obwohl er bereits seit Jahren erhebliche Zahlungen für seinen Sohn Amadeus geleistet hat und darüber hinaus seit August 2025 freiwillig monatlich rund 6500 Euro an Unterhalt (inklusive Schulgeld und Schultransport) zahlte."

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Nach Darstellung des Anwalts hat Becker seiner Ex-Frau zudem ein außergerichtliches Einigungsangebot gemacht. Dieses habe eine Zahlung von 8000 Euro monatlich inklusive Schule und Transport bis zum 20. Geburtstag von Amadeus vorgesehen.

Darüber hinaus habe Becker einen Kapitalbetrag von 100.000 Euro angeboten. Dieses Angebot sei von der Gegenseite jedoch als zu niedrig abgelehnt worden.

Der Anwalt verweist außerdem auf eine Einordnung des deutschen Familiengerichts. Dieses habe klargestellt, dass sich der künftige Kindesunterhalt am Höchstsatz der Düsseldorfer Tabelle orientieren müsse – und damit bei rund 1200 Euro monatlich liege.

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Besonders deutlich wird Moser bei der Bewertung der öffentlichen Pfändungsaktion. Er sieht darin einen gezielten Versuch, dem Ruf seines Mandanten zu schaden. Der Anwalt erklärt:

„Unbeschadet der vergeblichen Versuche, die Reputation unseres Mandanten durch sinnlose öffentliche Zwangsvollstreckungsmaßnahmen zu beschädigen, nimmt Herr Becker seine Unterhaltsverpflichtungen selbstverständlich wahr."

Becker wolle sich weiter zur Wehr setzen, solange seine Ex-Frau nicht zu einer für alle Seiten fairen Lösung bereit sei. Zu Zahlungen, die jedes Realitätsbewusstsein vermissen ließen, werde er sich nicht nötigen lassen.

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Juristisch ist der Streit damit längst nicht beigelegt. Erst im Mai 2026 hatte ein deutsches Amtsgericht entschieden, die Zwangsvollstreckung für künftige Unterhaltsforderungen gegen eine Sicherheitsleistung auszusetzen.

Beide Seiten liefern sich somit einen öffentlich ausgetragenen Schlagabtausch, bei dem die Vorwürfe hin- und herfliegen. Während die eine Seite von berechtigten Ansprüchen für das Kind spricht, sieht die andere eine Rufschädigungs-Kampagne.

Mittendrin steht der gemeinsame Sohn Amadeus, um den beide Seiten öffentlich ringen. Wie der Unterhaltsstreit am Ende juristisch ausgeht, ist weiter offen.

Fest steht nur: Was als glanzvoller Auftritt einer Tennislegende geplant war, endete für Boris Becker mit einer Pfändung hinter den Kulissen – und einem Rosenkrieg, der nun erst recht im Rampenlicht steht.

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