
„Mein Zustand gesundheitlich ist nicht gut": Nachrichten zwischen Gina und Fabians Vater enthüllen ihre Diagnose
Am fünften Verhandlungstag im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow spielte das Gericht weitere Sprachnachrichten vor — zwischen Gina H. und Fabians Vater Matthias R.
Im Mordfall um den achtjährigen Fabian aus Güstrow steht die 30-jährige Gina H. als Angeklagte vor Gericht. Sie soll den Jungen am 10. Oktober 2025 getötet haben. Gina H. schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Gina H. mit ihren Anwälten im Gerichtssaal, 21. Mai 2026 | Quelle: Getty Images
Die Nachrichten, die am Donnerstag vor Gericht abgespielt wurden, zeigen, wie die Beziehung zwischen Gina H. und Matthias R. in den Wochen vor der Tat aussah — geprägt von Eifersucht, Streit und Enttäuschung.
Eifersucht und Streit
In einer Nachricht vom September 2025 erklärte Gina H. Matthias R., warum sie so viel Aufmerksamkeit brauchte:
„Weil ich einfach im Mittelpunkt stehen möchte bei meinem Partner. Das, was ich in der Kindheit nicht hatte und auch so nicht, habe ich halt in der Partnerschaft gesucht."
Auch der Kontakt von Matthias R. zu anderen Frauen war ein Thema. Gina H. störte es, wenn er mit Fabians Mutter Dorina L. schrieb. Matthias R. erklärte ihr:
„Dorina schreibe ich nur, weil es um Fabian geht. Um Fabian."
Trotzdem hatte auch Matthias R. noch Gefühle für Gina H. In einer Nachricht schrieb er ihr: „Wenn wir irgendwo hinziehen — wärst du bereit, alles hinter dir zu lassen? Nur du, ich, und deine Pferde." Der Satz sorgte im Publikum für Gelächter.
Zwei Tage vor der Tat
Am 8. Oktober — zwei Tage vor Fabians Verschwinden — wollte Gina H. Matthias R. noch einmal treffen. „Einfach reden. Und nicht streiten", schrieb sie ihm. Er fuhr an dem Abend bei ihr vorbei. In der Nacht danach sagte sie weinend:
„Es tat gerade einfach nur noch weh, deswegen habe ich dich weggeschickt."

Gedenkkerzen und Kuscheltiere für Fabian in der St.-Marien-Kirche in Güstrow, November 2025 | Quelle: Getty Images
Am nächsten Tag, dem 9. Oktober, schickte Matthias R. ihr um 20.06 Uhr eine Nachricht: „Das, was wir Sonntag/Montag hatten, das hat sich so richtig angefühlt." Um 21.09 Uhr blockierte Gina H. ihn auf WhatsApp. 27 Minuten später kaufte sie bei Rechtsdokument.de für 15 Euro ein Testament.
Das mögliche Motiv
Die Ermittler gehen davon aus, dass Gina H. mit der Tat die Beziehung zu Matthias R. retten wollte. Als die beiden noch zusammen waren, hatte Fabian den Kontakt zu seinem Vater abgebrochen.
Nach der Trennung verbesserte sich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn wieder. Als Gina H. die Beziehung wieder aufleben lassen wollte, soll Matthias R. abgelehnt haben — weil er den Kontakt zu seinem Sohn nicht gefährden wollte.
Was Gina H. über ihre Gesundheit sagte
In einer der Nachrichten sprach Gina H. auch über sich selbst:
„Ich kann dir nur sagen: Mein Zustand ist sehr schlecht. Ich habe einen Tumor im Kopf, falls du das vergessen hast. Mein Zustand gesundheitlich ist nicht gut, durch den Beziehungsstress, den psychischen Stress geht es mir auch körperlich nicht gut."
Zum Schluss fügte sie noch hinzu: „Wunder dich nicht, wenn du irgendwann nicht mehr von mir hörst."
Der Prozess wird am 27. Mai am Landgericht Rostock fortgesetzt.

Symbolbild | Quelle: Getty Images
Welche weiteren Details der fünfte Verhandlungstag brachte — darunter eine Zeugin, die das Gericht fassungslos zurückließ — berichteten wir bereits in einem anderen Artikel.
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