Todespfleger, der den Patienten Insulin-Überdosis spritzte: Das Landgericht München verurteilte ihn zu lebenslanger Haft

Grzegorz W. wurde wegen sechs Morden und drei versuchten Morden angeklagt, indem er seinen Patienten eine Insulinüberdosis spritzte. Jetzt hat das Landgericht München den Todespfleger wegen seiner Freveltat zu lebenslanger Haft verurteilt.

Er soll über das Medikament verfügt haben, weil er Diabetiker ist und für seine nicht-diabetischen Patienten eine Überdosierung von Insulin tödlich sein könnte. 

Der Mann machte sich zu Beginn des Prozesses nicht die Mühe, sein Gesicht vor den verschiedenen Fotografen zu verbergen.

Der Pole absolvierte 2014 in seinem Heimatland einen 120-stündigen Intensivkurs, um in Deutschland als 24-Stunden-Hilfspfleger arbeiten zu können. Seit 2015 hat der diabeteskranke Pfleger an 69 verschiedenen Orten in Deutschland gearbeitet und seine Patienten überdosiert, um ihnen in Ruhe zu stehlen.

Als er seinen Job anfing, war es für ihn wichtiger, nach den Häusern der wehrlosen Menschen zu suchen. Er konnte sich um sie kümmern und auch stehlenswerte Gegenstände durchsuchen, um sich durch Diebstähle zu bereichern.

Zum Zeitpunkt seiner Festnahme im Februar 2018 nach dem Tod eines Patienten in Ottobrunn bei München wurden EC-Karten seiner Opfer sowie 1210 Euro Bargeld gefunden.

Die vorsitzende Richterin Elisabeth Ehrl kündigte eine Verurteilung wegen dreier Morde und eines versuchten Mordes sowie einer vierfachen gefährlichen Körperverletzung an. Sie erklärte:

“Ständig wechselte er seine Einsatzorte, oft schon nach wenigen Tagen. Ebenso auch die Vermittlungsagenturen. So merkte lange niemand, dass seine Patienten zum Teil sogar verstorben waren.”

Der Anklage zufolge sind die Motive des Pflegers, seinen Patienten Insulinüberdosis zu verabreichen, unglaublich. Er ärgerte sich, weil er die Nacht nicht durchschlafen konnte, weil die Patienten ihn beleidigten, es nicht genug zu essen gab oder die Internetverbindung im Haus nicht funktionierte.

Durch die Einlieferung der Patienten in eine Klinik konnte Grzegorz W. die Arbeitsstelle ohne Vertragsstrafe im Voraus verlassen und nach einem neuen Opfer suchen.

Grzegorz W. hatte jedoch bereits vor Bekanntgabe des Urteils mit lebenslanger Haft gerechnet. Während des Prozesses hatte er zugegeben:

“Ich bin ein degenerierter Mörder. Meine Taten sind unentschuldbar.”

Der Gesundheitsexperte betrachtet den Fall Grzegorz W. als Symptom eines kränkelnden Gesundheitssystems und hat Fragen aufgeworfen:

“Keine der Vermittlungsagenturen hat den Pfleger einmal vorab unter die Lupe genommen und geschaut, ob er etwa vorbestraft ist. Dann hätte man ihm viel früher das Handwerk legen können. Daraus sollte das Gesundheitssystem Lehren ziehen.” 

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