logo
StartseiteNews
Christine Habetha, Rechtsanwältin und Mutter des ermordeten Achtjährigen | Quelle: Getty Images
Christine Habetha, Rechtsanwältin und Mutter des ermordeten Achtjährigen | Quelle: Getty Images

Fünfter Verhandlungstag im Fall Fabian: Neue Zeugin, Fabians Großmutter meldet sich zu Wort und mehr

Edita Mesic
21. Mai 2026
15:34

Der fünfte Prozesstag im Mordfall Fabian hielt mehrere überraschende Momente bereit – darunter eine Zeugin, die das Gericht mit ihren Antworten fassungslos zurückließ, und eine Polizistin, deren Aussagen Fabians Mutter zu Tränen rührten.

Werbung

Am Landgericht Rostock wird seit dem 28. April 2026 der Mordprozess gegen Gina H. verhandelt. Die 30-Jährige soll den achtjährigen Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche anschließend angezündet haben. Als mutmaßliches Motiv gilt die Eifersucht auf das Kind nach der Trennung von Fabians Vater. Gina H. schweigt bislang zu den Vorwürfen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

21. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Der Angeklagte im Mordprozess wird in den Gerichtssaal des Landgerichts geführt. | Quelle: Getty Images

21. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Der Angeklagte im Mordprozess wird in den Gerichtssaal des Landgerichts geführt. | Quelle: Getty Images

Der fünfte Prozesstag brachte eine kurzfristige Planänderung. Statt der ursprünglich vorgesehenen Polizistin wurde zunächst die Mutter von Fabians Vater, Monika R., als erste Zeugin in den Stand gerufen.

Werbung

Die 62-Jährige sollte Erkenntnisse über das familiäre Umfeld des Jungen liefern – über seine Beziehung zum Vater, zu Gina H. und über den Wiederaufbau des Kontakts in den Monaten vor seinem Tod.

Was dann folgte, überraschte den gesamten Saal.

Internetnutzer kommentieren die neuesten Entwicklungen im Mordprozess im Fall Fabian. | Quelle: youtube.com/watch?v=GIxmwoHf2_M

Internetnutzer kommentieren die neuesten Entwicklungen im Mordprozess im Fall Fabian. | Quelle: youtube.com/watch?v=GIxmwoHf2_M

Monika R. antwortete auf die meisten Fragen mit Schweigen, mit Erinnerungslücken oder mit schlichten Verneinungen. Ihr Auftritt verlief so ungewöhnlich, dass sogar Richter Holger Schütt mehrfach innehalten musste. Dabei trug sie ein T-Shirt mit dem Aufdruck: „Don't worry, beer happy."

Werbung

Schütt fragte die Zeugin direkt: „Wissen Sie, was mit Fabian passiert ist?"„Nein", antwortete die Oma. „Würden Sie gerne wissen, was mit ihm passiert ist?"„Nein." Der Richter schwieg für einen Moment.

21. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Gerichtsvollzieher sichern den Gerichtssaal des Landgerichts zu Beginn der Fortsetzung des Mordprozesses. | Quelle: Getty Images

21. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Gerichtsvollzieher sichern den Gerichtssaal des Landgerichts zu Beginn der Fortsetzung des Mordprozesses. | Quelle: Getty Images

Er versuchte es erneut, sanfter:

„Ich möchte gerne wissen, warum eine Oma, die ihren Enkel geliebt hat, nicht wissen möchte, was passiert ist. Vielleicht wollen Sie uns einfach helfen. Denn wir wollen wissen, was passiert ist. Dann beantworten Sie einfach meine Fragen. Denken Sie einfach noch mal kurz darüber nach."

Werbung

Die Antwort der Zeugin: „Nö."

21. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Andreas Ohm (v. l. n. r.), Rechtsanwalt, der Angeklagte und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, warten im Gerichtssaal des Landgerichts auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

21. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Andreas Ohm (v. l. n. r.), Rechtsanwalt, der Angeklagte und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, warten im Gerichtssaal des Landgerichts auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

Reporterin Isabel Pfannkuche, die den Prozess für BILD vor Ort verfolgt, kommentierte den Verlauf des Prozesstages:

„Es ist nicht zu glauben, dass sich die halbe Familie plötzlich an nichts mehr erinnern möchte. Mir fehlen wirklich die Worte. Wenn eine Oma behauptet, sie wolle nicht wissen, was ihrem Enkel passiert ist."

Der Verlauf der ersten Hälfte des Prozesstages macht die Bild-Reporterin sprachlos.

Werbung
13. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Ein Gerichtsangestellter (v. l. n. r.), Rechtsanwalt Thomas Löcker, der Angeklagte und Rechtsanwalt Andreas Ohm stehen zu Beginn der Fortsetzung des Mordprozesses im Gerichtssaal des Landgerichts. | Quelle: Getty Images

13. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Ein Gerichtsangestellter (v. l. n. r.), Rechtsanwalt Thomas Löcker, der Angeklagte und Rechtsanwalt Andreas Ohm stehen zu Beginn der Fortsetzung des Mordprozesses im Gerichtssaal des Landgerichts. | Quelle: Getty Images

Staatsanwalt Oliver Schley äußerte den Verdacht, Fabians Vater Matthias R. könnte seiner Mutter vorab gesagt haben, wie sie sich vor Gericht verhalten solle.

Die Zeugin widersprach zunächst: „Nein. Er hat nur gesagt, ich soll sagen, wenn ich mich erinnern kann." Auf eine weitere Frage des Staatsanwalts schwieg sie minutenlang. Anschließend wurde sie als Zeugin entlassen.

Im Laufe des Nachmittags wurde dann die Polizistin gehört, die nach Fabians Verschwinden zu dem Fall ermittelt hatte. Sie berichtete über ihre Begegnungen mit Gina H. in den Tagen rund um das Verschwinden des Kindes sowie über den Fundort der Leiche. Fabians Mutter Dorina L. verließ während der Aussage weinend den Gerichtssaal – sie konnte die Schilderungen nicht ertragen.

Werbung

Auf die Frage, wie Gina H. sich am 13. und 14. Oktober verhalten habe, antwortete die Beamtin:

„Frau H. hat nicht viel Gefühlsregung gezeigt. Im Nachgang fragt man sich natürlich, was hat man übersehen an dem Tag. Sie war relativ gleichbleibend in ihrer Stimmung und in ihrer Mimik auch. Sehr kontrolliert."

Werbung

Als Gina H.s Anwalt Thomas Löcker fragte, wie lange die Beamtin schon in ihrem Beruf tätig sei, antwortete sie klar: „Ich arbeite 25 Jahre in dem Beruf. Ich weiß, was Sie mit der Frage erreichen wollen. Sie wollen meine Aussage unglaubwürdig machen oder meine Arbeit infrage stellen." Zudem wurden bei Gina H. zwei Kanister mit Benzin sichergestellt, wie die Beamtin ausführte.

Internetnutzer kommentieren die neuesten Entwicklungen im Mordprozess im Fall Fabian. | Quelle: youtube.com/watch?v=GIxmwoHf2_M

Internetnutzer kommentieren die neuesten Entwicklungen im Mordprozess im Fall Fabian. | Quelle: youtube.com/watch?v=GIxmwoHf2_M

Auch das Alibi von Fabians Vater war am Donnerstag Gegenstand der Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft grenzt den Tatzeitraum auf die Zeit zwischen 10.50 und 13 Uhr ein.

Werbung

Matthias R. hatte bereits am zweiten Prozesstag ausgesagt, er sei in dieser Zeit mit seinem Auto in einer Werkstatt gewesen, habe gemeinsam mit einem Förster ein Waldstück besucht und sich zwischen 12 und 13 Uhr an seinem Arbeitsplatz aufgehalten. Eine Polizistin wurde gehört, die dieses Alibi überprüft hatte.

Der Vater selbst bleibt eine der umstrittensten Figuren des Verfahrens. Beim dritten Prozesstag hatte er vor Gericht erklärt:

„Wir sind wieder ein Paar. Das hat sich im Gefängnis im Januar ergeben."

Internetnutzer kommentieren die neuesten Entwicklungen im Mordprozess im Fall Fabian. | Quelle: youtube.com/watch?v=GIxmwoHf2_M

Internetnutzer kommentieren die neuesten Entwicklungen im Mordprozess im Fall Fabian. | Quelle: youtube.com/watch?v=GIxmwoHf2_M

Auf die Frage des Richters zu seiner Haltung gegenüber der Angeklagten sagte er: „Ich stehe offen und ehrlich hinter ihr."

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Matthias R. wegen des Verdachts auf Falschaussage. Der Prozess wird mit weiteren Verhandlungstagen bis mindestens September fortgesetzt.

Werbung
Werbung
info

AmoMama.de unterstützt und fördert keine Formen von Gewalt, Selbstbeschädigung oder anderes gewalttätiges Verhalten. Wir machen unsere LeserInnen darauf aufmerksam, damit sich potentielle Opfer professionelle Beratung suchen und damit niemand zu Schaden kommt. AmoMama.de setzt sich gegen Gewalt, Selbstbeschädigung und gewalttätiges Verhalten ein, AmoMama.de plädiert deshalb für eine gesunde Diskussion über einzelne Fälle von Gewalt, Missbrauch, oder sexuelles Fehlverhalten, Tiermissbrauch usw. zum Wohl der Opfer. Wir ermutigen in diesem Sinne alle LeserInnen, jegliche kriminelle Vorfälle, die wider diesen Kodex stehen, zu melden.

Ähnliche Neuigkeiten