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Youtube.com/BBC Stories
Quelle: Youtube.com/BBC Stories

Eltern lassen ihr 3 Tage altes Kind zurück und hinterlassen ihm eine Nachricht, dass sie sich in 20 Jahren wiedersehen wollen

Maren Zimmermann
13. März 2022
20:00
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Zweiundzwanzig Jahre, nachdem ihre leiblichen Eltern sie in China ausgesetzt haben, ist Kati Pohler endlich wieder mit dem Paar vereint. Hier ist die emotionale Geschichte hinter der Wiedervereinigung.

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Viele Kinder begeben sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern, obwohl sie ein komfortables und glückliches Leben mit ihren Adoptiveltern führen. Doch wenn sie gefunden werden, kennt die Freude über die Wiedervereinigung mit den Menschen, die sie geboren haben, keine Grenzen.

Im Jahr 2017 erlebte die Studentin Kati Pohler diese Freude, als sie 22 Jahre, nachdem sie an einer Brücke ausgesetzt worden war, wieder mit ihren chinesischen leiblichen Eltern zusammenkam. Werfen wir einen Blick darauf, was sich zwischen Kati und ihren leiblichen Eltern abgespielt hat.

DIE SCHMERZHAFTE ENTSCHEIDUNG

1995 brachte Qian Fenxiang ihre zweite Tochter Jingzhi zur Welt, die in Kati umbenannt wurde. Nach Chinas drakonischer Ein-Kind-Politik, die 1979 zur Bekämpfung der Armut eingeführt wurde, hätte Kati abgetrieben werden müssen. Fenxiang und ihr Mann Xu Lida entschieden sich jedoch, das Baby zu behalten.

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Nach der Geburt von Kati führte das Paar eine Do-it-yourself-Entbindung durch, da ein Besuch im Krankenhaus nicht in Frage kam. Nach der Entbindung wussten Fenxiang und Lida, dass sie das Baby nicht behalten konnten.

 Kati Pohler spielt auf einer Geige. | Quelle: Youtube.com/BBC Stories

Kati Pohler spielt auf einer Geige. | Quelle: Youtube.com/BBC Stories

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Sie trafen daher die Entscheidung, das Kind abzugeben, in der Hoffnung, dass jemand es adoptiert und ihm ein gutes Zuhause gibt. Im Gespräch mit der BBC erklärte Lida:

"[...]Ich hielt sie eine Weile und umarmte sie. Dann bin ich zum Markt gegangen. [...]Ich küsste sie sanft. Ich wusste, dass es der letzte Abschied war. Dann ging ich weg."

 Kati Pohler und ihre Adoptiveltern, Ken und Ruth Pohler. | Quelle: Youtube.com/BBC Stories

Kati Pohler und ihre Adoptiveltern, Ken und Ruth Pohler. | Quelle: Youtube.com/BBC Stories

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Lida setzte das Baby an der Broken Bridge in Hangzhou mit einem Zettel ab, auf dem stand: "Unsere Tochter, Jingzhi, wurde am 24. Tag des siebten Monats des Kalenders 1995 um 10 Uhr morgens geboren. Die Armut und die Angelegenheiten der Welt haben uns gezwungen, sie aufzugeben. Habt Mitleid mit den Herzen von Vater und Mutter in nah und fern."

Im abschließenden Teil des Briefes standen folgende Worte: "Wenn der Himmel Gefühle hat, wenn uns das Schicksal zusammengeführt hat, dann lass uns am Morgen des Qixi-Festes in 10 oder 20 Jahren an der Broken Bridge in Hangzhou wiedersehen."

Kati Pohler am Esstisch mit ihren Adoptiveltern, Ken und Ruth Pohler | Quelle: Youtube.com/BBC Stories

Kati Pohler am Esstisch mit ihren Adoptiveltern, Ken und Ruth Pohler | Quelle: Youtube.com/BBC Stories

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WAS GESCHAH DANACH MIT KATIE?

Ken und Ruth Pohler reisten von Michigan nach China, um ein Jahr später ein Baby zu adoptieren. Zum Glück war Kati das Glückskind und wurde in die Familie aufgenommen. Sie wuchs glücklich in Hudsonville, Michigan, auf und wurde von ihren Eltern nie um ihre Liebe gebracht.

Als Kati 2005 zehn Jahre alt wurde, schickten Ken und Ruth einen Boten zur Broken Bridge, wie es in dem Brief gefordert worden war. Der Bote kam jedoch zu spät und verpasste Katis leibliche Eltern, die schon lange hoffnungsvoll gewartet hatten.

Anstatt ohne Neuigkeiten zurückzukehren, sprach der Bote mit den anwesenden Nachrichtensendern, die über die Wiedervereinigung berichteten. Der Nachrichtensender veröffentlichte Katis Geschichte in der Hoffnung, dass sich ihre leiblichen Eltern melden würden - und das taten sie auch.

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DIE WIEDERVEREINIGUNG

Ruth und Ken tauschten Kontakte mit den leiblichen Eltern aus und blieben in Kontakt. Schließlich informierten Katis Adoptiveltern sie 2016 über ihre Geburt und den Zettel, den sie auf der Brücke erhalten hatte. Nachdem Kati die Geschichte gehört hatte, reiste sie nach China, um ihre leiblichen Eltern zu besuchen.

Mit Hilfe von Übersetzern traf Kati ihre leiblichen Eltern am Vorabend des Qixi-Festes 2017 auf der Broken Bridge wieder. Sie traf auch ihre ältere Schwester zum ersten Mal. Es war ein surrealer Moment für ihre Eltern und für Kati. Sie war begeistert von Fenxiang und Lida und der Stadt, in der sie geboren worden war.

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